Für Investoren soll die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen in der Lausitz keine Rolle spielen. Beim vierten Ansiedlertag im Kraftwerk Boxberg hat das Lausitz Investor Center die Wirtschaftsförderer der Region zusammengebracht. Thema war Energie als Standortfaktor.
Ansiedlertag im Kraftwerk passt zum Thema Energie
Der Ansiedlertag fand am 9. Oktober im Kraftwerk Boxberg statt. „Wir versuchen, möglichst interessante Orte für unsere Veranstaltungen zu finden“, sagt Andreas Schwerin im Interview mit NIEDERLAUSITZ aktuell. Er ist bei der Wirtschaftsförderung Sachsen Projektleiter für das Lausitz Investor Center. Die Teilnehmenden hätten volle Terminkalender, deshalb solle ihnen etwas Besonderes geboten werden. Da der Tag unter dem Motto Energie stand, habe das Kraftwerk gepasst „wie die Faust aufs Auge“.
Auf dem Programm standen unter anderem Boxbergs Bürgermeister Hendryk Balko, Kraftwerksleiter Carsten Marschner und Dr. Thomas Porsche, Leiter Standortentwicklung bei der LEAG. Weitere Themen waren klimaneutrale und nachhaltige Gewerbegebiete und in einem Vortrag der Wirtschaftsförderung Brandenburg um Chancen und Risiken energieintensiver Ansiedlungen am Beispiel eines Rechenzentrums. Die vorherigen Ansiedlertage fanden in Schwarze Pumpe, Bernsdorf und Jänschwalde statt.
Wirtschaftsförderer lernen beim Ansiedlertag voneinander
Hauptzielgruppe sind die Wirtschaftsförderer der Lausitzer Landkreise und Kommunen. Ihre Aufgaben seien sehr unterschiedlich, erklärt Schwerin. Manche betreuen Bestandsunternehmen und Gewerbegebiete, andere kümmern sich zusätzlich um Innenstadtmanagement, Gewerbeverein und Stadtmarketing. Bei so vielen Aufgaben sei es schwer, sich in jedem Bereich Wissen anzueignen.
Dieses Wissen wolle der Ansiedlertag in der Breite teilen. Deshalb gab es auch in Boxberg wieder Workshops, in denen jeder von jedem lernen sollte. „Es soll nicht der Eindruck entstehen, jetzt ist das Land hier und erklärt euch, wie es funktioniert“, sagt Schwerin. „Ganz im Gegenteil, wir nehmen da auch ganz viel mit.“
Lausitz Investor Center arbeitet über die Landesgrenze
Das Lausitz Investor Center ist ein gemeinsames Projekt der Wirtschaftsförderung Sachsen und der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg. Es wird aus dem Bundesprogramm STARK für die Kohleregionen finanziert. Schwerin koordiniert die sächsische Seite, sein Pendant in Brandenburg ist Philipp Ruta. Die Zusammenarbeit funktioniere sehr gut, einmal pro Woche stimmt sich das Team virtuell ab, weil es in Dresden, Weißwasser, Cottbus und Potsdam verteilt sitzt.
„Die Unternehmen und die Bürger, die denken nicht so. Die sagen, wir sind in der Lausitz“, sagt Schwerin über die Landesgrenze. Investoren bekommen deshalb Standortangebote aus der gesamten Lausitz, aus Sachsen ebenso wie aus Brandenburg. Für die Region sprächen die Verkehrsanbindung, die Gewerbeflächen und die Fachkräfte, auch solche, die nach dem Studium ins Ausland oder in den Westen gegangen sind und zur Familienplanung zurückkehren wollen.
Wie Investoren zum Lausitz Investor Center kommen
Meist melden sich die Unternehmen direkt in Dresden oder Potsdam, denn die beiden Wirtschaftsförderungen werben auf Messen im Ausland um Ansiedlungen. „Das kann eine Kommune nicht leisten“, sagt Schwerin. Beißt ein Unternehmen an, fragt das Team bei den Kommunen nach, ob das Vorhaben zu ihnen passt. Am Ende entscheide immer die Kommune. Als schwierige Themen nennt Schwerin Rechenzentren, bei denen erst geprüft werden müsse, ob sie technisch auf einer Fläche möglich sind, und Ansiedlungen aus dem Verteidigungsbereich, die manche Kommunen nicht wollten.
VollzeitBewerbung bis 13.11.Werkstattschlosser Güterwagen/Gleisbaumaschinen (m/w/d)MCR Engineering Lausitz GmbH · Schwarze PumpeZur Stelle →Alle 418 Stellen in Südbrandenburg →Kommt der Kontakt über eine Kommune, etwa nach einem Messeauftritt, unterstützt das Team bei Fragen, die vor Ort nicht schnell zu klären sind. Man wolle aber nur in die Lücke springen, betont Schwerin. Landkreise und Kommunen seien in der Wirtschaftsförderung stark aufgestellt. „Und wenn es ohne uns läuft, ist es auch super.“
Nächster Ansiedlertag im Frühjahr 2027 geplant
Der nächste Ansiedlertag soll voraussichtlich Ende des ersten oder Anfang des zweiten Quartals 2027 stattfinden. Das Thema steht noch nicht fest, es soll wieder um einen Standortfaktor gehen, den Unternehmen bei einer Ansiedlung nachfragen, etwa Wasser oder Fachkräfte. Informationen gibt es auf der Internetseite des Lausitz Investor Centers, das eigene Ansiedlungsbüros in Cottbus und Weißwasser hat.
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Das Interview zum Ansiedlertag im Video
Red. / Presseinformation











