Die Bundespolizei hat von Januar bis Juli 1.759 unerlaubte Einreisen in ihrem Berliner Direktionsbereich festgestellt – so wenige wie seit 2021 nicht mehr. Zwei Jahre zuvor waren es im selben Zeitraum fast viermal so viele. Zuständig ist die Direktion auch für die Grenze in Südbrandenburg.
Unerlaubte Einreisen: 73 Prozent weniger als 2024
Die Bundespolizeidirektion Berlin hat ihre Zahlen bis Juli 2026 vorgelegt, monatsgenau ab 2021. Vergleicht man jeweils Januar bis Juli, ergibt sich ein deutlicher Verlauf:

Gegenüber dem Höchststand von 2024 ist das ein Rückgang um rund 73 Prozent. Auch innerhalb des laufenden Jahres geht die Zahl zurück: Im Januar waren es 268 Feststellungen, im Juli 174.
Der Höhepunkt lag im Herbst 2023
Über die gesamte Reihe betrachtet waren die vollen Jahre 2023 mit 15.075 und 2024 mit 9.804 Feststellungen die stärksten. Zum Vergleich: 2021 waren es 8.405, 2022 dann 7.419 und 2025 noch 5.231.
Die höchsten Einzelmonate stammen aus dem September 2023 mit 3.335 und dem Oktober 2021 mit 3.014 Feststellungen. Solche Spitzen gibt es in den aktuellen Zahlen nicht mehr – der bislang stärkste Monat des Jahres 2026 liegt bei 305.
Zusätzlich weist die Bundespolizei für 2026 bislang 2.119 Personen aus, die unmittelbar an der Grenze oder im Zusammenhang mit einem illegalen Grenzübertritt zurückgewiesen oder zurückgeschoben wurden. Diese polizeirechtliche Zurückweisung muss laut Bundespolizei nicht zwangsläufig mit einer strafrechtlich unerlaubten Einreise zusammenhängen.
Was das für Südbrandenburg bedeutet
Die Bundespolizeidirektion Berlin ist nicht nur für die Hauptstadt zuständig, sondern auch für Brandenburg – und damit für den Grenzabschnitt zu Polen, der von Frankfurt (Oder) über Guben bis Forst durch unser Verbreitungsgebiet verläuft.
Wie sich das im Alltag zeigt, war Anfang Juli zu sehen: Bei einer Kontrolle auf der A15 bei Forst wies die Bundespolizei 15 Reisenden die Einreise ab. Eine Aufschlüsselung nach einzelnen Grenzübergängen oder Landkreisen enthält die aktuelle Statistik allerdings nicht.
Wie belastbar die Zahlen sind
Die Bundespolizei weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um Werte der polizeilichen Eingangsstatistik handelt. Diese können sich durch Nacherfassungen oder Maßnahmen der Qualitätssicherung nachträglich noch geringfügig ändern.
Die Statistik erfasst zudem nur das, was der Bundespolizei bekannt geworden ist – über nicht entdeckte Einreisen sagt sie nichts aus.
Grafik: NIEDERLAUSITZ aktuell, Datenquelle Bundespolizeidirektion Berlin
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Red. / Presseinformation






