Gäste haben 2025 rund 5,5 Milliarden Euro in Brandenburg ausgegeben. Das zeigt die Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus, die beim Brandenburgischen Tourismustag vorgestellt wurde. Etwa jeder zweite Euro stammt von Tagesgästen. In der Lausitz legt das Seenland bei den Übernachtungen gegen den Landestrend zu.
Gastgewerbe setzt rund 2,7 Milliarden Euro um
Die Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus für das Bundesland Brandenburg 2025“ hat das Institut dwif im Auftrag des Ostdeutschen Sparkassenverbands (OSV) erstellt. Vom Bruttoumsatz entfallen rund 2,7 Milliarden Euro auf das Gastgewerbe, knapp 1,5 Milliarden Euro auf den Einzelhandel und mehr als eine Milliarde Euro auf Dienstleister. Nach der Rechnung zum Wirtschaftsfaktor Tourismus bleiben rund 2,6 Milliarden Euro als Einkommen im Land. Das entspricht rechnerisch dem durchschnittlichen Einkommen von rund 90.200 Menschen. Erstmals wurde auch die Beschäftigungswirkung berechnet, sie liegt bei 81.435 Vollzeitstellen. Über Mehrwert- und Einkommensteuer bringt der Tourismus rund 508 Millionen Euro ein.
Insgesamt zählte die Studie 2025 rund 130 Millionen touristische Aufenthaltstage, etwas mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019. Mitgerechnet sind Tagesreisen, Privatquartiere und Verwandtenbesuche. Von Tagesreisen stammen 2,72 Milliarden Euro des Umsatzes. Davon profitieren nach Angaben der TMB auch Städte und Regionen ohne große Übernachtungskapazitäten.
Wirtschafts- und Tourismusministerin Martina Klement sagte: „Der Tourismus schafft in unserem Land Wertschöpfung, sichert Einkommen und stärkt damit gerade auch die ländlichen Regionen.“
Lausitzer Seenland wächst gegen den Landestrend
Für das laufende Jahr meldet die Tourismus-Marketing Brandenburg (TMB) nach Daten des Amtes für Statistik von Januar bis Juli 8,03 Millionen Übernachtungen, 1,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Lausitzer Seenland kam auf rund 439.000 Übernachtungen, ein Plus von 9,7 Prozent und der stärkste Zuwachs aller Reisegebiete. Der Spreewald liegt mit knapp 1,17 Millionen Übernachtungen 3,4 Prozent unter dem Vorjahr, das Dahme-Seenland mit rund 900.000 um 1,5 Prozent. Das Elbe-Elster-Land verzeichnete rund 140.000 Übernachtungen, 1,4 Prozent weniger. Details zum Juli stehen in unserem Bericht zu Senftenberg, Burg und den Reisegebieten.
Höhere Kosten und kurzfristig schwankende Nachfrage
Trotz des gestiegenen Umsatzes steht die Branche unter Druck. Die Kosten haben sich deutlich erhöht, die Nachfrage ist schwerer planbar und kann kurzfristig stark schwanken. Die Zufriedenheit der Gäste mit Brandenburger Unterkünften lag 2025 im TrustYou-Wert bei 84 von 100 Punkten.
Die elf Sparkassen im Land hatten dem Gastgewerbe bis Juni 2026 Kredite über rund 209 Millionen Euro bereitgestellt. „Eine wichtige Aufgabe besteht aktuell darin, die Qualität der Angebote weiter zu steigern und so die Wettbewerbsfähigkeit Brandenburgs als Tourismusstandort zu stärken“, sagte OSV-Präsident Ludger Weskamp. Zum Tourismustag kamen mehr als 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Tourismuswirtschaft, Reiseregionen, Verbänden, Politik und Verwaltung. Die Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus steht beim Tourismusnetzwerk Brandenburg zum Abruf bereit.
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