Der Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog hat sich zum Großbrand ausgeweitet. Nach Angaben der Feuerwehr der Stadt Jüterbog brennt gegenwärtig eine Fläche von 150 Hektar. Zur Unterstützung ist die Waldbrandeinheit Nord vor Ort, ein Überspringen der Flammen soll mit Riegelstellungen verhindert werden.
Waldbrandeinheit Nord unterstützt vor Ort
Die Feuerwehr der Stadt Jüterbog spricht von einem Brandeinsatz auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz mit einer betroffenen Fläche von derzeit 150 Hektar. Zur Unterstützung der örtlichen Kräfte ist die Waldbrandeinheit Nord im Einsatz – eine überörtliche Spezialeinheit für die Bekämpfung von Vegetationsbränden. Damit die Flammen nicht auf angrenzende Bereiche überspringen, arbeiten die Einsatzkräfte mit sogenannten Riegelstellungen: Sie beziehen Position an definierten Linien und halten das Feuer dort auf, statt direkt in die Brandfläche vorzudringen. Ein weiteres Update kündigte die Feuerwehr an.

Rauch über dem ehemaligen Truppenübungsplatz. Foto: Christiane Lindner-Klopsch
Sturmböen erschweren die Lage zusätzlich
Erschwerend kommt das Wetter hinzu: Für den Abend war ab 20 Uhr eine Warnung vor Sturmböen ausgegeben worden. Kräftige Böen können ein Feuer anfachen und Funkenflug über Schutzstreifen hinwegtragen – bei einem ohnehin schwer zugänglichen Gelände ein zusätzliches Risiko für die Einsatzkräfte.
Feuer läuft auf die Brandfläche von 2019 zu
„Seit heute brennt auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz West erneut“, schreibt die Bürgermeisterin. Das Feuer breite sich in Richtung der bereits 2019 betroffenen Fläche aus. Einsatzkräfte seien vor Ort und arbeiteten mit großem Engagement daran, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Entscheidend ist derzeit, dass die Flammen die angelegten Schutzstreifen nicht überspringen: „Noch ist das Feuer innerhalb der Waldbrandschutzstreifen. Der Wind bereitet den Einsatzkräften weiter Probleme.“

Einsatzkräfte am Brandort. Foto: Christiane Lindner-Klopsch
Warnradius erweitert wegen starker Rauchentwicklung
Die Leitstelle hat am Nachmittag eine Warnmeldung über die Warn-Apps herausgegeben. Darin ist von einem ausgedehnten Brand mit erheblicher Rauchentwicklung auf dem Truppenübungsplatz die Rede. Die Warnung erstreckt sich auf Bereiche in Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark, genannt werden unter anderem Jüterbog, Treuenbrietzen und Luckenwalde. Die Gefahrenstufe wird als gering eingeschätzt. Anwohnerinnen und Anwohner sind aufgerufen, das Gebiet zu meiden sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Im Verlauf des Tages wurde der Warnradius noch einmal ausgeweitet. Die Regionalleitstelle Brandenburg an der Havel meldete, dass auch Treuenbrietzen erneut rauchbelastet sei, und rief dazu auf, Fenster und Türen zu schließen sowie Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten. Zudem sollten Nachbarn informiert und bei Bedarf unterstützt werden.
Entwarnung für die Nachbargemeinden
Weil der Rauch je nach Windrichtung weit getragen wird, erreichten auch benachbarte Kommunen besorgte Anfragen. Die Gemeinde Am Mellensee gab deshalb Entwarnung: Vor allem aus Sperenberg und Kummersdorf-Gut habe es Hinweise gegeben, der Brand könne die Gemeinde direkt betreffen. Das sei nicht der Fall – es brenne dort nichts, die wahrnehmbaren Rauchschwaden und Gerüche stammten vom Feuer bei Jüterbog. Direkt betroffen sei derzeit vor allem der Bereich Jüterbog selbst; Treuenbrietzen und Luckenwalde lägen im erweiterten Warnradius und bekämen vor allem Rauch und Geruch ab, ohne dass dort akut Gefahr bestehe.
Was Anwohner jetzt beachten sollten
Wo der Rauch stark wahrnehmbar ist, empfehlen die Behörden, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten. Anstrengende Aktivitäten im Freien sollten reduziert werden – besonders von Menschen mit empfindlichen Atemwegen. Aktuelle Warnmeldungen finden sich in der NINA-Warn-App und beim Landkreis Teltow-Fläming.
Munitionsbelastung macht Löschen schwierig
Der ehemalige Truppenübungsplatz ist mit Altmunition belastet. Ein direkter Löschangriff ist dort in der Regel nicht möglich, weil bei Bränden immer wieder Detonationen auftreten können. Die Feuerwehr arbeitet deshalb vom Rand des Geländes aus und setzt auf vorbereitete Brandschutzstreifen, an denen das Feuer gestoppt werden soll. Genau dieses Vorgehen prägte auch die früheren Einsätze auf dem Areal.
Nicht der erste Brand in diesem Sommer
Für die Region ist es nicht der erste Einsatz dieser Art. Anfang Mai hatte sich ein Feuer auf dem Gelände auf 113 Hektar ausgeweitet, Mitte Juli brannte es dort erneut. Bereits 2019 waren auf dem Truppenübungsplatz rund 130 Hektar in Flammen aufgegangen. Begünstigt wird die Lage durch die anhaltende Trockenheit und die Hitze dieser Tage – für Südbrandenburg gilt derzeit eine Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes.
Dank an die Einsatzkräfte
Die Bürgermeisterin dankte den Feuerwehrleuten ausdrücklich: „Mein herzlicher Dank gilt allen Kameradinnen und Kameraden, die auch heute wieder im Einsatz sind. Ihr zeigt mit eurem Engagement, eurer Professionalität und eurer Einsatzbereitschaft, wie wichtig eure Arbeit für unsere Gemeinschaft ist.“ Ihr Appell an die Einsatzkräfte: „Passt auf euch auf und kommt gesund wieder zurück.“
Archivbild vom Waldbrand bei Jüterbog am 14. Juli 2026. Foto: T. Neubauer/brandenburg.media
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