Am Mittwoch wird europaweit der Tag des Notrufs begangen. Aus diesem Anlass ruft auch das Projekt „KatRetter – Wir retten Lausitz“ dazu auf, sich als freiwillige Ersthelferinnen und Ersthelfer in Südbrandenburg zu registrieren. Über eine App können Bürgerinnen und Bürger im Ernstfall alarmiert werden und noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes Hilfe leisten, so das Cottbuser Uniklinikum und die Leitstelle Lausitz in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Selbstregistrierung ist ab sofort digital möglich. Ziel soll es sein, die Notfallhilfe in der Lausitz weiter zu stärken.
KatRetter-App soll schnelle Hilfe vor Ort ermöglichen
Nach Angaben der Projektverantwortlichen funktioniert das System über eine kostenlose Smartphone-App. Wird der Leitstelle Lausitz ein medizinischer Notfall gemeldet, etwa ein Herz-Kreislauf-Stillstand, alarmiert diese parallel zum Rettungsdienst registrierte KatRetter in der Nähe. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer können per Klick signalisieren, dass sie sich auf den Weg zum Einsatzort machen, um Erste Hilfe zu leisten, bis professionelle Kräfte eintreffen. „Wir alle können helfen – nicht irgendwann, sondern genau dann, wenn es darauf ankommt“, wird Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der er Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT), in der Pressemitteilung zitiert. Die App mache Technik zum verbindenden Element einer hilfsbereiten Gemeinschaft.
Registrierung ohne medizinischen Nachweis möglich
Neu ist, dass sich Interessierte selbstständig in der App als Ersthelfer registrieren können. Ein medizinischer Eignungsnachweis ist dafür laut Mitteilung nicht mehr erforderlich. KatRetter stehe allen offen, die bereit sind, im Notfall zu helfen. Die Nutzung sei kostenlos, datenschutzkonform und professionell begleitet. Das System könne von kommunalen Rettungsorganisationen und Leitstellen deutschlandweit einheitlich genutzt werden. Ziel sei es, die Zeit bis zur ersten Hilfe zu verkürzen, denn jede Minute könne entscheidend sein, heißt es aus dem Projekt.
Erfolge in der Lausitz und bundesweit
Deutschlandweit sind laut Pressemitteilung bereits mehr als 27.000 Ersthelferinnen und Ersthelfer bei KatRetter registriert. Bundesweit kam es zu über 80.000 Alarmierungen, von denen rund 57.000 Einsätze angenommen wurden. Dabei seien unter anderem Reanimationen durchgeführt worden. Die Zahlen beziehen sich auf den Stand 2025. In der Lausitz läuft das Projekt seit 2020. In den Landkreisen Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße sowie in der Stadt Cottbus sind inzwischen über 700 freiwillige Helferinnen und Helfer registriert. Allein im Jahr 2025 wurden im Zuständigkeitsbereich der Leitstelle Lausitz 1.783 KatRetter-Einsätze absolviert. In vielen Fällen habe das schnelle Eingreifen aktiv zur Rettung von Menschenleben beigetragen, wie es heißt.
Engere Zusammenarbeit mit Berlin geplant
Zum Europäischen Tag des Notrufs rufen die Modellregion Gesundheit Lausitz und die Integrierte Regionalleitstelle Lausitz insbesondere Beschäftigte aus Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie aus den sogenannten BOS-Organisationen dazu auf, sich zu beteiligen. Deren Wissen und Erfahrung könnten im Ernstfall entscheidend sein, wird betont. Ab dem 11. Februar sollen zudem die Regionen enger zusammenrücken. Künftig können auch in Berlin registrierte Helferinnen und Helfer in der Modellregion alarmiert werden, wenn sie sich in der Nähe befinden. Umgekehrt sollen Einsatzkräfte aus der Lausitz bei Notfällen in Berlin hinzugezogen werden. Laut Projektverantwortlichen entsteht so ein länderübergreifendes Vorzeigeprojekt.
Der Appell richtet sich ausdrücklich nicht nur an Fachkräfte. Auch Menschen ohne medizinischen Hintergrund seien eingeladen, Teil der KatRetter-Gemeinschaft zu werden. Helfen sei keine Frage der Qualifikation, sondern des Miteinanders, heißt es in der Pressemitteilung. Jede helfende Hand könne im Notfall einen Unterschied machen. Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.lausitzretter.de.
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht
Red. / Presseinformation






