Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) setzt die LAOLA Cottbus-Studie fort. Bei den Heimspielen des FC Energie Cottbus am 16. Oktober gegen den 1. FC Nürnberg, am 30. Oktober gegen den VfL Bochum und am ersten Dezemberwochenende gegen den VfL Osnabrück werden erneut Fußballfans gesucht.
Was machen der Jubeltaumel im Stadion, extreme Gefühle von Begeisterung oder auch Enttäuschung mit dem Herzen? Dieser Frage geht die LAOLA Cottbus-Studie nach. Gestartet war sie an drei Spieltagen im März und April, nun wird sie mit weiteren freiwilligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern fortgesetzt. Der Wochentag für das Spiel im Dezember steht laut MUL-CT noch nicht fest und soll rechtzeitig bekanntgegeben werden. Über den Start der Studie im März hatte NIEDERLAUSITZ aktuell hier berichtet.
Langzeit-EKG für Fans ab 40 Jahren im Stadion
Gesucht werden Fußballfans ab 40 Jahren, die eines der ausgewählten Heimspiele besuchen und bisher nicht an der Studie teilgenommen haben. Rund um den Stadionbesuch erhalten die Teilnehmenden nach einer kurzen Herzuntersuchung mit Fragebogen, EKG und Blutdruckmessung ein 24-Stunden-Langzeit-EKG. Damit untersuchen die Wissenschaftler, wie sich die Herztätigkeit während des Spiels und in den Stunden danach verändert. Im Fokus stehen Herzrhythmusstörungen sowie Veränderungen von Herzfrequenz und Blutdruck. Zugleich soll das Bewusstsein für möglicherweise unbekannte Herz-Kreislauf-Risiken und risikobelastetes Verhalten geweckt werden.
Die Teilnahme ist freiwillig. Im Anschluss erhalten die Teilnehmenden Zugang zu App-basierten Gesundheitsinformationen. Die MUL-CT führt die LAOLA Cottbus-Studie in Kooperation mit Herzspezialisten des Kompetenznetzes Vorhofflimmern durch.
Anmeldung für einen Spieltag ab sofort online möglich
Wer 40 Jahre oder älter ist, kann sich ab sofort online für einen der kommenden Spieltage anmelden und dabei direkt einen passenden Zeit-Slot auswählen. Die Anmeldung ist unter www.gesunde-lausitz.de/laola-cottbus möglich. Die Anmeldung zur Studie berechtigt nicht zum Zutritt ins Stadion, ein Ticket für den Spieltag muss regulär gekauft werden.
Erste Zwischenergebnisse aus dem Frühjahr liegen vor
An den ersten Studientagen im Frühjahr nahmen 115 Fußballfans teil. Bei neun von ihnen wurde eine weiterführende medizinische Diagnostik empfohlen, drei davon wurde eine kurzfristige ärztliche Behandlung angeraten.
„Die Ergebnisse zeigen, welches Potenzial in der Verbindung von Forschung und Prävention steckt. Das frühzeitige Erkennen von Risiken eröffnet die Chance, rechtzeitig gegenzusteuern und schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen“, sagt Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL-CT und Vorstand für Versorgung. Es handele sich zunächst um erste Erkenntnisse aus der noch laufenden LAOLA Cottbus-Studie. Neben den Nachbefragungen nach sechs, zwölf und 24 Monaten solle sie nun mit weiteren Teilnehmenden fortgesetzt werden. „Freiwillige Beteiligung ist nicht selbstverständlich und so bedeutsam. So kommen wir gemeinsam zu wichtigen neuen Erkenntnissen, die in Zukunft für viele Menschen entscheidend sein können“, so Nagel.
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