Der Landkreis Elbe-Elster hat die Schutzmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) offiziell beendet. Nach Angaben des Landkreises wurde damit eine mehrjährige Phase intensiver Tierseuchenbekämpfung abgeschlossen. Trotz hoher Gefährdungslage konnte eine Ausbreitung im Kreisgebiet verhindert werden. Die Verantwortlichen ziehen eine positive Bilanz und betonen die Bedeutung der Zusammenarbeit aller Beteiligten. Wachsamkeit soll dennoch weiterhin bestehen bleiben.
Erfolgreiche ASP-Bekämpfung im Landkreis
Wie der Landkreis Elbe-Elster am heutigen Montag mitteilte, wurden die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest am 22. April 2026 offiziell aufgehoben. Bei einem Vor-Ort-Termin in Gaitzsch-Häuser bei Mühlberg zogen Vertreter der Kreisverwaltung, Fachbehörden sowie Akteure aus Landwirtschaft und Wirtschaft eine Bilanz der vergangenen Jahre.
Zu den Teilnehmenden gehörten unter anderem die Beigeordnete Susann Kirst, Amtstierärztin Mareike Wohlert sowie der amtliche Tierarzt Paul Burigk. Ergänzt wurde die Runde durch Vertreter regionaler Unternehmen und landwirtschaftlicher Betriebe. Laut Landkreis wurde dabei deutlich, dass der Erfolg auf einem breiten Zusammenspiel verschiedener Akteure basiert.
„Die Aufhebung der Schutzmaßnahmen ist ein bedeutender Erfolg für unseren Landkreis. Sie zeigt, dass das konsequente und gemeinsame Handeln aller Beteiligten gewirkt hat“, erklärte Susann Kirst laut Mitteilung.
Maßnahmen verhinderten Ausbreitung der Tierseuche
Seit dem ersten Auftreten der ASP in Deutschland im Jahr 2020 stand auch der Landkreis Elbe-Elster vor besonderen Herausforderungen. Obwohl im Kreis selbst kein Fall nachgewiesen wurde, blieb die Gefährdung durch das Infektionsgeschehen in Brandenburg und angrenzenden Regionen laut Landkreis durchgehend hoch. Landesweit wurden demnach insgesamt 3.455 Fälle bei Wildschweinen registriert.
Um eine Einschleppung zu verhindern, setzte der Landkreis frühzeitig auf ein umfangreiches Schutzkonzept. Dazu gehörte unter anderem der Bau zweier paralleler Schutzzäune entlang der Grenze zum Freistaat Sachsen mit jeweils rund 55 Kilometern Länge. Diese sollten Wanderbewegungen von Wildschweinen einschränken und eine Übertragung des Virus verhindern.
Zusätzlich wurden regelmäßige Fallwildsuchen organisiert. Alle zwei Wochen durchkämmten Teams mit Unterstützung von Hunden, Drohnen und freiwilligen Helfern die betroffenen Gebiete. Moderne Geoinformationssysteme kamen dabei zur Einsatzplanung zum Einsatz, wie es in der Mitteilung heißt.
Auch die Jägerschaft war laut Landkreis maßgeblich beteiligt. Verstärkte Bejagung, verpflichtende Probenentnahmen und Kontrollen wurden umgesetzt. Gleichzeitig arbeiteten Landwirtschaft und Verwaltung eng zusammen, um Einschränkungen bei der Flächennutzung praktikabel zu gestalten.
Einschränkungen und Aufwand für Region spürbar
Die Maßnahmen hatten laut Landkreis auch Auswirkungen auf die Region. Landwirtschaftliche Flächen konnten teilweise nur eingeschränkt genutzt werden, Abstimmungen zwischen Behörden und Betrieben waren aufwendig. Auch die Bevölkerung musste Einschränkungen akzeptieren. Zudem kam es vereinzelt zu Vandalismus an der Infrastruktur, was zusätzlichen Aufwand verursachte.
Mit der Aufhebung der Sperrzone I zum 31. Dezember 2025 und dem vollständigen Rückbau der Schutzzäune endet nun diese Phase. Die Kosten der Maßnahmen wurden nach Angaben des Landkreises vollständig durch das Land Brandenburg übernommen.
Aktuell gilt weiterhin eine Allgemeinverfügung vom 2. Februar 2026. Diese sieht unter anderem die Beprobung von Fall- und Unfallwild sowie eine erhöhte Wachsamkeit vor. Ziel sei es, die Region auch künftig vor einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest zu schützen.
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Red. / Presseinformation




