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Brandenburg Donnerstag, 09 Oktober 2008 von Helmut Fleischhauer

Ausstieg aus der Braunkohle führt in die Sackgasse - Volksbegehren setzt die heimische Energieversorgung aufs Spiel

Ausstieg aus der Braunkohle führt in die Sackgasse - Volksbegehren setzt die heimische Energieversorgung aufs Spiel

Ein Ausstieg aus der Braunkohlennutzung in Brandenburg, wie ihn die Initiatoren des Volksbegehrens "Keine neuen Tagebaue" fordern, riskiere leichtfertig die langfristig sichere Versorgung aus heimischer Energie und gefährde dauerhaft die wirtschaftliche Entwicklung der Lausitz, warnt Vattenfall Europe Mining & Generation in Cottbus. Vielmehr müsse es darum gehen, den Notwendigkeiten von Versorgungssicherheit und Klimaschutz gleichermaßen gerecht zu werden. Genau hieran werde gerade in Brandenburg mit der Pilotanlage zur CO2-Abscheidung in Schwarze Pumpe gearbeitet.
"Wir haben Respekt vor dem Engagement der Träger des Volksbegehrens. Gleichwohl sind wir überzeugt, dass die Welt und Deutschland noch lange auf fossile Energieträger angewiesen sein werden. Ein Ausstieg aus der Braunkohle ohne realistisches Alternativkonzept kann deshalb keine tragfähige Lösung sein. Statt dessen gilt: Hier in Brandenburg müssen wir die Schlüsseltechnologie für den globalen Klimaschutz entwickeln", betont der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe Mining & Generation, Reinhardt Hassa.
Würden - wie vom Volksbegehren gewollt - keine neuen Tagebaue mehr in Brandenburg genehmigt, wären die bestehenden Vorräte bereits Mitte der 2020-er Jahre erschöpft. Der von der Volksinitiative geforderte, sozialverträgliche Ausstieg bis 2050 ist somit keine wirtschaftlich tragfähige Option. Im Gegenteil: Die Auswirkungen wären schon sehr bald deutlich spürbar.
Durch die Braunkohlenwirtschaft stehen aktuell direkt und indirekt im Bundesland Brandenburg mehr als 12.000 Menschen in Lohn und Brot. Mehr als 500 junge Leute lernen bei Vattenfall in Brandenburg einen Beruf. Darüber hinaus floss 2007 knapp die Hälfte des gesamten Auftragsvolumens der Geschäftseinheit - konkret mehr als 500 Millionen Euro - an mehr als 1.100 Brandenburger Partnerunternehmen.
Die Wirtschaftskraft der Braunkohle gilt es zu erhalten und langfristig für die weitere Entwicklung der Lausitz als zentrale deutsche Energieregion zu nutzen. Lokale Synergien mit anderen Branchen der Energiewirtschaft gilt es zu heben, die Kompetenz der Hochschulen im Energiebereich weiter zu stärken und den Energiemix über die Braunkohle hinaus aufzufächern.
Völlig klar ist, dass dies nur gelingen kann, wenn gleichsam die Notwendigkeiten des Klimaschutzes berücksichtigt werden. Hierbei hat Brandenburg eine Schlüsselstellung. Denn gerade hier entwickelt Vattenfall die CO2-Abscheidung bei der Stromerzeugung: Unlängst hat eine Pilotanlage zur Erforschung der Oxyfuel-Technik die Arbeit am Standort Schwarze Pumpe aufgenommen. Ab 2015 soll eine Demonstrationsanlage am Standort Jänschwalde die großtechnische Machbarkeit zeigen. Für 2020 ist die Serienreife des klimaschonenden Verfahrens geplant.
Brandenburg spiele damit eine wichtige Rolle im globalen Klimaschutz, so der Vorstandsvorsitzende Reinhardt Hassa: "Länder wie China oder Indien werden ihren Energiehunger auf absehbare Zeit vornehmlich durch die Nutzung von Kohle stillen. Deshalb müssen gerade wir als Industrienation zeigen, dass die neue Technik der CO2-Abscheidung und -Speicherung funktioniert. Dies eröffnet einerseits neue Export-Chancen für die deutsche Wirtschaft. Andererseits gibt sie auch solchen Ländern, die globalen Klimaschutz-Abkommen bislang ferngeblieben sind, die Möglichkeit, diese mitzutragen, ohne ihre wirtschaftliche Entwicklung zu gefährden."
Siehe auch: Volksbegehren "Keine neuen Tagebaue - für eine zukunftsfähige Energiepolitik" startet morgen
Quelle: Vattenfall Europe Mining & Generation
Foto 1: Archivbild

Foto 2: Reinhardt Hassa (links), Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe Mining & Generation vor dem Kraftwerk Jänschwalde

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