50, 60 und sogar 70 Jahre im Ehrenamt: Der Landkreis Elbe-Elster hat am Freitag 68 Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren für ihre langjährige Treue ausgezeichnet. Im voll besetzten Refektorium Doberlug-Kirchhain erhielten sie Medaillen und Urkunden des Landes Brandenburg. Für Landrat Marcel Schmidt war es die erste Ehrung dieser Art seit seinem Amtsantritt.
Waldbrände zeigen, was Feuerwehren leisten
„Heute stehen Menschen im Mittelpunkt, die über Jahrzehnte Verantwortung übernommen haben. Menschen, die nicht lange fragen, wenn Hilfe gebraucht wird“, sagte Schmidt in seiner Ansprache. Die Geehrten hätten nicht nur Brände bekämpft, Menschen gerettet und bei Unfällen geholfen. Sie hätten ihre Wehren über Jahrzehnte geprägt und ihr Wissen an Jüngere weitergegeben. Viele hätten nach der Wende entscheidend dazu beigetragen, die Feuerwehren neu aufzustellen.
Der Landrat erinnerte an die schweren Waldbrände der vergangenen Jahre, unter anderem in Kölsa-Rehfeld, der Gohrischheide sowie in Breitenau und Kleinbahren. Diese Einsätze hätten gezeigt, wie unverzichtbar gut ausgebildete und eingespielte Feuerwehren für die Sicherheit der Bevölkerung seien.

Nachwuchs als größte Herausforderung
Mit Blick nach vorn sprach Schmidt die Probleme des Ehrenamts offen an. Nachwuchs zu gewinnen und Beruf, Familie und Feuerwehr unter einen Hut zu bringen, werde zunehmend schwieriger. Umso wichtiger seien erfahrene Kameradinnen und Kameraden, die jungen Leuten Kameradschaft und Verantwortung vorlebten. Landkreis und Kommunen stünden gemeinsam in der Pflicht, für moderne Technik, gute Ausbildung und verlässliche Rahmenbedingungen zu sorgen. „Die beste Technik hilft uns wenig, wenn die Menschen fehlen, die sie einsetzen“, so Schmidt. Ausdrücklich dankte er auch den Familien, die über Jahrzehnte Einsätze, Übungen und Entbehrungen mitgetragen hätten.
Unter den Gästen waren die Bürgermeisterinnen Claudia Sieber (Verbandsgemeinde Liebenwerda) und Anja Heinrich (Elsterwerda), Kreisbrandmeister Steffen Ludewig, Doberlug-Kirchhains Stadtbrandmeister René Wunderlich und Kreisjugendwart Robby Richter vom Kreisfeuerwehrverband. Musikalisch begleitete das Trompetenensemble der Kreismusik- und Kunstschule „Gebrüder Graun“ unter Leitung von Thomas Brünnich den Abend. Nach der Übergabe der Auszeichnungen klang die Feierstunde bei Essen, Getränken und vielen Erinnerungen an ein langes Feuerwehrleben aus.
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