Es ist die Sorte Niederlage, die besonders wehtut: Der FC Energie Cottbus hat am 3. Spieltag der 2. Bundesliga trotz einer über weite Strecken starken Leistung mit 3:4 gegen die SpVgg Greuther Fürth verloren (->> zum Spielbericht). Vor 13.171 Zuschauern führte der FCE früh durch Lucas Copado, ließ aber gute Chancen liegen – und wurde für individuelle Fehler eiskalt bestraft. Fürths Kapitän Felix Klaus war der große Profiteur, Tolcay Ciğerci glich zwischenzeitlich zum 2:2 aus, ehe der späte Treffer von Dmytro Bogdanov (90.+4) Energie nur noch auf 3:4 heranbrachte. Sportreporter Georg Zielonkowski hat die Stimmen zum Spiel eingefangen.
Wollitz: „Bis zur 46. Minute hatten wir alles unter Kontrolle“
Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz nahm die Mannschaft nach der Pause in die Pflicht: „Bis zur 46. Minute hatten wir alles unter Kontrolle und haben ein gutes Spiel gemacht. Nach dem späten Gegentor in der ersten Halbzeit bekommen wir nach dem Wiederanpfiff so ein dämliches Gegentor. Auch nach unserem 2:2 gibt es wieder so ein blödes Tor. Ich glaube, das hat auch was mit Konzentration zu tun und damit, dass man immer im Blick haben sollte, in welchem Zeitpunkt des Spiels man sich gerade befindet.“
Deutlich wurde der Trainer auch mit Blick auf den Kader: „Man muss auch ehrlich feststellen, dass in der Mannschaft schon ein Gefälle da ist. Das ist keine Kritik, aber einige von uns müssen erst einmal in dieser Liga ankommen und mit dem Tempo klarkommen. Leo dagegen hat ein Top-Spiel gemacht und bewiesen, wieso er Bundesliga spielen durfte. Aber wir werden alle weiter unterstützen, damit wir uns künftig für so gute Spiele, wie wir es heute in der ersten Halbzeit hatten, belohnen können.“

Bittencourt: „Wir haben eben keine Zeit“
Leonardo Bittencourt, von Wollitz als bester Cottbuser hervorgehoben, sah sein Team über die volle Distanz überlegen: „Ich glaube, wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft, was aber nichts bringt, wenn Du vier Tore kassierst. Kurz vor der Pause kriegst Du einen Elfmeter, gleich nach Wiederanpfiff liegst Du plötzlich zurück. Wir kommen zurück, machen später das 2:2 und sind danach nicht wach, so dass Fürth gleich wieder in Führung geht.“
Vom Verweis auf den frühen Saisonzeitpunkt hält der Routinier nichts: „Und wenn dann manche Leute sagen, es ist ja erst Spieltag Nummer drei, wir haben ja noch Zeit – ich dagegen sage, dass wir eben keine Zeit haben. Wir müssen schnell punkten, weil es besser ist, beizeiten Punkte zu sammeln, als später mit dem Muss hinterherzurennen. Heute war es möglich, in der ersten Halbzeit das Spiel schon zuzumachen, weil wir gute Chancen für weitere Tore hatten.“
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Den Vergleich zum Auftakterfolg zog Bittencourt selbst: „Gegen Hannover war unsere Leistung schlecht und wir gewinnen. Heute war es genau umgekehrt. Aber egal, wir müssen in den nächsten Wochen aus den Fehlern lernen, um Punkte zu holen. Heute kann ich der Mannschaft von ihrem Einsatz keinen Vorwurf machen. Nur müssen wir hier und da kaltschnäuziger sein und eigene Fehler minimieren.“

Borgmann: „Wir haben sie dazu eingeladen“
Axel Borgmann nahm einen eigenen Fehler auf die Kappe: „Wir spielen eine überragende Halbzeit, machen aber leider nicht das zweite Tor. Mir passiert dann ein Ballverlust, der mir nicht passieren darf. Ich hätte da den Ball einfach ins Aus schießen sollen. Das Gegentor hat dann das Spiel auf den Kopf gestellt, denn wir haben bis da ein gutes Spiel gemacht. Dann aber macht Tolly nach einer wunderbaren Vorarbeit von Leo das Tor und wir waren wieder am Drücker. Dann machen wir wieder ein Geschenk und der Gegner bedankt sich wieder.“
Die Einordnung der Niederlage fiel ihm entsprechend schwer: „So ist das halt, für ein gutes Spiel gibt’s keine Punkte. Wenn Du zwei, drei Tore machst, ist die Chance auf Punkte deutlich größer. Unser Spiel war gut, sogar noch ein Stück besser als gegen Augsburg. Und trotzdem haben wir nach unserem 2:2 sofort ein Gegentor kassiert, das nicht so besonders gut herausgespielt war. Wir waren es, wir haben sie dazu eingeladen. Am Ende waren es vier Tore, die nicht etwa zeigen, dass wir an die Wand gespielt wurden. Schön ist, dass wir dennoch nicht aufgegeben haben, aber das allein bringt keine Punkte. Heute war ein Sieg möglich, darum ist die Niederlage schon bitter und tut weh.“

Felix Klaus: „Vielleicht haben wir mal das Glück gebraucht“
Fürths Doppeltorschütze Felix Klaus feierte mit seinem Team den ersten Saisonsieg – und sparte nicht mit Anerkennung für den Gegner: „In den letzten drei Wochen haben wir auch schon gut gespielt und viele Chancen gehabt, aber nie was draus gemacht. Darum tut der Sieg heute richtig gut, obwohl das speziell in der ersten Halbzeit kein gutes Spiel von uns war. Aber vielleicht haben wir mal das Glück gebraucht, denn Cottbus war in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft.“
Zum Elfmeter kurz vor der Pause sagte Klaus: „Bei mir persönlich läuft’s ganz gut im Moment. Darum habe ich mir auch den Ball zum Elfer geschnappt, weil ich mir absolut sicher war, das Ding reinzuhauen.“

Die Stimmen sammelte NLaktuell-Sportreporter Georg Zielonkowski.
Die Saison 2026/2027 des FCE – Spielberichte im Überblick
1. Spieltag: FC Energie Cottbus 3:1 Hannover 96 ->> Spielbericht & Bilder
2. Spieltag: Arminia Bielefeld 3:0 FC Energie Cottbus ->> Spielbericht & Bilder
1. Runde DFB-Pokal: FC Energie Cottbus 0:2 FC Augsburg ->> Spielbericht & Bilder
3. Spieltag: FC Energie Cottbus 3:4 SpVgg Greuther Fürth ->> Spielbericht & Bilder
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