Das Lausitz Festival hat seine siebte Ausgabe in der Kulturweberei Finsterwalde beendet. Nach Angaben der Veranstalter standen 33 Aufführungen an 19 Spielstätten auf dem Programm, die Auslastung lag bei 86 Prozent.
Lausitz Festival endet mit einem Einspringer
Den Schlusspunkt setzte am Sonntagabend in Finsterwalde ein Quartett um den Trompeter und Pianisten Sebastian Studnitzky. Die Band war nach Angaben des Veranstalters innerhalb weniger Stunden für die US-Jazzsängerin Dee Dee Bridgewater eingesprungen, die ihr Konzert aus dringenden persönlichen Gründen kurzfristig abgesagt hatte. Mit Haggai Cohen-Milo am Kontrabass, Arto Mäkelä an der Gitarre und Bodek Janke am Schlagzeug standen Musiker aus Finnland, Israel, Polen und Deutschland gemeinsam auf der Bühne.
Begonnen hatte die Ausgabe am 25. August in Görlitz. Dazwischen lagen gut zwei Wochen mit 19 unterschiedlichen Produktionen an 19 Veranstaltungsstätten in 13 Orten der Region. 14 der 33 Veranstaltungen waren demnach ausverkauft.
Auslastung steigt leicht auf 86 Prozent
Die Auslastung lag mit 86 Prozent knapp über dem Vorjahreswert von 85 Prozent. Weil das Budget in dieser Saison spürbar knapper ausfiel, gab es allerdings drei Produktionen weniger als 2025. Die absolute Besucherzahl beziffern die Organisatoren auf 11.500. Darin enthalten sind zwei Kunstausstellungen, die noch bis in den Herbst laufen, sowie zwei weitere Aufführungen der Jugendtheater-Koproduktion außerhalb des Festivalzeitraums.
Damit bewegt sich das Lausitz Festival trotz des kleineren Etats auf dem Niveau der Vorjahre. Die Resonanz in den Medien und beim Publikum sei überaus positiv gewesen, teilten die Veranstalter mit.
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Hamlet im Hangar auf dem Flugplatz Cottbus
Im Mittelpunkt standen vier Theaterproduktionen, drei davon an Orten, an denen sonst kein Theater gespielt wird. Fünf Vorstellungen von Shakespeares „Hamlet“ in der Regie und Textfassung von Marcel Kohler fanden im Hangar 1 auf dem alten Flugplatz Cottbus statt. Auf zwei gegenüberliegenden Tribünen entstand dort Platz für 350 Zuschauer. Zum Ensemble gehörten Linn Reusse, Corinna Harfouch und Götz Schubert.
Weitere Spielorte lagen außerhalb Brandenburgs: Christoph Marthalers Revue „Erste letzte Sekunde“ lief im RöderSaal in Großröhrsdorf, das Kammerspiel „Der Ausweg“ in der Danner-Halle auf dem TELUX-Gelände in Weißwasser.
Lausitz Festival bindet die Region stärker ein
Sichtbar wurde in diesem Jahr zudem die Beteiligung der Region. Mit „gehen bleiben“ kam erstmals eine Koproduktion mit dem Piccolo Theater Cottbus zustande. Der Jugendklub des Theaters entwickelte das Spielmaterial aus eigenen Erfahrungen, textlich unterstützt von der Cottbuser Autorin Ruth-Maria Thomas. Außerdem endete das 2024 begonnene Projekt „Lausitzlieder“ mit einem Konzert im Gladhouse Cottbus. Dafür hatten Autorinnen und Autoren aus der Lausitz Gedichte geschrieben, die anschließend vertont wurden.
Weitere Angebote richteten sich an Laien. Workshops mit Chören gab es in Görlitz und Forst, Kinder aus Cottbus wirkten im „Hamlet“ mit. Im Schloss Altdöbern befragte der Dramaturg Thoralf Czichon außerdem das Übersetzer-Tandem Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein zur Neuübersetzung des polnischen Romans „Die Puppe“.
Der erste Credo-Preis des Festivals geht nach Prag
Beim Eröffnungskonzert in der Görlitzer Kirche St. Peter und Paul wurde erstmals der neu geschaffene Credo-Preis vergeben. Er ging an Petr Štědroň, der als Theaterleiter und Intendant in Prag arbeitet und deutsche Gegenwartsliteratur ins Tschechische überträgt. Künftig soll die Auszeichnung alle zwei Jahre verliehen werden.
Der Ausstellungsteil widmete sich in diesem Jahr einem einzigen Künstler an drei Orten. Arbeiten des Brasilianers Jonathas de Andrade waren im Neuen Schloss Bad Muskau, in der Energiefabrik Knappenrode und im Dieselkraftwerk Cottbus zu sehen. Die nächste Ausgabe beginnt nach Angaben der Veranstalter am 25. August 2027.
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Red. / Presseinformation
© Foto: Thomas J. Krebs/Lausitz Festival





