Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ruft erneut zum Streik bei ALBA Cottbus auf. Für Dienstag, den 7. April 2026, hat die Gewerkschaft die Beschäftigten des Entsorgungsunternehmens zum Ausstand aufgerufen. Das teilte die Gewerkschaft am Abend mit. Hintergrund sind festgefahrene Tarifverhandlungen und die Forderung nach spürbaren Lohnverbesserungen.
Gewerkschaft fordert 500 Euro mehr pro Monat
Im laufenden Tarifkonflikt zwischen ALBA und Gewerkschaft Verdi verschärft sich die Lage zunehmend. Die Tarifkommission fordert laut ver.di eine monatliche Entgelterhöhung von 500 Euro für alle Beschäftigten. Darüber hinaus sollen eine Schichtzulage von 100 Euro sowie Zuschläge für Samstagsarbeit ab der ersten Minute eingeführt werden. Die Gewerkschaft begründet diese Forderungen mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten der Beschäftigten.
Bislang sind die Tarifgespräche ohne Einigung geblieben. Die Tarifkommission machte in der Mitteilung von ver.di deutlich, dass ohne spürbare Verbesserungen beim Lohn kein Abschluss möglich sei. Gleichzeitig betonte die Gewerkschaft, dass der erneute Ausstand notwendig sei, um den Druck auf den Arbeitgeber zu erhöhen und ein verhandlungsfähiges Angebot zu erreichen.
Arbeitgeber bietet laut Gewerkschaft zu wenig
In der zweiten Verhandlungsrunde am 11. Februar 2026 legte der Arbeitgeber sein Angebot vor. Vorgesehen war eine Lohnerhöhung von insgesamt 2,6 Prozent, verteilt auf eine Laufzeit von 24 Monaten. Nach Einschätzung von ver.di bedeutet dieses Angebot einen Reallohnverlust für die Beschäftigten. Die Gewerkschaft sieht darin keine ausreichende Reaktion auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten.
Laut Gewerkschaft lehnte der Arbeitgeber in der zweiten Runde zudem zentrale Forderungen der Tarifkommission ab. Die geforderte Schichtzulage von 100 Euro fand keinen Eingang in das Angebot. Auch verbesserte Zuschläge für Samstagsarbeit wurden vom Arbeitgeber abgelehnt. Daraufhin wurden die Verhandlungen ohne Ergebnis vertagt. Wann ein neuer Gesprächstermin stattfinden soll, teilte ver.di bislang nicht mit.
Der erneute Streik bei ALBA Cottbus ist nach Angaben von ver.di die notwendige Konsequenz aus dieser Situation. Die Gewerkschaft will mit dem Ausstand den Druck erhöhen und ein verbessertes Angebot erwirken. Solange der Arbeitgeber keine substanziellen Zugeständnisse mache, sei ein Tarifabschluss nicht in Sicht.
Neuorganisation der Abfallwirtschaft ab 2027 geplant
Neben dem Tarifkonflikt sehen sich die Beschäftigten mit weitreichenden strukturellen Veränderungen konfrontiert. Ab 2027 soll die Abfallwirtschaft in Cottbus neu organisiert werden. Laut Mitteilung von ver.di ist dabei unter anderem die Gründung einer öffentlich-privaten Partnerschaft vorgesehen. Bei einer solchen Partnerschaft übernehmen ein privates Unternehmen und die öffentliche Hand gemeinsam Aufgaben, die bisher allein in kommunaler Verantwortung lagen.
Diese Umstrukturierung sorgt laut Gewerkschaft für zusätzliche Unsicherheit in der Belegschaft. Welche konkreten Auswirkungen die geplante Neuorganisation auf Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen haben soll, ist nach aktuellem Stand noch nicht bekannt. Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kumulieren sich damit tarifliche Unsicherheit und struktureller Wandel. ver.di betonte, dass dies den Druck erhöhe, im laufenden Tarifstreit zeitnah zu einer tragfähigen Lösung zu kommen.
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