Auf dem früheren Flugplatz zwischen Schipkau und Schwarzheide soll auf 130 Hektar ein Industriegebiet entstehen. Ab Montag liegt der dritte Entwurf aus. Wer hineinschaut, findet die Ausgleichsflächen über die halbe Region verteilt – bis nach Potsdam-Mittelmark.
Was auf dem früheren Flugplatz entstehen soll
Das Gelände ist ortsbekannt: der ehemalige Sonderlandeplatz Schwarzheide-Schipkau, rund 130 Hektar groß, im Osten begrenzt von der Landesstraße 55 und der Autobahn 13, im Norden vom Kippenrandgraben und einer bewaldeten Hochkippe der alten Tagebaue. Heute ist die Fläche überwiegend Grünland.
Weil das Areal teils in der Gemarkung Schipkau, teils in der Gemarkung Schwarzheide liegt, haben Gemeinde und Stadt 2022 einen Planungsverband gegründet. Im November desselben Jahres fasste er den Aufstellungsbeschluss. Geplant ist ein interkommunales Industriegebiet für Großansiedlungen – also für Betriebe, die anderswo in der Region keinen Platz finden.
Die Vorgeschichte reicht weiter zurück. Im Juli 2025 unterzeichneten Schwarzheide, Schipkau und BASF eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung; im Mai dieses Jahres bestätigte der Industriepark Lausitz seine Unterstützung. Vermarktet wird das Industriegebiet unter dem Leitbild „Net Zero Valley Lausitz“.
Der Ausgleich reicht bis Potsdam-Mittelmark
Wer für ein Industriegebiet 130 Hektar Grünland und Wald bebaut, muss das an anderer Stelle ausgleichen. Bemerkenswert ist, wie weit diese Stellen auseinanderliegen. In Schwarzheide, Schipkau, Klettwitz, Meuro, Annahütte und Hörlitz werden Waldränder entwickelt und Flächen aufgeforstet.
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Der größere Teil liegt jedoch außerhalb beider Kommunen: Erstaufforstungen in Wiesenburg/Mark und Görzke im Landkreis Potsdam-Mittelmark, strukturreiche Waldränder in Großräschen, Spremberg, Neu-Seeland, Calau, Lichterfeld-Schacksdorf und Neuhausen/Spree. Dazu kommt die Umwandlung von Acker in Dauergrünland und Trockenrasen – unter anderem in Lauchhammer, Elsterwerda, Doberlug-Kirchhain, Kolkwitz, Felixsee und Uebigau-Wahrenbrück.
Gezählt sind das mehr als 60 einzelne Maßnahmen in über 20 Orten. Wer dort Land bewirtschaftet, hat es also mit einem Vorhaben zu tun, das rund hundert Kilometer entfernt geplant wird.
Diesmal zählen nur die geänderten Punkte
Es ist bereits die dritte Auslegung binnen acht Monaten. Der erste Entwurf lag im Februar und März aus, der zweite im Juni und Juli. Beide Male gingen Stellungnahmen ein, die Änderungen nötig machten.
Bei dieser Runde ist die Beteiligung ausdrücklich eingeschränkt: Es geht nur um das, was seit Juli neu ist. Und das sind fast ausschließlich die Ausgleichsflächen – eine wurde verlegt, zwei wurden in ihrem Umfang geändert, eine entfällt, zwölf kommen hinzu. Dazu kommen markierte Änderungen in Begründung und Umweltbericht. Zu allem übrigen können Einwände jetzt nicht mehr vorgebracht werden.
Offen blieb 2025 die Zukunft des Aero-Clubs Schwarzheide, der nach eigenen Angaben einen Pachtvertrag bis 2030 hält und sich damals vor dem Landgericht Cottbus gegen dessen Kündigung wehrte. Wie das Verfahren ausgegangen ist, ist nicht öffentlich bekannt.
Wo der Entwurf ab Montag einzusehen ist
Ausgelegt wird vom 21. September bis einschließlich 5. Oktober – im Bauamt der Stadtverwaltung Schwarzheide, Ruhlander Straße 102, Zimmer 218.1, und im Bauamt der Gemeindeverwaltung Schipkau in der Schulstraße 4 im Ortsteil Klettwitz. Online stehen die Unterlagen im Beteiligungsportal des Landes Brandenburg.
Stellungnahmen nehmen beide Bauämter entgegen, schriftlich oder zur Niederschrift, ebenso per E-Mail an [email protected] und [email protected]. Wer die Frist verstreichen lässt, riskiert, dass seine Einwendung beim Beschluss über das Industriegebiet unberücksichtigt bleibt.
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Red. / Presseinformation







