Ein Spaziergang durch die Innenstadt an einem heißen Julitag ist für viele Menschen eine Frage des Aushaltens – für Susan Draeger ist er eine Forschungsfrage. Die Professorin für Entwerfen und Energieeffizientes Bauen an der BTU Cottbus-Senftenberg untersucht, wie sich Städte an die zunehmende Hitze anpassen lassen. Ihr Leitsatz: „Nachhaltigkeit ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit.“
Testpersonen mitten in der Hitzewelle
Im Zentrum steht das Forschungsprojekt „Hitze in der Stadt“, das Draegers Fachgebiet gemeinsam mit Partnern durchgeführt hat. Der entscheidende Kniff: Statt nur Sensoren aufzustellen und Gebäude zu simulieren, schickte das Team Testpersonen während einer Hitzeperiode mitten durch die Stadt. Sie liefen, schwitzten und dokumentierten, wie sich die Hitze an einer bestimmten Straßenecke oder auf einem schattenlosen Platz tatsächlich anfühlt – eine Perspektive, die in der bislang vor allem technischen Klimaforschung oft fehlte.
Kühle Wege statt nur kühler Orte
Die Erkenntnisse hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Handlungsempfehlungen übersetzt. Eine zentrale Faustregel: Es reicht nicht, ein paar schattige Parks anzulegen. Was Menschen wirklich brauchen, sind kühle Wege – nicht nur kühle Orte. Klimaanpassung dürfe nicht am Parkeingang enden, sondern müsse den ganzen Weg mitdenken, den jemand tatsächlich zurücklegt: zur Bushaltestelle, zum Supermarkt, zur Schule. Ein Befund, der auch für die Städte der Lausitz mit ihren zunehmend heißen Sommern an Bedeutung gewinnt.
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
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Symbolfoto: Archiv
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Red. / Presseinformation




