Zum 30. Mal hat die Max Grünebaum-Stiftung am Sonntag im Staatstheater Cottbus ihre Preise vergeben. Den Max-Grünebaum-Preis bekommen die BTU-Informatikerin Dr. Asya Mitseva und der Tänzer Alyosa Forlini.
Jubiläum zum 175. Geburtstag von Max Grünebaum
Die Verleihung im Großen Haus fiel in ein Gedenkjahr: Am 6. November jährte sich der Geburtstag des Cottbuser Ehrenbürgers und Tuchfabrikanten Max Grünebaum (1851 bis 1925) zum 175. Mal. Eröffnet wurde der Festakt von BTU-Präsidentin Prof. Dr. Gesine Grande, Intendant Berthold Schneider und Oberbürgermeister Tobias Schick.
„Der Max-Grünebaum-Preis steht beispielhaft für das, was unsere Stadt ausmacht und stark macht: das Engagement für Wissenschaft und Kultur, die Förderung herausragender Talente und die Überzeugung, dass Zukunft dort entsteht, wo Menschen ihre Ideen und Fähigkeiten entfalten können“, sagte Schick.
Max-Grünebaum-Preis für Forschung zur Privatsphäre
Der mit 5.000 Euro dotierte Max-Grünebaum-Preis der BTU geht an Asya Mitseva. Sie wird für ihre mit „summa cum laude“ bewertete Dissertation zur Privatsphäre im Netz ausgezeichnet. Darin untersucht sie, wie gut Anonymisierungsdienste wie das Tor-Netzwerk vor Überwachung schützen. Inhalte und Identität bleiben dort verborgen, nicht aber Zahl, Richtung und Zeitpunkt der Datenpakete. Mitseva entwickelte Analysemethoden, die bei mehr als der Hälfte der untersuchten Webseiten jeden Besuch erkennen, und eine günstige Abwehr. Die Ergebnisse nutzt die BTU bereits beim Schutz von Smart-Meter-Daten und von Patientendaten.
Den ebenfalls mit 5.000 Euro dotierten Preis des Staatstheaters erhält Alyosa Forlini. Der gebürtige Italiener gehört seit der Spielzeit 2019/20 zum Cottbuser Ballett und hat dort zahlreiche Hauptrollen getanzt. Derzeit steht er unter anderem in „Aschenbrödel“ und als Tybalt in „Romeo und Julia“ auf der Bühne.
Zwei Förderpreise ermöglichen Aufenthalte in London
Der Ernst-Frank-Förderpreis über 3.500 Euro geht an die BTU-Biotechnologiestudentin Klara Richter. Er finanziert ihr einen Forschungsaufenthalt am Institute of Cancer Research in London. Den Karl-Newman-Förderpreis über 3.500 Euro bekommt Leonora Mense, Dramaturgin für Musiktheater, Ballett und Konzert am Staatstheater, für eine Studienreise nach London.
Außerdem finanziert die Stiftung jedes Jahr mit 10.000 Euro eine Projektwoche „Forschendes Theater“. In diesem Jahr war die Klasse 10a der Theodor-Fontane-Schule dabei. Erstmals konnten sich Cottbuser Schulen für die kommenden Projektwochen bewerben, die Gewinner wurden bei der Verleihung gelost. Die Stiftung erinnert an die Familie Grünebaum, die im Nationalsozialismus enteignet und vertrieben wurde. Ihre Nachkommen gründeten sie nach der Wiedervereinigung als Zeichen der Versöhnung. Den Max-Grünebaum-Preis vergibt sie seit 1997, wir hatten die Verleihung angekündigt.
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