Nadine Tramowsky ist seit dem 1. Oktober Juniorprofessorin für Sachunterricht mit naturwissenschaftlichem und technischem Schwerpunkt an der BTU in Senftenberg. Sie will angehenden Grundschullehrkräften vermitteln, die Fragen von Kindern ernst zu nehmen und daraus Lernangebote zu entwickeln.
Von der Biologiedidaktik an den Campus Senftenberg
Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg bildet am Campus Senftenberg Lehrkräfte für die Grundschule aus. Nadine Tramowsky kommt ursprünglich aus der Biologiedidaktik und hat nach eigenen Angaben auch selbst an einer Grundschule unterrichtet.
Senftenberg ist für sie nicht nur der Arbeitsort. „Ich bin mit meiner Familie hierhergezogen und fühle mich in der Lausitz sehr wohl“, sagt Tramowsky. Die Seenlandschaft, die Nähe zur Natur und die vielen Möglichkeiten, die sich in der Region gerade entwickeln, begeisterten sie.
398 angehende Grundschullehrkräfte in Senftenberg
Im aktuellen Wintersemester studieren am Campus Senftenberg insgesamt 398 angehende Grundschullehrkräfte: 359 im Bachelorstudium und 39 im neu gestarteten dualen Masterstudiengang (wir berichteten). 52 der Bachelorstudierenden haben die Fächerkombination Mathematik und Sachunterricht mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt gewählt. „Ihre Ausbildung im naturwissenschaftlich-technischen Sachunterricht mitzugestalten, ist eine Aufgabe, auf die ich mich besonders freue“, sagt die Juniorprofessorin.
Was Kinder über Heimtiere und Nutztiere denken
„Kinder sind unglaublich neugierig! Sie beobachten ihre Umwelt, stellen Fragen und haben oft ganz eigene Erklärungen dafür, wie die Welt funktioniert“, sagt Nadine Tramowsky. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich damit, welche Vorstellungen Kinder und Jugendliche über Natur, Tiere und ihre Umwelt entwickeln und wie das Lernen daran anknüpfen kann.
Ein Beispiel ist die Frage, warum Menschen mit sogenannten Heimtieren häufig anders umgehen als mit sogenannten Nutztieren. Kinder hätten dazu ganz unterschiedliche Vorstellungen. Sie interessiere, wie die Kinder zu diesen Gedanken kommen, welche Erfahrungen dahinterstecken und wie sie dabei unterstützt werden können, neue Sichtweisen zu entwickeln. „Die Vorstellungen von Kindern sind nicht einfach richtig oder falsch. Sie zeigen uns, wie Kinder die Welt verstehen, und bieten wertvolle Anknüpfungspunkte für das Lernen“, sagt Tramowsky. In der Wissenschaft heißt dieser Ansatz Didaktische Rekonstruktion.
Diese Haltung will sie ihren Studierenden mitgeben. Sie sollen lernen, Kindern aufmerksam zuzuhören, ihre Fragen ernst zu nehmen und daraus Lernangebote zu entwickeln. Kinder sollen selbst experimentieren, die Natur erkunden und technische Lösungen ausprobieren können. Auch digitale Medien könnten dabei helfen. „Mir ist besonders wichtig, dass Kinder erleben: Meine Fragen sind wichtig. Ich kann selbst etwas herausfinden, Zusammenhänge verstehen und meine Umwelt mitgestalten.“
Unterrichtsideen gemeinsam mit Schulen in der Lausitz
Mit Schulen und Lehrkräften in der Lausitz will Nadine Tramowsky eng zusammenarbeiten. „Denn guter Unterricht entsteht für mich nicht allein am Schreibtisch oder im Hörsaal, sondern vor allem im Austausch mit den Menschen, die täglich mit Kindern lernen und arbeiten“, sagt sie. Gemeinsam mit Lehrkräften und Studierenden will sie Unterrichtsideen entwickeln, diese mit Kindern ausprobieren und herausfinden, was beim Lernen besonders hilft. Die Region biete dafür mit Seen, Wäldern und ihrer Tier- und Pflanzenwelt viele Möglichkeiten, dazu Fragen rund um Umwelt, Klimawandel und Technik.
VollzeitBewerbung bis 31.10.Projektingenieur Bodenmechanisches Labor (m/w/d)GMB GmbH · SprembergZur Stelle →Alle 416 Stellen in Südbrandenburg →Eine große Chance sieht sie im dualen Masterstudiengang, der Studium und praktische Ausbildung an Schulen eng verbindet. Dort ließen sich wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Schulalltag zusammenbringen. Zuletzt war am Campus Senftenberg Maximilian Piotraschke dauerhaft auf die Professur für Musikpädagogik in der Grundschule berufen worden (wir berichteten).
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Red. / Presseinformation












