Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem in Cottbus und die Medizinische Hochschule Brandenburg wollen künftig enger zusammenarbeiten. Wie die MUL-CT mitteilte, haben beide Einrichtungen eine umfassende Kooperationsvereinbarung geschlossen. Sie soll Forschung, Lehre, Digitalisierung und Nachwuchsförderung verbinden. Ziel ist es demnach, mehr Ärztinnen und Ärzte in Brandenburg auszubilden, medizinischen Nachwuchs im Land zu halten und neue Lösungen für die Gesundheitsversorgung zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Allgemeinmedizin und der Frage, wie die hausärztliche Versorgung vor allem in ländlichen Regionen langfristig gesichert werden kann.
Kooperation soll Medizin in Brandenburg stärken
Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem in Cottbus und die Medizinische Hochschule Brandenburg CAMPUS GmbH haben eine umfassende Kooperationsvereinbarung geschlossen. Das teilte die MUL-CT in einer Presseinformation mit. Die Zusammenarbeit soll Forschung, Lehre, Digitalisierung und Nachwuchsförderung enger miteinander verbinden. Dahinter steht nach Angaben der Universität das gemeinsame Ziel, die medizinische Versorgung in Brandenburg langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie mehr medizinischer Nachwuchs in Brandenburg ausgebildet und später möglichst auch im Land gehalten werden kann. Gerade in ländlichen Regionen zählt die Sicherung der ärztlichen Versorgung seit Jahren zu den großen Herausforderungen. Mit der neuen Vereinbarung wollen beide Einrichtungen ihre bestehenden Strukturen stärker vernetzen und damit Ausbildung, Forschung und Versorgung enger zusammenführen.
Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Gründungsvorstand Wissenschaft der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem, sagte laut Mitteilung: „Brandenburg braucht gut ausgebildete Ärztinnen und Ärzte, innovative Forschung und starke regionale Netzwerke. Keine Institution kann diese Aufgabe allein bewältigen. Mit der MHB gewinnen wir einen Partner, mit dem wir Ausbildung, Forschung und Versorgung noch enger verzahnen können.“
Lehrangebote und Praxisorte sollen vernetzt werden
Konkret wollen die MUL-CT und die MHB ihre Lehrangebote stärker aufeinander abstimmen. Außerdem sollen Ausbildungsstrukturen gemeinsam genutzt werden. Nach Angaben der Universität betrifft das unter anderem Lehrpraxen und Lehrkrankenhäuser. Diese sollen künftig Studierenden beider Hochschulen offenstehen.
Dadurch sollen mehr angehende Medizinerinnen und Mediziner praktische Erfahrungen in Brandenburg sammeln können. Die beteiligten Einrichtungen sehen darin einen wichtigen Faktor, um Nachwuchs später auch als Ärztinnen und Ärzte in der Region zu halten. Praxisnähe spielt in der medizinischen Ausbildung eine zentrale Rolle, weil Studierende so früh mit regionalen Versorgungsstrukturen, Patientinnen und Patienten sowie konkreten Arbeitsbedingungen in Kontakt kommen.
Ein besonderer Schwerpunkt der Kooperation liegt auf der Allgemeinmedizin. Beide Partner wollen die Weiterbildung von Hausärztinnen und Hausärzten gemeinsam stärken. Gerade für ländliche Räume in Brandenburg ist diese Frage besonders wichtig. Nach Angaben der MUL-CT zählt die Sicherung der hausärztlichen Versorgung dort zu den zentralen Aufgaben der kommenden Jahre.
Forschung soll schneller in die Praxis kommen
Neben der Lehre wollen die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem und die Medizinische Hochschule Brandenburg auch in der Forschung enger zusammenarbeiten. Geplant sind nach Angaben der MUL-CT gemeinsame Projekte zur Gesundheitsversorgung. Zudem sollen Förderanträge im Netzwerk Universitätsmedizin vorbereitet werden.
Das Ziel besteht laut Mitteilung darin, neue wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Praxis zu bringen. Außerdem sollen innovative Versorgungskonzepte für Brandenburg entwickelt werden. Damit verbindet die MUL-CT Kooperation MHB mehrere Ebenen: Ausbildung, Forschung, Digitalisierung, regionale Netzwerke und konkrete Versorgungsfragen.
Prof. Dr. Dr. Hans-Uwe Simon, Präsident der Medizinischen Hochschule Brandenburg, verwies in der Mitteilung auf die Entwicklung der MHB seit ihrer Gründung und staatlichen Anerkennung im Jahr 2014. Die Hochschule stehe demnach für Mut und Pioniergeist und habe gemeinsam mit den vier Universitätskliniken in Neuruppin, Brandenburg an der Havel, Bernau und Rüdersdorf die Universitätsmedizin im Land aufgebaut.
Simon sagte laut Mitteilung weiter, die MHB habe neue Maßstäbe für eine wissenschaftsbasierte, praxisnahe und patientenorientierte Ausbildung gesetzt. Davon würden nicht nur Studierende, sondern auch Patientinnen und Patienten in Brandenburg profitieren. Die Kooperation mit der MUL-CT bezeichnete er als wichtigen Schritt, um Forschung, Lehre und Versorgung landesweit noch enger zu verzahnen.
Nachwuchs für die Versorgung im Land halten
Die neue Vereinbarung ist auch vor dem Hintergrund des medizinischen Nachwuchsbedarfs in Brandenburg zu sehen. Beide Einrichtungen wollen nach eigenen Angaben dazu beitragen, dass mehr Ärztinnen und Ärzte im Land ausgebildet werden und berufliche Perspektiven in Brandenburg finden. Durch gemeinsame Lehrstrukturen, Praxiseinsätze und Forschungsvorhaben sollen dafür zusätzliche Wege entstehen.
Für die Lausitz spielt die MUL-CT Kooperation MHB zugleich eine besondere Rolle. Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem befindet sich im Aufbau und soll Cottbus als Medizin- und Wissenschaftsstandort weiterentwickeln. Die Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg soll dabei helfen, bestehende Erfahrungen im Land zu nutzen und neue Strukturen miteinander zu verbinden.
Wie schnell sich die Kooperation konkret auf Studienangebote, Praxisplätze und Forschungsprojekte auswirkt, geht aus der Mitteilung nicht im Detail hervor. Klar ist jedoch: Beide Einrichtungen wollen ihre Zusammenarbeit langfristig anlegen und damit einen Beitrag zur künftigen Gesundheitsversorgung in Brandenburg leisten.
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Red. / Presseinformation
Bild: MUL-CT




