Die vier Segmente der Berliner Mauer auf dem Platz der Deutschen Einheit in Cottbus sollen künftig stärker als Bildungs- und Erinnerungsort zur Deutschen Teilung dienen. Wie die Stadt Cottbus mitteilte, hat Oberbürgermeister Tobias Schick eine entsprechende Anregung des Vereins Aufarbeitung Cottbus e.V. aufgegriffen und Unterstützung zugesichert. Zu den ersten Ideen gehören ein digitaler Informationsbildschirm und eine stärkere Vernetzung mit weiteren geschichtsträchtigen Orten der Stadt.
Mauersegmente in Cottbus sollen Bildungsort werden
Seit 2011 stehen vier Originalsegmente der Berliner Mauer auf dem Platz der Deutschen Einheit neben dem Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum der BTU Cottbus-Senftenberg. Damit befinden sich die Mauerstücke inzwischen seit 15 Jahren an diesem Standort. Nach Angaben der Stadt Cottbus handelt es sich um eine Dauerleihgabe der Stiftung Berliner Mauer. Deren Direktor Prof. Axel Klausmeier und der frühere BTU-Professor Leo Schmidt hatten den Gedenkort für Cottbus initiiert.
Nun soll der Standort als Bildungs- und Erinnerungsort „Deutsche Teilung“ stärker profiliert werden. Den Anstoß dazu gab laut Stadt der Verein Aufarbeitung Cottbus e.V. Oberbürgermeister Tobias Schick nahm die Idee bei einem gemeinsamen Gespräch auf und sagte Unterstützung zu.
„Wir wollen geschichtlich nichts zurechtrücken, sondern die Besucherinnen und Besucher, vor allem junge Leute, befähigen, Geschichte und Gegenwart selbst zu bewerten und einzuordnen“, erklärte Schick. Der Gedenkort sei damit zugleich ein Bildungsort. Zudem verwies der Oberbürgermeister auf das räumliche Zusammenspiel mit der Universitätsbibliothek.
Geschichtliche Orte in Cottbus stärker vernetzen
Dem Verein Aufarbeitung Cottbus geht es nach eigenen Angaben außerdem darum, unterschiedliche Generationen miteinander über Geschichte ins Gespräch zu bringen. „Geschichte ist hier mit den Händen zu greifen“, erklärte der Vereinsvorsitzende Christoph Polster. Unterschiedliche Sichtweisen sollten dabei einbezogen werden.
Darüber hinaus sollen nach Vorstellung des Vereins verschiedene geschichtsträchtige Orte und Projekte in Cottbus stärker miteinander verknüpft werden. Polster nannte in diesem Zusammenhang unter anderem das Projekt Stolpersteine, das Menschenrechtszentrum sowie die Erinnerung an den Bombenangriff auf Cottbus vom 15. Februar 1945.
Für die weitere Profilierung des Erinnerungsortes sollen in den kommenden Monaten neben der BTU Cottbus-Senftenberg und der Stiftung Berliner Mauer auch umliegende Schulen, Cottbuser Unternehmen und weitere Initiativen gewonnen werden. Konkrete Details zur Umsetzung stehen nach Angaben der Stadt noch nicht fest.
Digitaler Infobildschirm für den Gedenkort im Gespräch
Erste Ideen gibt es dennoch bereits. Dazu gehört die Installation eines digitalen Informationsbildschirms. Außerdem soll über mögliche bauliche Aufgaben am Standort sowie den künftigen Umgang mit Graffiti gesprochen werden, die nicht auf den Originalen der Mauersegmente vorhanden waren.
Die Pläne fallen in ein geschichtsträchtiges Jahr: Am 13. August 2026 jährt sich der Beginn des Baus der Berliner Mauer zum 65. Mal. Die DDR begann 1961 mit der Abriegelung der Grenze in Berlin. Nach friedlichen Massenprotesten in der DDR kam es am 9. November 1989 zur ersten Grenzöffnung und zum Fall der Berliner Mauer.
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht
Red. / Presseinformation




