Am Weißen Berg bei Bahnsdorf in der Gemeinde Neu-Seeland sind neue Landschaftspfleger im Einsatz. Seit einigen Wochen beweiden drei Konik-Hengste und zwei Galloway-Rinder das Naturschutzgebiet. Sie sollen die Dünenlebensräume offenhalten und die Artenvielfalt fördern, teilt die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg mit.
Tiere beweiden rund 20 Hektar Dünen und Grasfluren
Mit den Weidetieren will die Stiftung die Tier- und Pflanzenwelt im Naturschutzgebiet „Weißer Berg bei Bahnsdorf“ im Landkreis Oberspreewald-Lausitz bewahren. „Die Tiere beweiden insgesamt rund 20 Hektar, drängen Landreitgras zurück, halten die Dünen offen und verteilen die Samen der spezialisierten Pflanzen im gesamten Gebiet“, erklärt Projektleiterin Janine Ruffer. „Durch ihre unterschiedliche Fressweise und ihr Verhalten schaffen sie abwechslungsreiche Vegetationsstrukturen und fördern damit die Artenvielfalt.“
Die Pferde und Rinder gehören zum Landwirtschaftsbetrieb Kai Schneider aus Klettwitz, der auch die Weidelandschaft Meuro beweidet.
Binnendüne am Weißen Berg entstand nach der Eiszeit
Der Weiße Berg ist Teil eines Binnendünenzugs, der gegen Ende der letzten Eiszeit vor rund 11.000 Jahren entstanden ist. Heute finden sich dort neben offenen Dünen und Grasfluren auch Trockenrasen, Heideflächen und seltene Steppen-Kiefernwälder.
Über Jahrhunderte hielten Rinder, Schafe und Schweine solche kargen Flächen durch Beweidung offen. Erst zu DDR-Zeiten wurden die Dünen am Weißen Berg bei Bahnsdorf zunehmend mit Kiefern aufgeforstet. Die Bäume beschatteten den Boden und verdrängten sonnenliebende Pflanzenarten wie Sand-Silberscharte, Sand-Thymian und Katzenpfötchen. Zusätzlich versauerte die Nadelstreu die ohnehin nährstoffarmen Böden.
Kiefern entfernt und seltene Pflanzen zurückgebracht
Um die ursprünglichen Dünenlebensräume wiederherzustellen, hat die Stiftung im Rahmen ihres Projekts „LIFE Trockenrasen“ bereits im vergangenen Winter Kiefern und andere Gehölze entfernt, Wurzelstubben ausgegraben und offene Bodenflächen geschaffen. Anschließend brachte das Projektteam gemeinsam mit dem Botanischen Garten der Universität Potsdam seltene Pflanzenarten durch Pflanzungen und Aussaat zurück. Auf den offenen, sonnigen Sandflächen sollen sie sich ausbreiten und langfristig etablieren.
„Mit dem Einzug der Pferde und Rinder gelingt es, die durch das Projekt wiederhergestellte Struktur- und Artenvielfalt am Weißen Berg bei Bahnsdorf auch langfristig zu erhalten“, sagt Janine Ruffer.
Wälzende Pferde schaffen Lebensraum für Wildbienen
Dass Pferde und Rinder gemeinsam auf der Fläche stehen, hat nach Angaben der Stiftung Vorteile für die Landschaftspflege. Weil die Tiere unterschiedliche Pflanzen bevorzugen und sich verschieden verhalten, entsteht ein abwechslungsreiches Vegetationsbild. Wo sich die Pferde im Sand wälzen, entstehen zudem offene Bodenstellen. Sie bieten Wildbienen, die ihre Nester im Boden anlegen, geeignete Lebensräume. So profitieren neben den seltenen Dünenpflanzen auch zahlreiche Insekten von der Beweidung.
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Wer die Landschaft und die tierischen Landschaftspfleger kennenlernen möchte, kann dem Wanderweg am Weißen Berg bei Bahnsdorf folgen. Neue Informationstafeln informieren über das Gebiet, seine Lebensräume und die Beweidung. Die Stiftung bittet Besucher, auf den Wegen zu bleiben und die Weidezäune nicht zu übersteigen, um Natur und Tiere zu schützen.
Projekt LIFE Trockenrasen läuft von 2019 bis 2026
Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg setzt das Projekt „LIFE Trockenrasen“ von 2019 bis 2026 gemeinsam mit dem Botanischen Garten der Universität Potsdam und der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe um. Es soll wertvolle Trockenlebensräume im Land Brandenburg schützen, erhalten und wiederherstellen. Finanziert wird es von der Europäischen Kommission und der Stiftung. Weitere Informationen gibt es auf der Projektseite von LIFE Trockenrasen, Fotos zur Beweidung auf der Presseseite der Stiftung.
Das Land Brandenburg hat die Stiftung NaturSchutzFonds errichtet. Seit 1995 betreut sie die Ersatzzahlung im Land und hat nach eigenen Angaben seitdem mehr als 1.400 Naturschutzprojekte mit Partnern ermöglicht oder selbst umgesetzt.
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