Die Tourismuswirtschaft in Brandenburg blickt auf eine bessere Saison zurück. Die Betriebe bewerten ihre Geschäftslage so gut wie seit Herbst 2024 nicht mehr. Für die kommenden zwölf Monate sind sie aber zurückhaltend.
Geschäftslage in Hotels und Pensionen deutlich besser
Das zeigt die Herbstumfrage der Industrie- und Handelskammern Potsdam, Cottbus und Ostbrandenburg unter Tourismusbetrieben. Der Saldo zur Geschäftslage liegt bei plus 16 Punkten, ein Jahr zuvor waren es plus 9. 29 Prozent der Unternehmen berichten von steigenden Umsätzen, im Vorjahr waren es 15 Prozent.
Am besten geht es den Beherbergungsbetrieben. 45 Prozent bewerten ihre Lage als gut, nur acht Prozent als schlecht. Auch die Gastronomie holt auf, ihr Saldo verbesserte sich von minus 24 auf minus 3 Punkte.
„Die verbesserte Geschäftslage und die stabile Investitionsbereitschaft sind Signale in die richtige Richtung. Gleichzeitig müssen Betriebe bei den weiterhin hohen Kosten schnell entlastet und verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen geschaffen werden“, sagt Dr. Christian Herzog, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam, für die Brandenburger Kammern.
Tourismuswirtschaft erwartet keinen weiteren Aufschwung
Beim Blick nach vorn überwiegt die Vorsicht. Der Erwartungssaldo liegt bei minus 28 Punkten. 59 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung, 34 Prozent mit einer Verschlechterung und nur sechs Prozent mit einer Verbesserung. 51 Prozent der Betriebe im Gastgewerbe wollen ihre Preise erhöhen.
Investiert wird trotzdem. 53 Prozent der Unternehmen planen Investitionen, meist als Ersatz für Vorhandenes. 29 Prozent nennen den Umweltschutz als Motiv, sieben Punkte mehr als im Vorjahr. Als größte Risiken sehen die Betriebe die Energie- und Rohstoffpreise (83 Prozent), die Arbeitskosten (80 Prozent) und die Wirtschaftspolitik (64 Prozent).
Fachkräftemangel verliert für Tourismusbetriebe an Gewicht
Nur noch 35 Prozent der Betriebe sehen im Fachkräftemangel ein Geschäftsrisiko, im Vorjahr waren es 55 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit 2022. Trotzdem können 30 Prozent offene Stellen längerfristig nicht besetzen. Insgesamt will die Tourismuswirtschaft eher Personal abbauen als aufbauen. Befragt wurde die Tourismuswirtschaft vom 14. September bis 2. Oktober. Wie wichtig die Branche für das Land ist, zeigte zuletzt eine Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus.
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