Ab dem 1. Januar 2027 dürfen sich am Flughafen BER nur noch Taxis aus dem Landkreis Dahme-Spreewald zur Fahrgastaufnahme bereithalten. Der Landkreis hat die Taxi-Vereinbarung mit Berlin zum 31. Dezember 2026 gekündigt. Für die bislang 550 Berliner Taxis mit BER-Berechtigung entfällt damit das Warten am Flughafen. Fahrgäste können Berliner Taxis aber weiterhin vorab bestellen. Die Berliner Senatsverwaltung bedauert die Entscheidung.
Was sich für Fahrgäste ändert
Wer am BER ankommt und spontan ein Taxi nimmt, steigt ab Januar in ein Fahrzeug aus dem Landkreis. Laut Landkreis gilt das genau genommen für Taxis mit Betriebssitz in der Gemeinde Schönefeld, auf deren Gebiet der Flughafen liegt.
Berliner Taxis bleiben trotzdem am Flughafen erlaubt, wenn sie bestellt wurden: telefonisch, über die Funkvermittlung oder per App. Das stellt die Senatsverwaltung ausdrücklich klar. Auch Fahrten von Berlin zum BER sind von der Kündigung nicht betroffen. Im Gegenzug verlieren Taxis aus Dahme-Spreewald ihr bisheriges Recht, an Berliner Taxiständen Fahrgäste aufzunehmen.
Landkreis: Drei Stunden Wartezeit am Flughafen
Der Landkreis begründet die Kündigung mit der gesunkenen Nachfrage. Statt der bis zu 1.100 Taxis, die nach der Vereinbarung am BER laden durften, reichen nach seiner Einschätzung künftig 500 bis 600 Fahrzeuge. Derzeit warten Taxifahrer am Flughafen häufig mehr als drei Stunden auf eine Fahrt.
„Mit der Kündigung der Vereinbarung schaffen wir die Voraussetzungen, um die wirtschaftliche Situation der Taxiunternehmen im Landkreis Dahme-Spreewald nachhaltig zu verbessern“, sagt Landrat Sven Herzberger. Die örtlichen Taxiverbände hätten zugesichert, dass die Taxis aus dem Kreis die Nachfrage am Flughafen zuverlässig bedienen können. Als weitere Belastungen nennt der Landkreis die Konkurrenz durch Mietwagen, die über Plattformen wie Uber, Bolt oder Free Now vermittelt werden, sowie gestiegene Kraftstoff- und Betriebskosten.
Berlin setzt auf Bestellfahrten mit Festpreis
Die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität sieht einen weiteren Grund für die gesunkene Nachfrage: die verbesserte Bahnanbindung. Seit Dezember 2025 fährt der Flughafenexpress (FEX) laut Senat viermal pro Stunde in rund 23 Minuten zum Berliner Hauptbahnhof.
„Auch wenn wir uns sehr über den Erfolg des FEX freuen, bedauern wir diese Entwicklung sehr, da die aktuellen Marktbedingungen auch für das Berliner Taxigewerbe herausfordernd sind“, sagt Senatorin Ute Bonde. Berlin will nun Bestellfahrten vom Flughafen bekannter machen und mit einem gesicherten Festpreis attraktiver gestalten. Dazu laufen bereits Gespräche mit dem Berliner Taxigewerbe.
Auch mit dem Landkreis will Berlin weiter im Gespräch bleiben. Der Landkreis will am und rund um den Flughafen künftig stärker als Vollzugsbehörde auftreten, also mehr kontrollieren. Für Nachfragespitzen, etwa bei Störungen im Bahnverkehr, wollen Flughafengesellschaft, Landkreis und Senat weiter gemeinsam für ausreichend Taxis sorgen.
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Bereits 2012 hatte der Landkreis eine Vereinbarung mit Berlin gekündigt. Berlin verbannte daraufhin Taxis aus Brandenburg vom Flughafen Tegel. Die aktuelle Vereinbarung war 2020 zur BER-Eröffnung geschlossen und seitdem mehrfach angepasst worden.
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