Das Sana-Herzzentrum Cottbus lädt am Donnerstag, dem 12. November, von 17 bis 19 Uhr zur zweiten Ausgabe seiner Veranstaltungsreihe „Herzmedizin kompakt“ ein. Im Mittelpunkt stehen diesmal Erkrankungen der Mitral- und Trikuspidalklappe sowie die verschiedenen Möglichkeiten ihrer Behandlung. Wie das Herzzentrum mitteilte, erklären Fachärzte, welche Aufgaben die beiden Herzklappen erfüllen, woran sich Erkrankungen erkennen lassen und wann ein medizinischer Eingriff notwendig werden kann. Dabei geht es sowohl um klassische herzchirurgische Operationen als auch um moderne Katheterverfahren, bei denen sich bestimmte Herzklappen behandeln oder sogar vollständig ersetzen lassen, ohne den Brustkorb für eine große Operation öffnen zu müssen. Anhand zweier beispielhafter Patientenfälle soll außerdem deutlich werden, wie Ärzte gemeinsam die passende Therapie auswählen. Bis zu 100 Interessierte können kostenlos vor Ort teilnehmen, alternativ werden sämtliche Vorträge live übertragen. Zum Abschluss besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und persönlich mit dem Ärzteteam ins Gespräch zu kommen.
Herzklappenerkrankungen erkennen und behandeln
Die Mitral- und Trikuspidalklappe sorgen dafür, dass das Blut im Herzen in die richtige Richtung fließt. Während die Mitralklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer liegt, befindet sich die Trikuspidalklappe auf der rechten Herzseite. Schließt eine dieser Klappen nicht mehr vollständig, fließt bei jedem Herzschlag ein Teil des Blutes zurück. Das Herz versucht zunächst, diese Einschränkung auszugleichen.
Deshalb bleiben Erkrankungen häufig längere Zeit unbemerkt. Mit zunehmender Belastung können jedoch Beschwerden wie Atemnot, Herzklopfen, Müdigkeit oder eine nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit auftreten. Besonders bei einer schweren Undichtigkeit der Trikuspidalklappe kann sich Blut im venösen Kreislauf zurückstauen. Mögliche Folgen sind geschwollene Beine, Flüssigkeitsansammlungen im Bauch sowie Völlegefühl und Appetitlosigkeit. „Der Körper kann eine Undichtigkeit der Trikuspidalklappe oft lange kompensieren, so dass sich eindeutige Symptome meist erst spät zeigen“, erklärt Dr. Kristin Rochor, Leitende Oberärztin der Kardiologie am Sana-Herzzentrum Cottbus.
Eine wichtige Rolle bei der Untersuchung spielt der Herzultraschall. Damit können Ärzte feststellen, wie gut die Herzklappen funktionieren und ob sich das Herz bereits verändert hat. Allerdings erfordert nicht jeder auffällige Befund unmittelbar eine Behandlung. Entscheidend sind unter anderem die Beschwerden, der Schweregrad der Erkrankung und mögliche Begleiterkrankungen.
Moderne Herzklappen-Therapien am Sana-Herzzentrum
Welche Behandlung infrage kommt, hängt von der jeweiligen Herzklappe und dem Gesundheitszustand des Patienten ab. Bei Erkrankungen der Mitralklappe können Herzchirurgen in geeigneten Fällen die körpereigene Klappe rekonstruieren und damit erhalten. Ist das nicht möglich oder medizinisch nicht sinnvoll, stehen verschiedene Verfahren zum Klappenersatz zur Verfügung. Daneben kommen für ausgewählte Patienten kathetergestützte Eingriffe infrage. Dabei erreichen die Ärzte das Herz über ein Blutgefäß, ohne den Brustkorb für eine große Operation öffnen zu müssen. Bestimmte Undichtigkeiten der Mitralklappe lassen sich beispielsweise mithilfe eines Clips behandeln.
Auch für Erkrankungen der Trikuspidalklappe gibt es inzwischen zusätzliche Möglichkeiten. Nach Angaben des Sana-Herzzentrums wurden dort seit Dezember 2025 bereits mehrere Patienten mit einem vollständigen kathetergestützten Trikuspidalklappenersatz behandelt. Dabei führen die Ärzte eine zusammengefaltete biologische Ersatzklappe über einen kleinen Zugang in der Leiste bis zum Herzen und setzen sie dort ein. Während des Eingriffs schlägt das Herz weiter. Das Verfahren kann insbesondere für Menschen infrage kommen, bei denen eine offene Herzoperation mit einem zu hohen Risiko verbunden wäre und eine Reparatur mittels Clip aus anatomischen Gründen nicht möglich ist.
Ärzteteam entscheidet gemeinsam über die Therapie
Im Sana-Herzzentrum Cottbus arbeiten Kardiologie, Herzchirurgie und Kardioanästhesie bei der Auswahl geeigneter Behandlungen zusammen. Im sogenannten Heart Team beurteilen die Fachbereiche unter anderem die Funktion der Herzklappen, mögliche Operationsverfahren, Begleiterkrankungen und das individuelle Eingriffsrisiko. Weitere Fachkräfte aus der Bildgebung, Kardiotechnik und Pflege ergänzen die Zusammenarbeit. Bei „Herzmedizin kompakt“ soll dieser Entscheidungsprozess anhand zweier beispielhafter Patientenfälle erklärt werden. Dabei zeigen die Fachärzte, warum für einen körperlich vergleichsweise fitten Patienten eine chirurgische Rekonstruktion sinnvoll sein kann, während bei einem älteren Menschen mit mehreren Begleiterkrankungen möglicherweise ein Katheterverfahren Vorteile bietet. Nach Angaben des Herzzentrums gehört dazu auch die Zusammenarbeit mit Hausärzten, kardiologischen Praxen und weiteren medizinischen Einrichtungen. Die Versorgung soll von der ersten Untersuchung über eine mögliche Behandlung bis zur Rehabilitation und Nachsorge möglichst gut aufeinander abgestimmt sein.
Herzmedizin kompakt mit Livestream und Fragerunde
Die zweite Ausgabe von „Herzmedizin kompakt“ findet am Donnerstag, dem 12. November 2026, von 17 bis 19 Uhr statt. Die Veranstaltung richtet sich an Interessierte, die mehr über die Funktion der Herzklappen, mögliche Erkrankungen und unterschiedliche Behandlungswege erfahren möchten. In den letzten 15 Minuten des offiziellen Programms können sowohl Gäste vor Ort als auch Teilnehmer des Livestreams Fragen stellen. Anschließend stehen Mitglieder des Ärzteteams bis 20 Uhr für persönliche Gespräche zur Verfügung. Dabei können allgemeine medizinische Fragen und Möglichkeiten einer regulären Untersuchung besprochen werden. Eine individuelle Diagnostik oder Therapieentscheidung erfolgt während der Veranstaltung nicht. Die Teilnahme ist kostenlos. Für die Präsenzveranstaltung stehen bis zu 100 Plätze zur Verfügung. Alternativ können Interessierte die Vorträge über den Livestream verfolgen. Für beide Teilnahmeformen gibt es kostenfreie Tickets.
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- Wann: Donnerstag, 12. November 2026, 17 bis 19 Uhr
- Persönliche Gespräche: anschließend bis 20 Uhr
- Wo: Sana-Herzzentrum Cottbus, Leipziger Straße 50, 03048 Cottbus
- Teilnahme: vor Ort mit bis zu 100 Gästen oder per Livestream
- Eintritt: kostenlos, Live- und Livestream-Tickets verfügbar
- Anmeldung: sana.de/cottbus
Red. / Presseinformation
Bild: SHC / Steffen Rasche
















