Die Stadtverordneten von Baruth/Mark haben den Bebauungsplan für ein Dosenwerk neben dem bestehenden Getränkewerk beschlossen. Knapp 17 Hektar Kiefernwald weichen dafür. Wie die Anlage mit Wasser versorgt werden soll, steht in den Unterlagen – und überrascht.
Knapp 17 Hektar Wald für Dosen und Logistik
Der Beschluss fiel am Donnerstagabend als Punkt 17 der Tagesordnung. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa stimmten zwölf Stadtverordnete dafür, zwei dagegen, einer enthielt sich. Die Niederschrift der Sitzung ist noch nicht veröffentlicht; die Aufzeichnung steht auf der Internetseite der Stadt. Erweitert wird das Industriegebiet Bernhardsmüh um rund 16,9 Hektar, der gesamte Geltungsbereich des Plans umfasst 19,2 Hektar. Entstehen sollen dort ein Dosenwerk und ein Logistikzentrum.
Bauherr ist die Brandenburger Urstromquelle GmbH, die an dem Standort bereits Getränke abfüllt. Das Industriegebiet insgesamt ist rund 200 Hektar groß. Baruth/Mark liegt im Landkreis Teltow-Fläming an der B96, gut eine Autostunde von Cottbus entfernt.
Das Brauchwasser soll aus der Kläranlage kommen
Am meisten diskutiert wird beim Thema Getränkeindustrie in Brandenburg das Grundwasser. Zu diesem Punkt steht in der Begründung des Bebauungsplans etwas, das in den bisherigen Meldungen fehlt.
Das Dosenwerk braucht demnach täglich bis zu 750 Kubikmeter Brauchwasser. Dieser Bedarf soll nicht aus dem Grundwasser gedeckt werden, sondern aus dem gereinigten Abwasser der neuen kommunalen Kläranlage im Industriegebiet. Sie soll 2028 betriebsbereit sein und dann täglich rund 1.500 Kubikmeter aufbereitetes Wasser zur Verfügung stellen. Ein Erfordernis höherer Grundwasserentnahmen ergebe sich daraus nicht, heißt es ausdrücklich.
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An Trinkwasser kommen 30 Kubikmeter am Tag dazu, 25 für das Dosenwerk und fünf für das Logistikzentrum. Dass der städtische Eigenbetrieb WABAU diese Menge liefern kann, hat er nach Angaben der Stadt bestätigt.
Aus 200 Beschäftigten sollen fast 600 werden
Beim Kauf der Brandenburger Urstromquelle durch die Unternehmen Rauch und Red Bull wurden nach Darstellung der Stadt rund 200 Arbeitsplätze gesichert. Für den ausgebauten Standort rechnet das Verkehrsgutachten mit 598 Beschäftigten.
Diese Zahl ist eine Planungsannahme für die Verkehrsprognose, keine Zusage des Unternehmens – sie zeigt aber, in welcher Größenordnung gedacht wird. Gerechnet wird am Ende mit 1.745 Fahrzeugen pro Tag, darunter 383 Lastwagen.
Warum der Plan neu aufgestellt werden musste
Der Beschluss hat eine Vorgeschichte. Einen Bebauungsplan für das Vorhaben gab es schon: beschlossen im September 2024, bekanntgemacht im Februar 2025. Am 19. Februar 2026 setzte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ihn per Eilentscheidung vorläufig außer Vollzug.
Mit einer Entscheidung in der Hauptsache ist frühestens 2027 zu rechnen. So lange wollte die Stadt nicht warten: Im März 2026 leitete sie das Verfahren für einen neuen Plan ein, der den alten zugleich aufhebt. Das ist der Plan, der jetzt beschlossen wurde.
Was Behörden und Bürger eingewendet haben
Öffentlichkeit und Behörden konnten sich zweimal äußern, zuletzt zwischen dem 13. Juli und dem 19. August. Die Einwendungen drehten sich um geschützte Tier- und Pflanzenarten, namentlich Fledermäuse, Vögel und Flechten, um den Grundwasserkörper, um Gewerbe- und Verkehrslärm, um Treibhausgase und um das Landschaftsbild.
Nachlesen lässt sich das alles: Zur Vorlage gehören 28 öffentlich abrufbare Dokumente, darunter die Planurkunde, eine 65-seitige Begründung mit Umweltbericht sowie Gutachten zu Artenschutz, Schall, Klima, Verkehr, Lufthygiene und Hydrologie. Sie stehen im Bürgerinformationssystem der Stadt Baruth/Mark.
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Red. / Presseinformation







