Am Umspannwerk Ragow bei Lübbenau gibt es jetzt Baurecht für einen großen Energiestandort. Die Stadtverordneten haben am Mittwoch, 7. Oktober, den Bebauungsplan beschlossen. Geplant sind dort Batteriespeicher mit zusammen rund 850 Megawatt. Das geht aus der Ergebnisniederschrift der Sitzung hervor.
Abwägung zum Umspannwerk Ragow ohne Gegenstimme
Zum Bebauungsplan „Energiestandort am Umspannwerk Ragow“ waren 48 Stellungnahmen eingegangen, unter anderem von Landesbehörden, dem Landkreis, den Nachbarstädten Lübben und Luckau, Naturschutzverbänden und der Bundeswehr. Die Stadtverordneten folgten den Abwägungsvorschlägen der Verwaltung bei jeder einzelnen Stellungnahme mit 23 Ja-Stimmen, ohne Nein-Stimmen und Enthaltungen. Anschließend beschlossen sie den Plan in der Fassung vom 7. Oktober als Satzung, laut Niederschrift ungeändert.
Der Entwurf hatte vom 11. März bis 15. April öffentlich ausgelegen. Nach Änderungen am Plan folgte vom 31. August bis 14. September eine zweite, verkürzte Auslegung. Die Pläne vor der Abstimmung hatte NIEDERLAUSITZ aktuell im Vorbericht zur Sitzung vorgestellt.
Batteriespeicher mit rund 850 Megawatt geplant
Das Plangebiet liegt südlich von Ragow zwischen der Berliner Chaussee (L 49), der Verbindungsstraße Krimnitz–Klein Radden und der Autobahn 13. Es umfasst laut Planbegründung rund 123 Hektar, davon werden rund 80 Hektar Landwirtschaftsfläche neu in Anspruch genommen. Festgesetzt sind Sondergebiete für Großbatteriespeicher mit mehr als 50 Megawatt Nennleistung und für Photovoltaik sowie ein Gewerbegebiet.
Die Begründung beschreibt drei Investoren, ohne Namen: einer plant Speicher mit 300 und 100 Megawatt, ein zweiter einen Speicher mit 450 Megawatt, ein dritter eine Photovoltaikanlage. Mit allen hat die Stadt städtebauliche Verträge unterzeichnet. Im Frühjahr 2025 hatte die Stadt dces, Harmony Energy und European Energy als Vorhabenträger vorgestellt, wie NIEDERLAUSITZ aktuell berichtete. Schon Ende April 2025 berichtete NIEDERLAUSITZ aktuell über das Vorhaben: Grünes Licht für Energie-Zukunft am Umspannwerk Ragow.
Landkreis muss den Bebauungsplan noch genehmigen
Weil der Flächennutzungsplan für das Gebiet am Umspannwerk Ragow noch nicht wirksam ist, muss der Landkreis Oberspreewald-Lausitz den Bebauungsplan noch genehmigen. Erst danach kann er bekannt gemacht werden und in Kraft treten. Passend dazu bekommt die Kreisstraße K 6631 ab dem Ortsausgang Ragow bis zur geplanten Zufahrt des Energiestandorts den Namen „Klein Raddener Straße“, auch das beschlossen die Stadtverordneten.
Ortsteilbudget geht zurück in den Hauptausschuss
Nicht entschieden ist dagegen, wie die Ortsteile von den Energieanlagen profitieren. Mit einer Absichtserklärung sollten alle Ortsteile gleichberechtigt an den Einnahmen aus der Sonderabgabe für Erneuerbare-Energien-Anlagen beteiligt werden, unabhängig davon, wo die Anlagen stehen. Die Ortsteilbudgets von derzeit fünf Euro je Einwohner sollten schrittweise auf zehn Euro steigen, ohne Rechtsanspruch und nur bei ausgeglichenem Haushalt. Die Stadtverordneten verwiesen die Vorlage zurück in den Hauptausschuss. Gründe nennt die Niederschrift nicht.
Weitere Beschlüsse der Stadtverordneten Lübbenau
Beschlossen wurde der Wirtschaftsplan 2027 des städtischen Eigenbetriebs Lübbenauer Immobilienverwaltung, unter anderem mit dem Neubau von Bauhof und Katastrophenschutz-Standort. Am Nordkopf werden die neuen Abschnitte von Berliner Straße und Karl-Marx-Straße bis zu den Kreisverkehren an der Bahnstrecke nach den bestehenden Straßen benannt, ein Teil der alten Berliner Straße heißt künftig Richtersgarten. Die Planstraße im Wohngebiet Max-Plessner-Straße–Dammstraße wird Reklinweg.
VollzeitBewerbung bis 16.10.Sachbearbeiter Lebensmittelkontrolleur (m/w/d)Landkreis Spree-Neiße · CottbusZur Stelle →Alle 404 Stellen in Südbrandenburg →Außerdem gilt der Grundsatzbeschluss zum sogenannten Bau-Turbo nun auch für Fälle nach Paragraf 31 Absatz 3 und Paragraf 34 Absatz 3b Baugesetzbuch. Die Ergänzungssatzung „Boblitzer Schulstraße“ wurde beschlossen, die Abwägung fiel jeweils mit 24 Ja-Stimmen aus. Den Haushalt 2027 beriet die Stadtverordnetenversammlung in erster Lesung, beschlossen wird er später. Die Unterlagen sind im Ratsinformationssystem der Stadt abrufbar.
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