Niederlausitz Donnerstag, 21 Februar 2019 von Redaktion

Zu viele Unfälle! A13 bekommt Tempolimit 130 und LKW-Überholverbot

Zu viele Unfälle! A13 bekommt Tempolimit 130 und LKW-Überholverbot

Weil es auf der A13 weiterhin zu vielen Unfällen kommt, soll jetzt ein Tempolimit von 130 km/h eingerichtet werden. Das Verkehrsministerium zieht diese Konsequenz aus der aktuellen Unfallstatistik für das Land Brandenburg. Verkehrsministerin Kathrin Schneider sagte dazu: „Die Unfallzahlen sind nach wie vor zu hoch. Insbesondere die Steigerung bei den Unfällen durch Alkoholgenuss und mangelndem Abstand ist beunruhigend. Auf der A 13 sind die Unfallzahlen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Deshalb folgen wir der Empfehlung der Autobahnunfallkommission. Im zweiten Quartal werden wir ein Tempolimit 130 km/h und ein LKW-Überholverbot auf der A 13 zwischen dem Kreuz Schönefeld und dem Dreieck Spreewald einführen.“

Das Brandenburger Verkehrsministerium teilte dazu mit:

Die Zahl der tödlichen Unfälle auf Brandenburgs Straßen ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. Die Polizei registrierte 143 Verkehrstote. Das waren 3,4 Prozent und damit 5 Tote weniger als 2017. In Brandenburg ereigneten sich 2018 insgesamt 82.281 Verkehrsunfälle (2017: 85.451), bei denen 11.660 (2017: 11.377) Menschen verletzt wurden.

 Innenstaatssekretärin Katrin Lange: „Wir hatten in den Jahren seit 2015 Ausschläge nach unten und nach oben. Nach einer schlechten Bilanz im Vorjahr sieht es jetzt wieder etwas besser aus. Ob das nur wieder eine Momentaufnahme oder ein Trend ist, lässt sich noch nicht beurteilen. Alle Akteure der Verkehrssicherheitsarbeit in der Landesregierung werden weiterhin alles tun, um die Verkehrssicherheit dauerhaft zu erhöhen. Häufigste Unfallursachen sind leider wieder überhöhte Geschwindigkeit und neuerdings auch wieder Alkohol und Drogen. Das ist erschreckend. Gemessen am Jahr 1991 sind wir aber nach wie vor auf einem guten Weg. Damals starben 931 Menschen bei Verkehrsunfällen. Diese Horrorzahlen der 90er Jahre haben wir zum Glück weit hinter uns gelassen.“

Der stellvertretende Polizeipräsident Roger Höppner: „Angesichts der Herausforderungen des vergangenen Jahres für die Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei, wie beispielsweise die Baustellensituation auf den brandenburgischen Autobahnen oder die steigenden Verkehrsströme, bin ich mit der Unfallbilanz für das Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt zufrieden. Sowohl die präventiven aber auch die repressiven Anstrengungen für die Verkehrssicherheit haben wir als Polizei im vergangenen Jahr deutlich verstärkt. Im Ergebnis wurden beispielsweise pro Tag durchschnittlich über 5.000 Verkehrsverstöße durch Polizisten auf unseren Straßen geahndet. Das ist der höchste Wert in den vergangenen zehn Jahren.“

Die von der Polizei festgestellten Geschwindigkeitsverstöße stiegen um fast 15 Prozent auf 1,83 Millionen (2017: 1,60 Millionen). Die Zahl der Fahrten unter Drogen erhöhte sich um 595 von 1.815 im Jahr 2017 auf 2.410 im vergangenen Jahr. 3.952 Verkehrsteilnehmer wurden alkoholisiert hinter dem Steuer angetroffen, etwa so viel wie im Jahr zuvor (3.912).

Reaktionen:

Rainer Genilke (CDU): „Jeder Unfalltote ist einer zu viel. Deshalb ist es notwendig, mehr in die Verkehrssicherheitsarbeit zu investieren. Der leichte Rückgang an Verkehrstoten im vergangenen Jahr ist leider noch keine Trendumkehr. Gerade die gestiegenen Unglückszahlen durch Alkohol- und Drogenvergehen bereiten uns Sorgen. Die Landesregierung ist bisher nicht auf dem Weg, die Zahl der Verkehrstoten spürbar zu senken. Das angekündigte Tempolimit scheint eher von symbolischem Charakter zu sein. Die Notwendigkeit konnte Ministerin Schneider jedenfalls nicht nachweisen. 84 Prozent der Verkehrstoten verunglücken in Brandenburg woanders als auf einer Autobahn. Die Politik sollte sich daher stärker auf die tatsächlichen Brennpunkte konzentrieren.“

Wesentliche Daten:

Mit 82.281 Verkehrsunfällen im Jahr 2018 ist in Brandenburg ein leichter Rückgang der Verkehrsunfallzahlen gegenüber dem Vorjahr (85.451) zu verzeichnen (- 3,7 Prozent oder 3.170 Verkehrsunfälle weniger). Auch die Entwicklung der Zahl der Verkehrstoten ist leicht rückläufig. Nach 179 Toten im Jahr 2015 sowie 121 und 148 in den Folgejahren starben im Jahr 2018 auf Brandenburgs Straßen 143 Menschen (- 3,4 Prozent). Die Zahl der Verletzten ist mit 11.660 leicht gestiegen. Es wurden 283 Menschen mehr verletzt als im Vorjahr mit 11.377 (+ 2,5 Prozent).

Ausgewählte Unfallsegmente:

• Der Hauptanteil der Verkehrsunfälle ereignete sich innerorts (53.359 oder 65 Prozent). Innerorts ging die Zahl der Verkehrstoten von 47 im Jahr 2017 auf 35 im Jahr 2018 zurück, ein Rückgang um 25,5 Prozent.

• Am deutlichsten gestiegen ist die Anzahl der Verkehrstoten in den Unfallursachen Abstand um 128,6 Prozent (von 7 auf 16) und Alkohol um 87,5 Prozent (von 8 auf 15). Damit sind 31 der 143 Unfalltoten auf diese beiden Ursachen zurückzuführen (22 Prozent). Mit 1.764 Verletzten und einem Anstieg zum Vorjahr um 19,2 Prozent (2017: 1.480) stellt die Unfallursache Geschwindigkeit auch einen großen Anteil an den insgesamt im Straßenverkehr Verletzten dar.

• Die Zahl der Baumunfälle ging um 13 Prozent zurück von 1615 auf 1.403 im Jahr 2018. Lediglich 1,7 Prozent aller Unfälle, aber nahezu 7 Prozent aller Verletzten und 35 Prozent der Verkehrstoten gehen auf das Konto der Baumunfälle.

• Während 2017 kein Kind im Straßenverkehr getötet wurde, sah das im Jahr 2018 leider anders aus. Es gab am 24.01.2018 einen tragischen Unfall in der Stadt Brandenburg an der Havel, als ein 10-jähriges Mädchen von einem abbiegenden LKW überrollt wurde.

• Problematisch bleiben die Unfälle im Güterverkehr. Diese Unfälle sind zwar insgesamt um 5,4 Prozent auf 13.425 gesunken (2017: 14.198). Die Polizei registrierte in Brandenburg aber dennoch 32 Verkehrstote im Zusammenhang mit Unfällen von Güterfahrzeugen (2017: 39), ein Rückgang um 18 Prozent. 73 Prozent dieser Verkehrsunfälle wurden durch Fahrer von Güterkraftfahrzeugen (LKW und Transporter), selbst verursacht. Da der Güterverkehr auf den Autobahnen – und hier insbesondere auf der Ost-West Transitstrecke - weiter zunehmen wird, besteht hier nach wie vor Handlungsbedarf.

• In anderen Verkehrsteilnehmergruppen zeigten sich ebenfalls leicht positive Entwicklungen. So ist die Anzahl der getöteten Motorradfahrer um 22,7 Prozent von 22 auf 17 und die Anzahl der getöteten Fahrradfahrer um 23,0 Prozent von 26 auf 20 gesunken. Die Anzahl der verletzten Motorrad- und Fahrradfahrer ist allerdings gleichzeitig um 9 bzw. 14,6 Prozent gestiegen. Die Zahl der getöteten Senioren sank von 43 auf 42, die Zahl der verletzten Senioren stieg allerdings von 1.866 auf 1.903. 

Foto: Lupo  / pixelio.de

red/ (Pressemitteilung)

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