Beim Stromzählerwechsel in Calau ist Vorsicht geboten: Die Stadt warnt vor Schreiben der Deutschen Messwesen GmbH aus Berlin, in denen Bürgerinnen und Bürgern der Tausch ihrer Stromzähler gegen Smart Meter angeboten wird. Die Texte wirkten teilweise verpflichtend, seien tatsächlich aber ein gewerbliches Angebot, teilt die Stadt mit.
Bislang die Otto-Nuschke-Straße betroffen
Nach Angaben der Stadt haben vorerst Haushalte in der Otto-Nuschke-Straße entsprechende Post erhalten. Es sei aber durchaus möglich, dass künftig auch weitere Einwohner Schreiben bekommen. Die Stadt rät, die Briefe aufmerksam zu lesen und ihren Inhalt sorgfältig zu prüfen, bevor jemand etwas unterschreibt oder beauftragt.
Wann ein Smart Meter wirklich Pflicht ist
Ein digitaler Stromzähler ist längst nicht für jeden Haushalt sofort notwendig. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein intelligentes Messsystem nur bei einem Jahresstromverbrauch über 6.000 Kilowattstunden, bei Erzeugungsanlagen wie Photovoltaik mit mehr als 7 Kilowatt Leistung sowie bei steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Wallboxen. Gerade in den Wohnblöcken der Otto-Nuschke-Straße dürfte der tatsächliche Bedarf nach Einschätzung der Stadt in vielen Fällen eher gering sein.
Beim Preis lohnt der Vergleich
Auffällig ist der Kostenunterschied: Das Angebot der Deutschen Messwesen GmbH liegt bei 99 Euro im Jahr. Beim grundzuständigen Messstellenbetreiber gilt dagegen eine gesetzliche Preisobergrenze von 50 Euro jährlich – bei einem Verbrauch bis 20.000 Kilowattstunden. Für Calau ist MITNETZ STROM der grundzuständige Messstellenbetreiber. Wettbewerbliche Anbieter unterliegen diesen Obergrenzen nicht; bei dem beworbenen Angebot ist zudem von einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten die Rede.
Kein Einzelfall in Calau
Der Ärger um den Stromzählerwechsel in Calau ist kein Einzelfall. Bundesweit haben zuletzt zahlreiche Stadtwerke und Netzbetreiber vor ähnlichen Schreiben desselben Unternehmens gewarnt, darunter Versorger in Hannover, Bochum, Dortmund, Erlangen und Bernburg. Die Kritik ist überall ähnlich: Die Briefe wirkten amtlich und erzeugten Zeitdruck, obwohl keine Verpflichtung besteht, darauf zu reagieren oder einen Termin zu vereinbaren. Der Rollout intelligenter Messsysteme liegt in der Verantwortung des grundzuständigen Messstellenbetreibers – dieser informiert Betroffene in der Regel mindestens drei Monate vorher direkt.
Das rät die Stadt zum Stromzählerwechsel in Calau
Die Stadt empfiehlt, Werbeaussagen kritisch zu hinterfragen, sich nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen und im Zweifel den zuständigen Messstellenbetreiber oder die Verbraucherberatung zu kontaktieren. Außerdem bittet die Stadt darum, auch Nachbarn, Freunde und Angehörige zu informieren, die nicht in sozialen Netzwerken unterwegs sind. Die vollständige Mitteilung steht auf der Internetseite der Stadt Calau. Erst im Frühjahr hatten die Stadtwerke Cottbus vor Haustürbetrug bei Energieverträgen gewarnt.
Symbolbild: Stromzähler (Foto: Pixabay)
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Red. / Presseinformation






