Die Fallzahlen zum sexuellen Missbrauch von Kindern in Brandenburg sind gemäß einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Matthias Stefke (BVB / FREIE WÄHLER) in den letzten beiden Jahren um ca. 21 % bzw. 34 % im Vergleich zum Jahr 2017 angestiegen. Insgesamt wurden im Zeitraum von 2015-2019 2.475 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern in der polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) erfasst.
Tatverdächtige oft aus familiären Umfeld
Auffallend an der Statistik ist zum einen, dass die Mehrzahl der kindlichen Opfer weiblich ist und ein Großteil der Tatverdächtigen aus dem Umkreis Ehe/Familie/Partnerschaft einschließlich deren Angehörigen stammt, zum anderen, dass sich die Tatverdächtigen zu einem Prozentsatz von über 30 % im Alter von unter 21 Jahren befinden.
Am stärksten betroffen waren die Landkreise Märkisch-Oderland und Oberhavel. Die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder) hingegen hatte gemäß der Statistik die wenigsten Fälle zu verzeichnen.
Die Aufklärungsrate liegt seit Jahren konstant im Bereich von über 90 %.
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Wenige Verurteilungen
Sorge bereiten Stefke die Zahlen aus der Strafverfolgungsstatistik. Laut dieser sind aus den 2.475 Fällen lediglich 109 Tatverdächtige verurteilt worden.
Die Fraktion BVB / FREIE WÄHLER wird nach seinen Worten bei den kommenden Haushaltsberatungen ein Auge darauf haben, dass Kürzungen, so sie im Bereich der Polizei und der Justiz vorgenommen werden, nicht zu Lasten der speziellen Kriminalkommissariate, Staatsanwaltschaften und Richter/innen gehen, um diese widerwärtigen Verbrechen aufzuklären und die Täter/innen zeitnah zu verurteilen.
Stefke: „An mangelnden finanziellen Mitteln darf es nicht scheitern, dass diese widerlichen Verbrechen an unschuldigen Kinderseelen verhindert bzw. zeitnah aufgeklärt und die Täter ihrer Strafe zugeführt werden.“
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