Der FC Energie Cottbus geht vorerst ohne weitere Verstärkung in die kommenden Wochen der 2. Bundesliga: Der Aufsteiger hat die Sommer-Transferphase, die am gestrigen Montag mit dem Deadline Day endete, ohne einen weiteren Neuzugang beendet. Man werde „mit Geschlossenheit, Zusammenhalt und innerer Stärke“ auf die vorhandene Mannschaft vertrauen, teilte der Verein mit. Die Suche nach Verstärkungen war zuletzt intensiv gelaufen – noch vor wenigen Tagen hatte Trainer Claus-Dieter Wollitz betont, mit Hochdruck an Zugängen zu arbeiten, gerade nach dem schweren Ausfall von Torjäger Erik Engelhardt. Ganz vom Tisch ist das Thema Verstärkung damit aber nicht: Zwar ist das reguläre Transferfenster geschlossen, doch vertragslose Spieler dürfen auch danach noch verpflichtet werden.
„Vorstellungen lagen zu weit auseinander“
Am Ende scheiterten die Bemühungen an den Bedingungen des Marktes. „Der Verein hat extrem viel möglich gemacht und war auch bereit, deutlich mehr Risiko zu gehen“, sagt Wollitz. „Und dennoch waren für uns auf dem aktuellen Markt die Dinge schlichtweg nicht darstellbar.“ Ganz abgeschlossen ist das Kapitel aber nicht: Man halte weiter die Augen offen, ob sich bei vertragslosen Spielern noch etwas ergebe – solche Wechsel sind auch nach dem Ende des regulären Transferfensters möglich.
Kaderplaner Maniyel Nergiz gab einen offenen Einblick in die schwierige Suche. „Wir haben uns mit zahlreichen Spielern beschäftigt, doch letztlich ist es so, dass wir die Spieler, von denen wir überzeugt waren, dass sie uns helfen können, nicht bekommen haben.“ Da hätten die Vorstellungen zu weit auseinandergelegen. Umgekehrt gelte: „Von Spielern, die uns angeboten wurden, waren wir wiederum nicht vollends überzeugt.“ Der Markt sei für Cottbus in diesem Sommer äußerst schwierig gewesen, weil wirtschaftliche Anforderungen an den Verein gestellt worden seien, die der Club „nicht verantwortungsvoll bedienen kann und will“.
Lemke: „Wahre Stärke trägt man im Herzen“
Präsident Sebastian Lemke stellte die Entscheidung als bewussten Verzicht auf unkalkulierbare Risiken dar. „Wir haben immer gesagt, dass wir das möglich machen werden, was möglich ist. Kalkulierbares Risiko, aber nicht zu derartigen Bedingungen, die sich in diesem Sommer gezeigt haben.“ Dazu trage man „eine zu große Verantwortung dem Verein gegenüber“. Nun gelte es, aus der Situation „etwas Großes zu machen“ und noch enger zusammenzurücken. „Nach fünf Jahren bergauf und großartigen Erfolgen wollen und werden wir auch jetzt wieder zeigen, was Geschlossenheit und Zusammenhalt bedeutet“, so Lemke. „Wahre Stärke erwächst nicht von außen, man trägt sie im Herzen.“
Für Energie geht es am Samstag beim VfL Wolfsburg weiter (13 Uhr).
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