Der Spreewald feiert in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: Vor 100 Jahren eröffnete in Lübbenau der erste Paddelbootverleih der Region. Daraus entwickelte sich über Jahrzehnte eines der wichtigsten touristischen Angebote des Spreewaldes. Heute verbindet die Region Naturtourismus, Tradition und moderne Konzepte für nachhaltiges Reisen auf dem Wasser.
100 Jahre Paddelbootverleih im Spreewald
Am 14. Mai 1926 eröffnete Erich Möhring in der Lübbenauer Dammstraße mit seiner „Spreewald-Reederei“ den ersten Paddelbootverleih im Spreewald. Nach Angaben des Tourismusverbandes entstand die Idee damals aus einem praktischen Gedanken heraus: Gäste sollten Boote direkt vor Ort ausleihen können, statt eigene Klappboote umständlich mit der Bahn in die Region transportieren zu müssen.
Der Schritt erwies sich als wegweisend für die touristische Entwicklung des Spreewaldes. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg galt die Region zunehmend als beliebtes Reiseziel. Verbesserte Bahnverbindungen zwischen Berlin und dem Spreewald sowie gezielte Werbung sorgten dafür, dass immer mehr Gäste die Wasserlandschaft entdeckten. Besonders Wassersportler aus der Hauptstadt zog es in die Fließe des Spreewaldes.
Heute zählt der Spreewald mit rund 1.500 Kilometern Fließen und Kanälen zu den größten zusammenhängenden Wasserwandergebieten Europas. Mehr als 200 Kilometer Wasserwege sind für Paddelboote nutzbar. Das UNESCO-Biosphärenreservat umfasst nach Angaben des Tourismusverbandes rund 475 Quadratkilometer und bietet Lebensraum für etwa 18.000 Tier- und Pflanzenarten.
Nachhaltiger Tourismus gewinnt weiter an Bedeutung
Auch ein Jahrhundert nach der Eröffnung des ersten Verleihs steht das Paddeln weiterhin im Mittelpunkt des Tourismus im Spreewald. Gleichzeitig rückt der Schutz der sensiblen Natur- und Kulturlandschaft immer stärker in den Fokus.
„Das Jubiläum zeigt eindrucksvoll, wie eng Tourismus, Tradition und Natur im Spreewald miteinander verbunden sind. Gleichzeitig verstehen wir es als Auftrag, die Wasserlandschaft auch für kommende Generationen zu bewahren“, erklärte Annette Ernst, Leiterin des Tourismusverbandes Spreewald, laut Mitteilung.
Gemeinsam mit Partnern setzt die Region deshalb zunehmend auf naturverträgliche Besucherlenkung. An zahlreichen Schleusen wurden inzwischen einheitliche Hinweisschilder mit Paddelregeln installiert. Diese sollen Gäste direkt auf dem Wasser für den Schutz von Flora und Fauna sowie ein respektvolles Verhalten sensibilisieren.
Digitale Angebote sollen Natur erlebbarer machen
Parallel arbeitet der Spreewald laut Tourismusverband an digitalen Erlebnisangeboten. Geplant sind moderne Augmented-Reality-Anwendungen, mit denen Besucher künftig Natur, Geschichte und Kultur der Region direkt vor Ort erleben können.
Die digitalen Angebote sollen Wissen rund um das UNESCO-Biosphärenreservat vermitteln und gleichzeitig helfen, Gäste gezielt durch die Region zu führen. Ziel sei es, zusätzliche Informationen bereitzustellen, ohne weitere Eingriffe in die Landschaft vorzunehmen.
Weitere Informationen zum Paddeln im Spreewald und zu nachhaltigen Angeboten gibt es unter www.spreewald.de.
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Red. / Presseinformation




