In Brandenburg gab es Ende 2025 mehr Auszubildende als im Jahr davor – das zweite Mal in Folge. Der Zuwachs kommt allerdings vollständig von Jugendlichen mit ausländischem Pass. Ohne sie wäre die Zahl gesunken.
Zweites Jahr in Folge mehr Auszubildende
Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat die Berufsbildungsstatistik für 2025 vorgelegt. Zum Stichtag 31. Dezember standen in Brandenburg 27.483 junge Menschen in einer Ausbildung, 312 mehr als ein Jahr zuvor. Das sind gut ein Prozent Zuwachs und der zweite Anstieg hintereinander.
Zur Einordnung: 1998 waren es 59.778 – mehr als doppelt so viele. Den Tiefpunkt erreichte die Reihe 2016 mit 25.876. Seitdem geht es langsam wieder aufwärts, aber von den Zahlen der Neunzigerjahre ist Brandenburg weit entfernt.

Ohne Zuwanderung wäre die Zahl gesunken
Interessant wird es beim genaueren Hinsehen. Die Zahl der Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit stieg von 1.785 auf 2.220, ein Plus von 435. Der Gesamtzuwachs betrug aber nur 312.
Das heißt: Bei den deutschen Jugendlichen ging die Zahl um gut 120 zurück. Der Anstieg, den die Statistik ausweist, stammt also ausschließlich aus der Zuwanderung. 2011 hatten gerade einmal 352 Auszubildende im Land einen ausländischen Pass, heute sind es acht Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.
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Vietnam, die Ukraine und Syrien vorn
Die größte Gruppe kommt aus Asien mit 1.221 Auszubildenden, darunter 438 aus Vietnam, 207 aus Syrien und 144 aus Afghanistan. Aus dem übrigen Europa außerhalb der EU stammen 447, davon allein 255 aus der Ukraine. Aus Afrika kommen 279, aus EU-Staaten 225 – mehr als die Hälfte davon aus Polen.
Das Handwerk erreicht den besten Wert seit 2011
Nach Ausbildungsbereichen entfällt der größte Teil auf Industrie und Handel mit 15.183 Auszubildenden. Es folgen das Handwerk mit 8.031, die freien Berufe mit 1.755, der öffentliche Dienst mit 1.233 und die Landwirtschaft mit 1.173.
Das Handwerk verzeichnet damit den höchsten Stand seit 2011, die freien Berufe den höchsten seit 2010. Umgekehrt läuft es in der Hauswirtschaft: Dort sind nur noch 105 junge Leute in Ausbildung – der niedrigste Wert der gesamten Reihe seit 1998.
Jeder dritte Vertrag endet vorzeitig
10.650 Ausbildungsverträge wurden 2025 neu abgeschlossen. Im selben Jahr wurden 3.543 vorzeitig gelöst. 1.080 dieser Lösungen fielen noch in die Probezeit, 1.953 ins erste Ausbildungsjahr.
Am häufigsten trifft es Industrie und Handel mit 2.067 Lösungen und das Handwerk mit 1.044. Im Handwerk sind vier von fünf Abbrechern männlich. Ein vorzeitig gelöster Vertrag bedeutet nicht zwangsläufig einen Abbruch – viele wechseln den Betrieb oder den Beruf und bleiben im System.
Kfz-Mechatroniker und Büromanagement vorn
Bei den jungen Männern ist der Kraftfahrzeugmechatroniker mit 1.944 Auszubildenden mit Abstand der häufigste Beruf, gefolgt vom Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit 915 und dem Elektroniker mit 846.
Bei den jungen Frauen steht die Kauffrau für Büromanagement mit 810 an der Spitze, dahinter folgen die Verkäuferin mit 534 und die Kauffrau im Einzelhandel mit 519. Auf den Plätzen vier und fünf stehen die medizinische und die zahnmedizinische Fachangestellte.
Regionale Zahlen liefert die Statistik nicht
Eine Aufschlüsselung nach Landkreisen enthält der Bericht nicht; das Amt für Statistik veröffentlicht die Berufsbildungszahlen nur für das gesamte Land. Für Südbrandenburg führen die Handwerkskammer Cottbus und die IHK Cottbus eigene Ausbildungsstatistiken.
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Red. / Presseinformation
Foto: svolks, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 – Grafik: NIEDERLAUSITZ aktuell






