Der Gemeindedolmetschdienst Brandenburg besteht seit zehn Jahren. Aus Cottbus kam im vergangenen Jahr gut ein Viertel aller Anfragen – mehr als aus jeder anderen Kommune außer Potsdam.
Gemeindedolmetschdienst vermittelt ehrenamtlich
Der Dienst vermittelt Sprach- und Kulturmittelnde an Einrichtungen des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesens. Zugewanderte werden dadurch bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Terminen in Schulen und Kitas begleitet. Träger ist die Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit, gefördert wird das Projekt seit der Gründung vom Sozialministerium.
Vor ihrem Einsatz durchlaufen die Ehrenamtlichen einen zertifizierten Kurs. Aktuell befinden sich nach Angaben des Ministeriums 85 Sprachmittelnde im Vermittlungspool, koordiniert von einer eigenen Vermittlungszentrale.
Jede vierte Anfrage kommt aus Cottbus
Rund 1.500-mal wurde der Gemeindedolmetschdienst im Jahr 2025 angefragt. Die meisten Anfragen entfielen mit 44 Prozent auf Potsdam, danach folgte Cottbus mit 26,4 Prozent. Auf dem dritten Platz lag der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 13,1 Prozent.
Am häufigsten kamen die Anfragen aus dem Gesundheitsbereich (42,2 Prozent), gefolgt vom Bildungssektor mit 24,9 Prozent und von Behörden mit 14,7 Prozent. Am stärksten nachgefragt waren die Sprachen Arabisch, Russisch und Dari beziehungsweise Farsi.
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Aus dem Ehrenamt wird oft ein Beruf
Für einen Teil der Ehrenamtlichen ist die Tätigkeit ein Einstieg. 14 von ihnen nahmen im vergangenen Jahr eine Arbeit, Ausbildung oder ein Studium auf, unter anderem als Hebamme, Behördensachbearbeiterin oder selbstständige Dolmetscherin. In diesem Jahr kamen bislang sieben weitere hinzu, darunter ein Medizinstudium und eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten.
Sozialstaatssekretär Dr. Johannes Wagner würdigte den Dienst bei der Jubiläumsveranstaltung in Potsdam: „Wer versteht und verstanden wird, integriert sich leichter.“ Zum einen helfe das Projekt Neuankömmlingen, sich zurechtzufinden, zum anderen profitierten die Sprachmittelnden selbst, weil viele von ihnen eine eigene Einwanderungs- oder Fluchtgeschichte hätten.
Die Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit wurde 2004 von zugewanderten Brandenburgerinnen und Brandenburgern in Potsdam gegründet. Der Schwerpunkt des gemeinnützigen Vereins liegt auf der Sozialen Arbeit in den Bereichen Migration und Integration.
Für Einrichtungen in Cottbus und im Umland heißt das, dass sie nicht selbst nach einer Übersetzung suchen müssen. Angefragt wird beim Gemeindedolmetschdienst, die Zuteilung übernimmt anschließend dessen Vermittlungszentrale. Die Sprachmittelnden arbeiten dabei ehrenamtlich.
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Red. / Presseinformation




