An der BTU Cottbus-Senftenberg haben die ersten fünf Studierenden für das Unterrichtsfach Sorbisch/Wendisch ihr Lehramtsstudium begonnen. Am Donnerstag wurden sie am Campus Senftenberg begrüßt. Damit bildet Brandenburg erstmals grundständig Grundschullehrkräfte für Niedersorbisch aus.
Fünf Erstsemester wählen Sorbisch/Wendisch als Fach
Insgesamt haben 138 Erstsemester ein Studium im Lehramt Primarstufe aufgenommen, das inzwischen 13 Fächerkombinationen umfasst. Fünf von ihnen haben sich für Mathematik und Sorbisch/Wendisch oder Deutsch und Sorbisch/Wendisch entschieden. Nach der gemeinsamen Begrüßung aller Erstsemester durch die Lehrenden unter Leitung von Studiengangsleiter Prof. Dr. Maximilian Piotraschke folgte für sie die Facheinführung Sorbisch. Dort lernten sie ihre Dozentin Julia Běrink kennen, die vom Sorbischen Institut an die BTU gewechselt ist. Sie überraschte die Studierenden mit einer Zuckertüte mit sorbischen Motiven und Fachliteratur.
Zwölf Studienplätze pro Jahr in zwei Kombinationen
Das Studium ist als praxisintegrierender Bachelor angelegt und soll später in einem dualen Masterstudium weitergehen. Geplant sind jährlich zwölf Studienplätze, je sechs pro Fächerkombination. Die Praxisphasen finden an WITAJ-Schulen und an Schulen mit Sorbisch/Wendisch als Fremd- oder Zweitsprache statt. Empfohlen werden Niedersorbisch-Kenntnisse auf dem Niveau B1, ab 2027 sollen Brückenkurse auch Neusprechern den Einstieg erleichtern. Das Land, die Stiftung für das sorbische Volk sowie Kommunen wie Cottbus und der Landkreis Spree-Neiße bieten Stipendien an.
Die Universität Leipzig bildet weiterhin Lehrkräfte für weiterführende Schulen aus und bietet die Sorabistik an. Den Studiengang Lehramt Primarstufe gibt es in Senftenberg seit Oktober 2023. Im Bachelor und Master studieren dort nach Angaben der BTU inzwischen rund 400 junge Menschen.
Niedersorbisch gilt als vom Aussterben bedroht
Möglich wurde das neue Angebot durch das Zusammenwirken des Wissenschaftsministeriums, des Rates für Angelegenheiten der Sorben/Wenden (RASW), des Sorbischen Instituts sowie von Kommunen und Schulen in der Niederlausitz. „Die Lehrkräfte werden hier dringend erwartet“, heißt es von der BTU. Bei der Vorstellung des Studienangebots im April hatte der RASW-Vorsitzende Marcus Koinzer auf den „anhaltend hohen Bedarf an Sorbisch/Wendisch-Lehrkräften“ verwiesen.
VollzeitBewerbung bis 25.10.Assistenzarzt (m/w/d) Hämatologie/ OnkologieMedizinische Universität Lausitz – Carl Thiem · CottbusZur Stelle →Alle 405 Stellen in Südbrandenburg →„Niedersorbisch/Wendisch ist eine vom Aussterben bedrohte Sprache, die dringend der Vermittlung in den Schulen bedarf“, sagte damals Delia E. Münch, bildungspolitische Sprecherin des RASW. Prof. Dr. Hauke Bartels, Direktor des Sorbischen Instituts, betonte: „Eine ausreichende Anzahl gut ausgebildeter Niedersorbisch-Lehrkräfte an Grundschulen ist eine notwendige Bedingung für den Erhalt der niedersorbischen Sprache in Brandenburg.“
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Red. / Presseinformation













