Wer in diesem Jahr noch eine Lehrstelle sucht, hat weiterhin gute Chancen. Derzeit sind 221 Ausbildungsplätze in Spree-Neiße unbesetzt, wie die Pressestelle des Landkreises unter Berufung auf das Jobcenter mitteilt. Besonders Handel und Gastronomie suchen Nachwuchs.
Ausbildungsplätze in Spree-Neiße vor allem im Handel
Am stärksten gefragt sind Kaufleute im Einzelhandel: Dort sind 28 Stellen offen. Anschließend folgen 18 freie Plätze für Verkäuferinnen und Verkäufer sowie neun für angehende Köchinnen und Köche. Zusammen macht das 55 der insgesamt 221 unbesetzten Stellen aus.
Auffällig ist, dass sich die größten Lücken im Handel und in der Gastronomie zeigen. Beide Branchen prägen die Innenstädte der Region und klagen seit Jahren über fehlenden Nachwuchs. Die übrigen freien Ausbildungsplätze in Spree-Neiße verteilen sich auf zahlreiche weitere Berufe.
Jobcenter rät zu Praktika in den Sommerferien
Sandra Kattwinkel, Werkleiterin des Jobcenters Spree-Neiße, empfiehlt Unentschlossenen den praktischen Weg. „Wer sich noch nicht sicher ist und noch Zeit für die eigene berufliche Orientierung benötigt, der sollte viele kurze Einblicke in die Berufswelt erhalten. Durch Praktika können leicht Erfahrungen gesammelt werden“, erklärt sie.
Die Sommerzeit sei dafür ideal, so Kattwinkel weiter. Über die Praktikumsbörse der Lausitz ließen sich unkompliziert Kontakte zu Arbeitgebern knüpfen. Sie selbst profitiere bis heute von Kenntnissen, die sie beim Hineinschnuppern in andere Berufsfelder gewonnen habe. Erst durch wiederholtes Erleben neuer Situationen entwickelten junge Menschen Selbstvertrauen und Motivation.
Zwei Ausbildungsbörsen im September
Wer dagegen lieber direkt mit Unternehmen sprechen möchte, bekommt im September Gelegenheit dazu. Am 11. September 2026 findet zunächst eine Ausbildungsbörse in Guben statt, anschließend folgt am 19. September die BOS Spremberg. Dort können Jugendliche sich über einzelne Berufe informieren und teils gleich eine Schnupperwoche vereinbaren.
Zusätzlich verweist der Landkreis auf die landesweite Ausbildungskampagne unter dem Motto „Brandenburg will Dich! Hier hat Ausbildung Zukunft.“ Sie bündelt Informationen zu Ausbildungswegen und Perspektiven im Land.
Arbeitslosigkeit steigt saisonbedingt leicht
Parallel meldet der Landkreis einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Im Juli 2026 lag die Quote bei 6,6 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Der Landkreis führt das vor allem auf die Sommerpause zurück, in der viele Betriebe weniger einstellen.
Im Rechtskreis SGB III waren 1.199 Menschen arbeitslos gemeldet, 28 mehr als im Juli 2025. Im Bereich des Jobcenters (SGB II) waren es 2.501 Personen und damit exakt eine mehr als ein Jahr zuvor. Die Quoten liegen bei rund 2,1 beziehungsweise 4,5 Prozent.
Deutlicher Anstieg bei den Jüngeren
Auffällig entwickelt sich die Lage bei den unter 25-Jährigen. Im Rechtskreis SGB II waren im Juli 231 Jugendliche arbeitslos gemeldet, das sind 56 mehr als ein Jahr zuvor. Die anteilige Quote liegt bei etwa 5,3 Prozent.
Damit stehen sich zwei Entwicklungen gegenüber: Auf der einen Seite bleiben Hunderte Ausbildungsplätze in Spree-Neiße unbesetzt, auf der anderen Seite finden mehr junge Menschen keine Beschäftigung. Beide Zahlen stammen aus derselben Auswertung des Jobcenters.

Titelbild: Kristin Schiller (Symbolbild), Grafik: Jobcenter Spree-Neiße
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