Zwischen Theater im Flugzeughangar, brasilianischer Gegenwartskunst, einem polnischen Literaturklassiker und Jazz aus den USA nimmt das Lausitz Festival 2026 weiter Gestalt an. Für die Festivalausgabe vom 25. August bis 13. September sind mehr als 30 Veranstaltungen in Brandenburg und Sachsen geplant. In Cottbus wird der Hangar 1 auf dem ehemaligen Flugplatz Cottbus-Nord zum großen Festivalstart zur Bühne, diesmal mit einem Shakespeare-Stück und Corinna Harfouch im Ensemble. Weitere Schwerpunkte liegen auf einer Doppelausstellung mit Werken von Jonathas de Andrade, dem Lausitz Labor im Alten Stadthaus Cottbus, Literaturabenden in der Region und dem Festivalfinale mit Jazzsängerin Dee Dee Bridgewater in Finsterwalde. Karten und weitere Informationen gibt es online unter www.lausitz-festival.eu Mehr dazu im Video ->> Hier klicken
Lausitz Festival 2026 Programm in Cottbus
Beim heutigen Pressegespräch im Hangar 1 auf dem ehemaligen Flugplatz Cottbus-Nord stellten Intendanz und Geschäftsführung nach Angaben des Festivals die Programmschwerpunkte für Brandenburg vor. Die historische Flugzeughalle spielt dabei erneut eine zentrale Rolle. Dort soll im August ein weiteres Shakespeare-Stück gezeigt werden.
Auf der Bühne steht laut Mitteilung der Cast der erfolgreichen Produktion „Othello / Die Fremden“ aus den Jahren 2024 und 2025. Ergänzt wird das Ensemble durch die Schauspielerin Corinna Harfouch. Geplant sind vier Abende im August. Die Premiere ist nach Angaben des Festivals bereits ausverkauft. Das Lausitz Festival findet auch 2026 wieder in Brandenburg und Sachsen statt und verbindet dabei unterschiedliche Spielorte in der Region.
Ein weiterer Cottbuser Schwerpunkt liegt im Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst, kurz BLMK. Dort entsteht ein Teil der Doppelausstellung „Der grelle Schein der Ränder“. Nach Angaben des Festivals tritt die Schau im BLMK mit Arbeiten des brasilianischen Gegenwartskünstlers Jonathas de Andrade in Dialog. Die Direktorin des BLMK, Ulrike Kremeier, kuratiert dafür eine Ausstellung mit Malerei, Grafik und Fotografie der 1920er- und 1930er-Jahre.
Kunst beim Lausitz Festival in Bad Muskau
Der zweite Teil der Ausstellung „Der grelle Schein der Ränder“ wird im Schloss Bad Muskau/Mužakow gezeigt. Laut Festival bringt die Präsentation Videokunst und eine größere Installation von Jonathas de Andrade in die Lausitz. Der in Berlin lebende Kurator Kobi Ben-Meir hat die Arbeiten für das Festival ausgewählt.
Nach Angaben der Veranstalter beschäftigt sich ein wichtiger Strang im Werk de Andrades mit Menschen, die an den Rändern der Gesellschaft Brasiliens leben. Die Ausstellung soll deren Würde, Autonomie sowie das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft thematisieren. Gefördert wird die Ausstellung laut Mitteilung durch die Bundeskulturstiftung.
Ein weiterer Programmpunkt ergänzt die Ausstellung in der Energiefabrik Knappenrode/Hórnikecy. Dort ist ein Filmkonzert geplant. Drei brasilianische Musiker, die seit längerer Zeit mit de Andrade zusammenarbeiten, spielen dabei live zu drei seiner Kurzfilme. Der Soundtrack wurde laut Festival speziell für diese Filme komponiert und wird auf verschiedenen Percussion-Instrumenten umgesetzt.
Literatur und Gespräche an mehreren Orten
Auch die Literatur erhält im ergänzten Programm mehrere neue Akzente. In Schloss Altdöbern steht der polnische Roman „Die Puppe“ von Boleslaw Prus im Mittelpunkt. Die Neuübersetzung des rund 1200 Seiten umfassenden Werks erschien 2024 und wurde von Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein erarbeitet. Der neue Literatur-Dramaturg des Lausitz Festivals, Thoralf Czichon, spricht laut Mitteilung mit beiden Übersetzern über das Werk und den Autor. Außerdem werden Passagen aus dem Roman gelesen.
Czichon ist nach Angaben des Festivals Literaturstudent in Wien, arbeitet dort in einer Buchhandlung und betreibt den YouTube-Kanal „LiteraturNews“. Im Lauf des Festivals trifft er in der Energiefabrik Knappenrode/Hórniceky außerdem auf die Autorin, Illustratorin und Sprechkünstlerin Judith Schalansky. Ihr neues Buch „Marmor. Quecksilber. Nebel. Woraus die Welt gemacht ist“ bildet den Ausgangspunkt für einen Abend zwischen Lesung und Gespräch.
Ein weiterer Literaturabend führt in die Dorfkirche Cunewalde. Dort kommt „Passion. Über die Menschlichkeit“ auf die Bühne. Das MusikHörSpiel basiert auf dem Roman „Passion“ der belgischen Schriftstellerin Amélie Nothomb. Götz Schubert und Manuel Munzlinger verbinden laut Festival Text, Schauspiel, Oboe und Komposition zu einem gemeinsamen Bühnenformat.
Lausitz Labor kehrt nach Cottbus zurück
Das Lausitz Labor zieht zum vierten Mal in Folge ins Alte Stadthaus Cottbus. Die philosophische Reihe gehört seit Beginn zum Festival und findet 2026 an drei Tagen statt. Anders als zuvor beginnt sie bereits am Donnerstag und endet am Sonnabend.
Die Philosophen Christiane Voss und Christoph Menke begrüßen laut Mitteilung erneut mehrere Gäste aus Wissenschaft, Literatur und Gesellschaft. Genannt werden unter anderem Rahel Jaeggi aus der Schweiz, Maria-Sybilla Lotter, der Historiker Götz Aly sowie der französische Autor und Philosoph Didier Eribon. Dessen autobiografisch-philosophisches Buch „Rückkehr nach Reims“ fand auch in Deutschland viele Leser.
Am Eröffnungstag des Lausitz Labors ist außerdem die erste von insgesamt drei Aufführungen des „Poème Symphonique“ von György Ligeti geplant. Das Werk entstand 1962 und wird mit 100 Metronomen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten realisiert. Weitere Aufführungen sollen in Hoyerswerda und Zittau stattfinden.
Jazz-Finale mit Dee Dee Bridgewater
Den Abschluss der siebten Ausgabe bestreitet laut Festival die US-amerikanische Jazzsängerin Dee Dee Bridgewater. In der Kulturweberei Finsterwalde präsentiert sie ihr Programm „WE EXIST!“. Im Mittelpunkt stehen Songs aus der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 1960er-Jahre. Bridgewater bringt nach Angaben der Veranstalter ein Trio aus Improvisatorinnen an Klavier, Bass und Schlagzeug mit. Das Konzert bildet damit den Schlusspunkt eines Programms, das über mehrere Wochen hinweg unterschiedliche Kunstformen, Orte und Themen in Brandenburg und Sachsen verbindet. Weitere Informationen stellt das Lausitz Festival online bereit: lausitz-festival.eu
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