Über sexuelle Gesundheit sprechen viele Menschen nur ungern, selbst mit Freunden, dem Partner oder einem Arzt. Die Cottbuser Paar- und Sexualberaterin Diane Maren Jende wirbt zur Woche der seelischen Gesundheit für mehr Offenheit, denn das Thema hängt eng mit dem seelischen Wohlbefinden zusammen.
Was die WHO als sexuelle Gesundheit definiert
„Das Thema der sexuellen Gesundheit ist für viele Menschen noch immer schambehaftet“, sagt Diane Maren Jende. Dabei könne sich ein offener und natürlicher Umgang mit der eigenen Sexualität positiv auf die körperliche und die mentale Gesundheit auswirken.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO beschreibt sexuelle Gesundheit als einen Zustand des körperlichen, emotionalen, geistigen und sozialen Wohlbefindens in Bezug auf Sexualität. Gemeint ist ausdrücklich mehr als die Abwesenheit von Krankheiten oder Funktionsstörungen. Dazu gehören ein respektvoller Umgang mit Sexualität und Beziehungen und die Möglichkeit, Erfahrungen frei von Zwang, Diskriminierung und Gewalt zu machen.
„Es geht bei dem Thema also nicht unbedingt darum, wie oft man sexuell aktiv ist. Hierfür gibt es übrigens keine Richtlinie und kein Normal“, sagt Jende. „Das Wie und Wann darf und muss jeder für sich selbst bestimmen.“ Entscheidend sei vielmehr das Gefühl von Sicherheit, Erfüllung und Wohlbefinden mit der eigenen Intimität und dem eigenen Körpergefühl.
Wenn Veränderungen am eigenen Körper überfordern
Die sexuelle Gesundheit betrifft nach Jendes Worten alle Menschen, unabhängig von Alter und Geschlecht. Es gehe darum, sich selbst, die eigenen Bedürfnisse und den eigenen Körper zu kennen und ihnen zu vertrauen, und darüber offen reden zu können.
„Dass unsere Körper sich in regelmäßigen Abständen verändern, ist längst kein Geheimnis mehr“, sagt die Beraterin. Die Ursachen dafür seien vielfältig. Ob die Veränderungen plötzlich kommen oder schleichend, manchmal fühlten sie sich überfordernd an, und es falle nicht immer leicht, mit ihnen umzugehen. Das gelte besonders, wenn sie sich auf das eigene Leben oder die Partnerschaft auswirken.
Beratung zur sexuellen Gesundheit in Cottbus
Diane Maren Jende berät unter dem Namen Mit.Gefühl.Denken in Cottbus Einzelpersonen und Paare. Sie hat 2024 eine Ausbildung zum systemischen Coach abgeschlossen und sich von 2024 bis 2026 am Institut für Beziehungsdynamik in Berlin zur Paar- und Sexualberaterin ausbilden lassen. Ein telefonischer Kennlerntermin ist nach ihren Angaben kostenfrei. Die Beratung selbst ist kostenpflichtig und wird nicht von den Krankenkassen übernommen.
Wer unter einer psychischen Erkrankung leidet, findet Hilfe bei Hausärzten, Psychotherapeuten und psychiatrischen Praxen. Wie lange man in der Lausitz auf einen Termin wartet, haben wir zu Beginn der Serie in einem Beitrag über die Wartezeiten auf psychiatrische und psychotherapeutische Hilfe zusammengetragen. Weitere Beiträge unserer Serie zur Woche der seelischen Gesundheit zeigen Hilfsangebote in der Region.
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