Die Brandenburger Regionalfluggesellschaft Air Uniqon hat am 22. April ihren 100. Tag im Flugbetrieb gefeiert. Seit dem Erstflug am 12. Januar absolvierte die Airline rund 300 Flüge und beförderte mehrere Tausend Passagiere. Das geht aus einem Gespräch mit Geschäftsführer Fabian Rosenberg auf der AERO 2026 in Friedrichshafen hervor.
Pünktlichkeitsquote von 94 Prozent nach 100 Tagen
Air Uniqon mit Betriebs- und Kundencenter am Verkehrslandeplatz Welzow zog auf der Luftfahrtmesse AERO eine erste Bilanz. „Das Angebot wird angenommen“, sagte Geschäftsführer Fabian Rosenberg im Gespräch mit Niederlausitz aktuell. Innerhalb der ersten 100 Tage habe die Airline rund 300 Flüge durchgeführt und mehrere Tausend Passagiere transportiert. Die Pünktlichkeitsquote liege bei 94 Prozent.
Die virtuelle Fluggesellschaft verbindet seit dem 12. Januar 2026 den Flughafen Friedrichshafen am Bodensee mit Berlin, Hamburg und Düsseldorf. Die Flüge werden mit einer Bombardier Dash 8-400 der deutschen Partnergesellschaft Avanti Air durchgeführt. Die Maschine bietet Platz für 78 Passagiere.
Hamburg-Strecke am stärksten gebucht
Nach Angaben Rosenbergs werde die Verbindung nach Hamburg am besten angenommen, gefolgt von Berlin und Düsseldorf. Air Uniqon sei zudem die einzige Airline, die Baden-Württemberg direkt mit Nordrhein-Westfalen verbinde. Aus Stuttgart gebe es keine vergleichbare Direktverbindung.
Neben Geschäftsreisenden nutzten auch Freizeitreisende und Familien das Angebot – in beide Richtungen. Auch Bundestagsabgeordnete würden die Verbindung regelmäßig zur Sitzungswoche nutzen, so der Geschäftsführer.
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Anbindung an europäisches Drehkreuz geplant
Als nächsten Entwicklungsschritt kündigte Rosenberg eine Anbindung Friedrichshafens an ein größeres europäisches Drehkreuz an. Das Unternehmen befinde sich in Gesprächen, die Veröffentlichung sei innerhalb der nächsten 100 Tage geplant.
Die Region Bodensee liege in einem Verkehrsschatten und sei auf dem Landweg schwer zu erreichen, erklärte der Geschäftsführer. Genau dort setze Air Uniqon an: Mit großen Industrieunternehmen wie Liebherr, MTU, ZF und Airbus in der Region bestehe eine konkrete Nachfrage nach Geschäftsverbindungen in andere deutsche Wirtschaftszentren.
Kerosinpreise als zentrale Herausforderung
Eine Belastung für das Geschäftsmodell sei die Verdopplung der Kerosinpreise. Die Airline habe darauf mit einer leichten Anhebung der Ticketpreise reagiert, blicke aber dennoch optimistisch nach vorn. „Wir sind erstmal dennoch optimistisch, dass wir das alles auf die Reihe bekommen“, so Rosenberg.
Eine endgültige Bilanz wollte der Geschäftsführer nach 100 Tagen noch nicht ziehen. Üblicherweise brauche es ein Dreivierteljahr bis ein Jahr, um eine neue Verbindung im Markt zu etablieren. Air Uniqon wurde im November 2025 gegründet, vier Wochen später startete der Ticketverkauf, am 12. Januar folgte der Erstflug.
IHK Cottbus sieht Signal für Brandenburger Luftfahrt
Auch der amtierende Präsident der IHK Cottbus, Jens Warnken, würdigte die junge Airline am Rande der AERO. Warnken war selbst mit Air Uniqon vom BER nach Friedrichshafen gereist und nannte die Verbindung „großartig“. In Brandenburg tue sich aktuell „im Kleinen wie im Großen“ eine Menge in der Luftfahrt – die neue Verbindung sei dafür ein gutes Zeichen.
Mit Blick auf die unternehmerische Leistung verwies der IHK-Präsident auf den Mut, eine virtuelle Airline mit Partnergesellschaft aufzubauen. Es brauche solche „Local Player“ mit Idee und Umsetzungswillen, um die Luftfahrt in Brandenburg über den BER hinaus weiterzuentwickeln. Auch kleinere Verkehrslandeplätze wie Schönhagen, Neuhausen oder Cottbus gehörten stärker in den Fokus.
Antje Wendenburg, die den IHK-Gemeinschaftsstand auf der AERO organisierte, hob die Air-Uniqon-Verbindungen ebenfalls hervor. Die Präsentation der Strecken zwischen Friedrichshafen und Berlin, Hamburg sowie Düsseldorf habe am Stand besondere Aufmerksamkeit erhalten. Für viele AERO-Besucher seien die Flüge eine komfortable Alternative zu langen Bahn- oder Autofahrten gewesen. Realisiert wurden die Verbindungen in Zusammenarbeit mit Avanti Air und dem Flugplatz Welzow.
Standort Welzow profitiert von der Airline
Auch am Lausitzer Standort wirkt sich die Airline aus. Frank Steckling, Geschäftsführer der Flugplatzbetriebsgesellschaft Welzow, berichtete auf der AERO von einer „sehr guten Win-Win-Situation“. Im Hintergrund würden am Verkehrslandeplatz Mitarbeitende die operativen Abläufe und das Kundenmanagement der Airline steuern. Sollte sich Air Uniqon weiter positiv entwickeln, sollen weitere Arbeitskräfte gesucht werden.
Mehr zur Lausitzer Präsenz auf der AERO 2026 mit allen Interviews und einem Überblick zum IHK-Gemeinschaftsstand: Hier zum AERO-Artikel
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