Cottbus Donnerstag, 30 Januar 2020 von Redaktion

Krisenstab gebildet. Carl-Thiem-Klinikum Cottbus bereitet sich auf Corona-Virus vor

Krisenstab gebildet. Carl-Thiem-Klinikum Cottbus bereitet sich auf Corona-Virus vor

Nachdem der erste bestätigte Fall des Corona-Virus in Deutschland vor wenigen Tagen in Bayern auftrat, gibt es weitere Verachtsfälle in Apolda (Thüringen), Pforzheim (Baden-Württemberg), Dessau und dem Burgenlandkreis (beides Sachsen-Anhalt) und Bremen, die Lufthansa sowie weitere Fluggesellschaften haben alle Verbindungen nach China unterbrochen. In China war das Virus am 31.12.2019 erstmals aufgetreten, bisher sind über 7.000 Menschen infiziert, 170 starben an der Krankheit. Zwei Verdachtsfälle in Brandenburg haben sich bisher nicht bestätigt. Das größte Klinikum im Bundesland, das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus, bereitet sich auf die ersten Prüffälle vor und trifft Maßnahmen. 

In Deutschland gibt es derzeit insgesamt drei Erkrankte. Das Carl-Thiem-Klinikum Cottbus bereitet sich auf mögliche Patienten vor. Ein Krisenstab „Corona“ mit verantwortlichen Kollegen der Notaufnahme, der Krankenhaushygiene, der Ärztlichen- und der Pflegedirektion legt das Vorgehen für den Verdachts- und Erkrankungsfall fest. Das Ziel ist es, einen konkreten Fahrplan für die Aufnahme möglicher „Corona“-Infizierter festzulegen. Weiterführende Blutuntersuchungen sind insbesondere dann notwendig, wenn:

1) Symptome einer akuten Erkrankung der unteren Atemwege bestehen und ein Aufenthalt im Risikogebiet bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn stattgefunden hat.
2) ein akuter Atemwegsinfekt besteht und Kontakt zu einem bestätigten Corona-Virus-Fall bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn bestanden hat.

Die Durchführung der Diagnostik und die Behandlung werden unter Isolation im Cottbuser Klinikum durchgeführt. Die ersten Fälle der neuartigen Lungenkrankheit sind im Dezember in China aufgetreten.

Hintergrund laut Robert-Koch Institut

Bei dem neuartigen Coronavirus (2019) handelt es sich - wie bei dem SARS-Virus (2003) - um ein beta-Coronavirus. Eine gezielte Diagnostik von Verdachtsfällen ist molekularbiologisch möglich.

Für Einrichtungen des Gesundheitswesens in Deutschland werden aufgrund der aktuellen Datenlage nachfolgende Empfehlungen gegeben:

Im Falle von Verdachtsfällen wird zunächst ein Vorgehen zur Prävention der Übertragung durch Tröpfchen empfohlen – hierzu gehören das Tragen eines mehrlagigen Mund-Nasen-Schutzes mit korrektem Sitz vom Patienten (sofern toleriert), die Unterbringung in einem Isolierzimmer möglichst mit Vorraum/Schleuse, wenn dies nicht möglich ist in einem Einzelzimmer mit eigener Nasszelle, und zusätzlich vom Personal die Verwendung von Schutzkleidung, Schutzbrille, mindestens FFP2-Masken als Atemschutz und Handschuhen neben der konsequenten Einhaltung der Basishygienemaßnahmen.

Handelt es sich um einen mittels Labordiagnostik bestätigen Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus werden Maßnahmen empfohlen gemäß den "Empfehlungen des Robert Koch-Institutes für die Hygienemaßnahmen und Infektionskontrolle bei Patienten mit Schwerem Akutem Respiratorischem Syndrom (SARS)".

Dies beinhaltet unter anderem die Isolierung in einem Isolierzimmer mit Vorraum/Schleusenfunktion und ebenfalls die Verwendung von mindestens FFP2-Masken als Atemschutz. Sofern in den Patientenräumen eine raumlufttechnische Anlage betrieben wird, über die eine Verbreitung von Luft auf andere Räume möglich ist, ist diese abzustellen.

Diesbezüglich wird auch auf die Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut zur "Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten" verwiesen. Dort sind im Kapitel 3 die erweiterten, über die Basishygiene hinausgehende Maßnahmen aufgeführt, sowie in der Tabelle 1 die empfohlenen Maßnahmen bei Erkrankungen mit Coronaviren.

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