Das war weit über der Grenze… des erträglichen für Fans und Fußballenthusiasten. Auf der anderen Seite könnte man ein Lehrbuch schreiben wenn man sich anschaut, wie die Tore gefallen sind.
Nach dem 0:0 gegen die Stuttgarter Kickers, der Verpflichtung von Sutuka Pasu und dem 12:1 im Landespokal gegen Rüdersdorf waren die Vorzeichen für die Heimpartie nicht die schlechtesten. Krämer baute durch die Berufungen von Ledgerwood (Kanada) und Kauko (Finnland) seine Zentrale komplett um. Mattuschka blieb auf der Bank, Zeitz und Szarka sollten die Mitte sortieren, Zickert hinten links, Michel davor und Kaufmann auf dem rechten Flügel. Vorn sahen die Fans erstmals zwei Stürmer, Sutuka Pasu lief neben Breitkreuz auf.
Doch der Plan ging gründlich schief. Mimbala produzierte zwei kapitale Fehler in den ersten 20 Minuten, gleich der erste führte zum 0:2, der zweite hätte fast ein weiteres Tor bedeutet. Krämer reagierte, brachte Mattuschka in die Zentrale und Breitkreuz übernahm den rechten Flügel, Kaufmann sollte hinten dicht machen. Aber auch das funktionierte nicht. Kapitän Möhrle ließ sich vernaschen, 0:2 und das alte Problem der Cottbuser, die Zuordnung zum Gegner, führte noch vor der Pause zum 0:3. Breitkreuz ließ Neumann bei einer Ecke entwischen, der kurze Pfosten war gedeckt, der lange nicht, Lück irrte durch den eigenen Strafraum, Neumann hatte alle Zeit um einzuköpfen. Als die Messen gesungen schienen, wurde Sukuta Pasu zu Beginn der zweiten Hälfte im Strafraum gefoult, Hoffnung keimte auf. Tusche schnappte sich das Leder, schoss, Pfosten! Danach spielten die Aalener mit der Cottbuser Mannschaft weiter Katz und Maus, wann sie wollten und wie sie es wollten. Das 0:4 zeigte das sympthomatisch. Im eigenen Strafraum schafften es vier Cottbuser Spieler nicht, zwei Aalenern den Ball abzunehmen, wie ein Hphnerhaufen hetzten sie dem Korn hinterher, im Rücken waren drei Aalener frei, Wegkamp zielte und traf, Lück sah dabei nicht gut aus.
Im Gegensatz zu den vergangenen Partien erarbeitete sich der FCE kaum eigene Chancen, die Statistik zeigte keine gelbe Karte, keine Emotion und Leidenschaft im Spiel. Vom Kapitän bis zu Zeitz, der erst kurz vor der Partie seinen Vertrag um zwei Jahre verlängerte. Das macht man nicht, wenn man kein Vertrauen mehr in den Trainer hat, die Mannschaft nicht mehr mit ihm „kann“. Dann hätte sie im Landespokal eine Leistung „hart an der Grenze“ abgeliefert und bei den Kickers verloren. Diese Leistung gegen Aalen ist nicht zu erklären. Einzig die Experimente im Mittelfeld und Abwehr sind diskussionswürdig. Wären sie gut gegangen wäre er der gefeierte Held, so könnte er das Bauernopfer werden. Denn die Frage ist nun, wie geduldig ist die Führung? An Stefan Schmidt hatte man lange (zu lange) festgehalten, mit dem Abstieg aus der zweiten Liga als Folge. Reagiert sie nun übernervös, immerhin ist erst der sechste Spieltag und Energie ist gerade mal fünf Punkte von einem Aufstiegsplatz entfernt, als aktuell Tabellen Siebzehnter, könnte weitere Unruhe ins Team kommen. Energie Cottbus war mal ein Club mit Charakter und Leidenschaft, Eigenschaften die Krämer verkörpert und lebt, mehr als manch anderer.
Die Fans machten ihrem Unmut Luft, vereinzelte „Krämer raus“ Rufe ertönten von der Haupttribüne und das waren noch die freundlichsten Äußerungen die im Stadion zu vernehmen waren. Krämer äußerte sich nach der Partie eindeutig: „Wir haben heute von der ersten bis zur letzten Minute eine katastrophale Leistung abgeliefert die im Profifußball so nicht vorkommen darf. Wir haben mit und ohne Ball alles falsch gemacht und hatten auf dem Platz kaum jemanden der sich dagegen aufgelehnt hat. Ich bin normalerweise der letzte, der sich nicht vor die Mannschaft stellt, aber heute hat sie mich maßlos enttäuscht. Welche Konsequenzen daraus folgen weiß ich noch nicht. Das war heute nicht meine Mannschaft, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte elf Mann zu wechseln, ich hätte es gemacht.“
Titelfoto: Holger Bergmann
Bildergalerie: Christiane Weiland & Holger Bergmann
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