In Cottbus soll in der vergangenen Nacht eine Rauchbombe im alternativen Wohnhaus „WK51“ gezündet worden sein. Das teilte die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg mit und sieht eine politisch motivierte Tat. Bewohner berichten demnach von starker Rauchentwicklung und Angst in der Nacht. Bereits zuvor gab es mehrere Angriffe auf das Haus (->> wie berichtet). Die Initiative fordert nun mehr Schutz für die Bewohner.
Rauchbombe in Cottbus: Initiative sieht politisches Motiv
In der Nacht von Sonntag auf Montag ist im Wohnhaus „WK51“ in Cottbus eine Rauchbombe gezündet worden. Das geht aus einer Mitteilung der Initiative Sichere Orte Südbrandenburg hervor. Nach Angaben der Initiative soll es sich aufgrund mehrerer vorangegangener Vorfälle um eine politisch motivierte Tat handeln.
Demnach leben in dem Haus zahlreiche kulturell und politisch engagierte Menschen. „Wieder trifft ein rechter Angriff private Wohnungen und die Menschen, die dort leben“, erklärt Lukas Pellio, Sprecher der Initiative Sichere Orte Südbrandenburg, laut Mitteilung. Der Vorfall stelle aus Sicht der Initiative eine weitere Eskalation rechter Gewalt dar.
Bewohner schildern Angriff und fordern Schutz
Eine Bewohnerin beschreibt die Situation in der Nacht als bedrohlich. Dichter Rauch, so die Mitteilung, habe sich in den Wohnungen ausgebreitet, sodass zunächst von einem Brand ausgegangen worden sei. In dem Haus leben unterschiedliche Menschen, darunter internationale Studierende, Handwerker sowie zivilgesellschaftlich und kulturell engagierte Personen.
Die Bewohner erwarten nach eigenen Angaben nun Maßnahmen zum Schutz. Diese sollen sich an Polizei, politische Verantwortliche sowie die Eigentümer des Hauses richten. Ziel sei es, die Sicherheit der Bewohner künftig besser zu gewährleisten.
Mehrere Vorfälle am selben Ort gemeldet
Die Initiative verweist in ihrer Mitteilung auf weitere Vorfälle in der Vergangenheit. So soll es bereits in der Silvesternacht 2024/25 einen Sprengstoffanschlag auf das Gebäude gegeben haben. Zudem seien regelmäßig rechte Aufkleber angebracht worden. Auch Markierungen mit Fadenkreuzen sowie beschädigte Fensterscheiben im Erdgeschoss werden genannt.
Darüber hinaus sei auch das Nachbarschaftsprojekt „Rosa“, das sich im selben Gebäude befindet, mehrfach Ziel von Angriffen gewesen. ->> wie berichtet
Einordnung durch Initiativen und Behörden
Die Opferperspektive Brandenburg habe zuletzt einen Höchststand rechter Gewalt in Cottbus und im Land festgestellt, heißt es in der Mitteilung weiter. Der Verfassungsschutz Brandenburg beschreibt die Stadt demnach als „Hochburg des Rechtsextremismus“. Zudem wird auf Verflechtungen zwischen verschiedenen extrem rechten Strukturen hingewiesen.
Vor diesem Hintergrund habe sich die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg gegründet. Sie versteht sich als Zusammenschluss von Jugendclubs, Hausprojekten sowie sozialpolitischen Einrichtungen in der Region. Ziel sei es, sich gemeinsam gegen Angriffe zu positionieren und betroffene Orte zu unterstützen. Weitere Informationen sowie Spendenmöglichkeiten stellt die Initiative unter https://www.losmachen.jetzt/spenden bereit.
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Red. / Presseinformation




