Nach dem Angriff auf eine Mitarbeiterin des Jugendamtes in der Außenstelle der Kreisverwaltung Elbe-Elster in Finsterwalde (->> wie berichtet) zieht der Landkreis Konsequenzen. Landrat Marcel Schmidt, so die Pressestelle des Landkreises, hat einen Sicherheitsdienst beauftragt, Krisenhilfe für die Beschäftigten organisiert und eine Überprüfung sämtlicher Dienstgebäude angekündigt. Es sind die ersten öffentlichen Aussagen des Landrats zu dem Vorfall vom Donnerstag, bei dem ein 35-Jähriger eine Mitarbeiterin bedroht und in ihrem Büro ein Feuer gelegt haben soll. Vier Mitarbeiterinnen kamen ins Krankenhaus. Der Beschuldigte sitzt in Untersuchungshaft. ->> Hier weiterlesen
Sicherheitsdienst als Sofortmaßnahme
Schmidt, der sich im Urlaub befindet, steht nach eigenen Angaben seit Bekanntwerden der Ereignisse in engem Austausch mit der Verwaltungsleitung. Als erste, sofort wirksame Maßnahme hat der Landkreis kurzfristig einen Sicherheitsdienst beauftragt. Gemeinsam mit der Polizei will die Verwaltung zudem prüfen, wie sich Dienstgebäude und Arbeitsabläufe besser aufstellen lassen. „Gerade deshalb tragen wir als Arbeitgeber eine besondere Verantwortung für ihre Sicherheit“, erklärt Schmidt mit Blick auf die Beschäftigten, insbesondere im Jugendamt. Dort würden viele Entscheidungen in schwierigen persönlichen Lebenslagen getroffen und seien nicht selten mit Konflikten verbunden. „Der Angriff auf unsere Kollegin und die weiteren Verletzten erschüttert mich zutiefst. Für eine solche Tat gibt es keinerlei Rechtfertigung.“
Krisenteam und Überprüfung aller Dienststellen
Zur Unterstützung der Betroffenen soll in der kommenden Woche das Kriseninterventionsteam der Unfallkasse vor Ort sein und den Beschäftigten helfen, das Erlebte aufzuarbeiten. Darüber hinaus kündigt der Landkreis an, sämtliche Dienstgebäude auf bauliche und organisatorische Verbesserungen im Bereich Sicherheit zu überprüfen und dafür die technische Präventionsberatung der Polizei einzubeziehen.Die Ermittlungen zum Tathergang und zu den Hintergründen führen weiterhin Polizei und Staatsanwaltschaft. Nach Angaben der Staatskanzlei richten sich diese gegen den Mann wegen des Verdachts der versuchten Tötung. Zum Motiv ist bislang nichts bekannt.
Standort Finsterwalde weiter geschlossen
Der Dienstbetrieb am Standort Finsterwalde bleibt vorerst eingestellt; bis einschließlich Montag, 20. Juli, entfallen Sprechzeiten und vereinbarte Termine. Betroffen sind das Straßenverkehrsamt, das Amt für Bildung, Jugend, Soziales und Kultur, das Amt für Bauaufsicht, Umwelt und Denkmalschutz sowie das Gesundheitsamt. Wann der Standort wieder öffnet, ist laut Landkreis weiter offen.
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht
Red.




