Für die kommenden Tage werden in der Lausitz erneut hohe Temperaturen erwartet. Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) rät deshalb, sich frühzeitig auf die Hitze vorzubereiten und einen persönlichen Hitzeplan zu erstellen. Wer die Warnzeichen des Körpers kenne und rechtzeitig handele, könne gesundheitliche Risiken deutlich verringern.
Auf die Warnzeichen achten
Hohe Temperaturen belasten den Körper erheblich: Um die Körpertemperatur konstant zu halten, weiten sich die Blutgefäße, der Körper schwitzt und verliert dabei Flüssigkeit sowie wichtige Salze. Das fordert Kreislauf, Herz und weitere Organe. „Die Auswirkung von hohen Umgebungstemperaturen auf den Körper ist nicht zu unterschätzen“, sagt PD Dr. med. Matthias L. Zuchowski, Ärztlicher Direktor der MUL – CT. Entscheidend sei, in dieser Zeit besonders auf sich selbst und die Mitmenschen zu achten.
Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsprobleme und Muskelkrämpfe können nach Angaben der Klinik erste Hinweise darauf sein, dass der Körper an seine Belastungsgrenze kommt. Auch geschwollene Füße und Knöchel treten bei Hitze auf; sie bessern sich meist durch Bewegung, Kühlung oder Hochlagern der Beine. Treten Schwellungen dagegen plötzlich nur an einem Bein auf oder gehen sie mit Schmerzen, Rötungen oder Überwärmung einher, sollte das ärztlich abgeklärt werden. Bei Atemnot, Brustschmerzen, Herzrasen oder Bewusstlosigkeit ist sofort der Notruf 112 zu wählen.
Starke Schwäche, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und starkes Schwitzen können auf eine Hitzeerschöpfung hindeuten. Betroffene sollten sich an einen kühlen Ort begeben, die körperliche Belastung beenden und – sofern sie wach sind und sicher schlucken können – ausreichend trinken. Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit können dagegen Anzeichen eines Hitzschlags sein – ein lebensbedrohlicher Notfall. Dann muss umgehend die 112 verständigt und sofort mit Kühlmaßnahmen begonnen werden. Personen mit eingetrübtem Bewusstsein darf nichts zu trinken gegeben werden.
Was in den Hitzeplan gehört
Die MUL – CT empfiehlt, den eigenen Hitzeplan schon vor einer Hitzeperiode zu erstellen. Dazu gehört das Wissen, wo die Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes zu finden sind, welche Warnzeichen zu beachten sind, wie sich Wohnung und Körper kühlen lassen, welche Trinkmenge medizinisch sinnvoll ist und wer im Bedarfsfall helfen kann. Neben dem Notruf 112 sollte auch die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 griffbereit sein, dazu die Kontaktdaten von Hausarztpraxis, Stammapotheke und nahen Angehörigen. Auch ein kleines Notfallset mit Trinkflasche, Thermometer, Medikamentenplan und Notfallkontakten kann helfen. Ein Hinweis der Klinik: Bestimmte Medikamente können bei Hitze den Flüssigkeitshaushalt, den Blutdruck oder die Temperaturregulation beeinflussen.
Aufeinander achtgeben
Besonders gefährdet sind ältere und alleinlebende Menschen, kleine Kinder, Schwangere sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen. Die Klinik appelliert deshalb auch an Angehörige, Freunde und Nachbarn, während längerer Hitzeperioden aufmerksam zu bleiben und Unterstützung anzubieten. „Wer Warnzeichen ernst nimmt, rechtzeitig Pausen einlegt und aufeinander achtet, kann viele hitzebedingte Notfälle verhindern“, so Zuchowski.
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht
Red.




