Elbe-Elster hat laut neuem Deutschlandatlas die günstigsten Mieten in Brandenburg. Beim schnellen Internet liegt der Kreis nach unserer Auswertung aber weit hinten, und Kinderärzte sind knapp. Die wichtigsten Zahlen mit Vergleichen.
Günstigste Angebotsmieten in ganz Brandenburg
Inserierte Mietwohnungen kosteten in Elbe-Elster 2025 im Schnitt 6,19 Euro je Quadratmeter nettokalt. Das ist der niedrigste Wert in Brandenburg und Platz 388 unter den 400 Kreisen und kreisfreien Städten. Im Bund waren es 11,11 Euro, im benachbarten Dahme-Spreewald 14,05 Euro. Noch günstiger ist es etwa im sächsischen Vogtlandkreis mit 5,35 Euro. 59,1 Prozent der Haushalte wohnen im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung (2022), der höchste Anteil in Brandenburg. Zugleich standen beim Zensus 2022 9,3 Prozent der Wohnungen leer.
Nur drei von zehn Haushalten können Gigabit bekommen
Der Atlas weist für jede Gemeinde aus, wie viele Haushalte im Dezember 2025 einen Anschluss mit mindestens 1.000 Megabit pro Sekunde bekommen konnten. Hochgerechnet auf den Kreis sind es in Elbe-Elster 30,3 Prozent. In Brandenburg insgesamt sind es nach unserer Berechnung 65 Prozent, in Deutschland 80 Prozent, in Cottbus 92 Prozent. Auch beim Nahverkehr liegt der Kreis hinten: 79,5 Prozent der Einwohner wohnen in Gehweite einer Haltestelle mit mindestens 20 Abfahrten pro Werktag, in Brandenburg laut Atlas 87,7 Prozent.
Wenige Kinderärzte, aber viele Hausärzte in Elbe-Elster
Auf 100.000 Kinder unter 15 Jahren kamen 2022 nur 24,2 Kinderärztinnen und Kinderärzte. Das ist der niedrigste Wert in Brandenburg und Platz 383 bundesweit. Im mittleren Kreis in Deutschland sind es 45,6, in Cottbus 94,9. Nach aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) gibt es im Kreis fünf kinderärztliche Zulassungen, der Versorgungsgrad liegt bei 97,1 Prozent, ein Sitz ist offen. Bei den Hausärzten steht Elbe-Elster dagegen gut da: 72,6 je 100.000 Einwohner bedeuten Platz 19 bundesweit und Platz drei in Brandenburg. Im Durchschnitt der Bundesländer sind es 60 bis 63. Trotzdem sind laut KVBB im Mittelbereich Elsterwerda/Bad Liebenwerda 6,5 und im Mittelbereich Herzberg 4,0 hausärztliche Zulassungen frei. Beide gelten als Förderregionen, neue Praxen werden dort mit bis zu 55.000 Euro bezuschusst.
Älter, weniger und viel Energie aus Wind und Sonne
30,9 Prozent der Einwohner waren 2024 mindestens 65 Jahre alt, der zweithöchste Anteil in Brandenburg nach Spree-Neiße. Die Bevölkerung schrumpfte von 2019 bis 2024 nach unserer Berechnung um durchschnittlich 0,6 Prozent pro Jahr. 10,4 Prozent der Schulabgänger hatten 2024 keinen Hauptschulabschluss, in der vorigen Atlas-Ausgabe waren es 8,3 Prozent, bundesweit sind es 7,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag 2025 bei 6,5 Prozent nach 6,6 Prozent in der vorigen Ausgabe. Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank von 126 auf 88 je 100.000 Einwohner. Bei Windkraft an Land und Freiflächen-Photovoltaik gehört Elbe-Elster zu den oberen 20 Prozent aller Kreise. Elektroautos sind dagegen selten: 1,18 Prozent der Pkw fuhren 2025 rein elektrisch, Platz 398 von 400.
Landkreis setzt auf Glasfaser bis 2028 und auf RufBusse
Auf Anfrage von NIEDERLAUSITZ aktuell verweist der Landkreis Elbe-Elster beim Internet auf den laufenden Ausbau. Rund 2.500 Adressen haben laut Kreisverwaltung über das Förderprogramm für sogenannte weiße Flecken bereits einen Glasfaseranschluss bekommen. Dazu kommen Anschlüsse, die Unternehmen wie die LKG Lauchhammer, die Telekom, GlasfaserPlus, Deutsche Glasfaser oder die Stadtwerke Finsterwalde ohne Fördergeld gebaut haben. Ende 2024 hat der Kreis die Firmen epcan und GlasfaserPlus mit dem geförderten Ausbau beauftragt, der Spatenstich war im Oktober und November 2025. Bis Ende 2028 sollen mehr als 25.000 Adressen einen gigabitfähigen, kostenfreien Glasfaserhausanschluss erhalten. Bezahlt wird das aus Förderprogrammen von EU, Bund und Land.
Den Wert beim Nahverkehr hält der Landkreis für gut. Der Deutschlandatlas berücksichtige nur Linien mit Fahrplan, nicht aber die RufBusse in Mühlberg, im Röderland und in Schlieben-Schönewalde. Die fahren ohne Fahrplan auf Bestellung, montags bis freitags von 5 bis 20 Uhr. Orte mit vielen solchen Angeboten würden deshalb schlechter dargestellt, als sie versorgt seien. Zudem werde das dünn besiedelte Elbe-Elster mit dem dicht besiedelten Berliner Umland verglichen. „Dieser Vergleich völlig unterschiedlicher Regionen hat nach unserer Auffassung mit einer wissenschaftlichen Herangehensweise wenig zu tun“, schreibt Pressereferent Torsten Hoffgaard.
Seit 2019 hat der Kreis nach eigenen Angaben vier PlusBus-Linien, eine TaktBus-Linie von Herzberg nach Torgau, drei RufBus-Angebote und 2024 eine neue Linie zwischen Elsterwerda, Prösen und Gröditz eingeführt. 2025 kamen Verbindungen in Richtung Großräschen dazu. Ende 2025 mussten aber schwach genutzte Angebote wegen steigender Kosten und stagnierender Fahrgeldeinnahmen eingestellt werden. Aktuell gehe es vor allem darum, das bestehende Angebot zu sichern. Bei den Kinderärzten verweist der Kreis auf die fünf Praxen im Landkreis, zum Anstieg der Schulabgänger ohne Abschluss auf das zuständige Staatliche Schulamt.
ZeitarbeitBewerbung bis 31.10.Gartenlandschaftsbauer (m/w/d)ZAC Personalservice GmbH · CottbusZur Stelle →Alle 411 Stellen in Südbrandenburg →Quelle aller Zahlen ist der Deutschlandatlas, Hauptaktualisierung vom 8. Oktober 2026. Je nach Thema stammen die Daten aus den Jahren 2022 bis 2025. Gerade bei den älteren Werten kann sich die Lage seither verändert haben. Die Werte für Bus und Bahn sowie für Gigabit-Internet hat NIEDERLAUSITZ aktuell aus den Gemeindedaten des Atlas für die Kreise hochgerechnet.
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