Das rumänische Vater-Sohn-Drama „You Don’t Belong Here“ von Florin Șerban hat den Hauptpreis des 36. FilmFestival Cottbus gewonnen. Die Preise wurden am Samstagabend verliehen. Der Regiepreis ging an Vladlena Sandu für „Memory“, den neuen GenNext Award gewann „Drei Kameradinnen“.
Hauptpreis von 15.000 Euro geht nach Rumänien
Der mit 15.000 Euro dotierte Hauptpreis für den besten Film wird vom Medienboard Berlin-Brandenburg gestiftet. „You Don’t Belong Here“ erzählt von Marius, Chefarzt und alleinerziehender Vater, der den Zugang zu seinem pubertierenden Sohn verliert. Als die Polizei den Jungen mit einer Gruppe randalierender Jugendlicher in Verbindung bringt, muss sich der Vater seiner Verantwortung stellen. Die Internationale Festivaljury lobte laut Mitteilung des Festivals das vielschichtige Drehbuch, der Film entwickle „die Spannung eines Thrillers“.
Den Spezialpreis für die beste Regie, gestiftet vom rbb und mit 7.500 Euro dotiert, erhielt Vladlena Sandu. In ihrem Langfilmdebüt „Memory“ kehrt sie in ihre Kindheit im tschetschenischen Grosny zurück. Talha Akdogan wurde für seine Rolle in „Butterfly Jam“ von Kantemir Balagov mit dem Preis für eine herausragende darstellerische Einzelleistung ausgezeichnet. Diesen mit 5.000 Euro dotierten Preis stiftet die Sparkasse Spree-Neiße.
Erster GenNext Award für Drei Kameradinnen
Erstmals vergab das FilmFestival Cottbus den GenNext Award für Filme junger Regisseurinnen und Regisseure. Den von der Stadt Cottbus mit 5.000 Euro ausgestatteten Preis gewann „Drei Kameradinnen“ von Milena Aboyan. In der Jugendjury saßen Schülerinnen und Schüler aus Teplice, Zielona Góra und vom Ludwig-Leichhardt-Gymnasium Cottbus.
Im Kurzfilmwettbewerb gewann „Free Eliza (Notes on an Anatomical Imperfection)“ von Alexandra Matheou den Hauptpreis, gestiftet von der Druckzone Cottbus. Der Regiepreis ging an Mara Cohn für „1H“.
Publikumspreis und weitere Auszeichnungen vergeben
Den Publikumspreis über 3.000 Euro gewann die Komödie „The Wedding“ von Igor Šeregi. Zwei Preise gingen an „What Belongs to Others“ von Grzegorz Dębowski, der Film erhielt den Preis der internationalen Filmkritik FIPRESCI und den Preis der Ökumenischen Jury. Der DIALOG-Preis ging an „Tagebuch einer Kammerzofe“ von Radu Jude, der Preis für den besten Debütfilm an „Malika“ von Natalia Uvarova. Den Förderpreis der Stiftung für das sorbische Volk erhielt der Filmschaffende Reiner Nagel.
Geschäftsführer Andreas Stein zog eine positive Bilanz. Das Festival habe „sehr gut gefüllte Kinosäle“ erlebt, „bereits ab Dienstag“, teilte er mit. Das FilmFestival Cottbus war am Dienstag gestartet und zeigte 147 Filme aus 43 Ländern.
Zwei Preisträgerfilme laufen am Sonntag noch einmal
Am Sonntag, 8. November, sind zwei ausgezeichnete Filme noch einmal im Filmtheater Weltspiegel zu sehen. Um 17 Uhr läuft „Drei Kameradinnen“, um 20 Uhr „You Don’t Belong Here“, jeweils in Saal 2. Alle Preisträger listet das FilmFestival Cottbus auf seiner Internetseite.
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