Unter allen 413 Zulassungsbezirken Deutschlands hat keiner eine bessere Schadenbilanz als Elbe-Elster. Das geht aus der neuen Regionalstatistik des Versicherungsverbands GDV hervor. In Cottbus steigt die Regionalklasse dagegen.
Ein Drittel unter dem Bundesdurchschnitt
In Elbe-Elster liegen die Kfz-Haftpflichtschäden rund ein Drittel unter dem bundesweiten Schnitt. Der Indexwert beträgt 67,32 – bei einem Bundesdurchschnitt von 100. Das ist der beste Wert des Landes und zugleich der beste der Republik.
Am anderen Ende steht Offenbach mit einem Index von 139,44, dahinter folgen Gelsenkirchen und Berlin. Dort liegen die Schäden fast 40 Prozent über dem Durchschnitt.
Drei Lausitzer Kreise in der besten Klasse
Elbe-Elster steht nicht allein da. Auch Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße sind in der Kfz-Haftpflicht in Klasse 1 eingestuft, der niedrigsten von zwölf. Oder-Spree liegt bei 2, Dahme-Spreewald bei 3.
Cottbus fällt aus der Reihe: Die Stadt steht bei 4 und ist damit der einzige Bezirk der Region, dessen Einstufung in der Haftpflicht um eine Klasse gestiegen ist. Dahme-Spreewald geht den umgekehrten Weg und wird besser eingestuft – zusammen mit Potsdam und Barnim betrifft das im Land mehr als 260.000 Autofahrende.
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Warum Städte fast immer schlechter dastehen
„Wo ein Auto zugelassen ist, macht für die Schadenbilanz einen erheblichen Unterschied. Besonders Großstädte schneiden häufig schlechter ab als ländliche Regionen“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.
Mehr Verkehr auf engem Raum bedeutet mehr Blechschäden. Entscheidend ist dabei nicht, wo ein Unfall passiert, sondern wo das Auto gemeldet ist – also wo der Halter wohnt. Wer in Cottbus arbeitet, aber im Umland gemeldet ist, profitiert von der besseren Klasse.
Beim Teilkasko dreht sich das Bild um
Interessant wird es in der Teilkasko. Dort steht fast die gesamte Region bei Klasse 8, Cottbus eingeschlossen; nur Dahme-Spreewald liegt bei 6 und Oder-Spree bei 7. Der Bundesdurchschnitt entspricht hier Klasse 7 von 16.
Die Teilkasko deckt unter anderem Wildunfälle, Sturm, Hagel und Fahrzeugbrände ab – also genau die Schäden, die auf Landstraßen zwischen Wäldern häufiger vorkommen als in der Stadt. Was bei der Haftpflicht ein Vorteil ist, kehrt sich bei dieser Regionalklasse um.
Was das für den Beitrag bedeutet – und was nicht
Ein niedrigerer Wert heißt nicht automatisch ein niedrigerer Beitrag. Die Regionalklasse ist nur einer von mehreren Faktoren; dazu kommen die Typklasse des Fahrzeugs, die Jahresfahrleistung und die Entwicklung der Reparaturkosten. Letztere steigen seit Jahren stärker als die Inflation und haben den Kfz-Versicherern in zwei Jahren rund fünf Milliarden Euro Verlust eingebracht.
Die Statistik des GDV ist für die Versicherer zudem unverbindlich. Sie gilt ab sofort für Neuverträge, bei bestehenden Verträgen greift sie ab dem nächsten Versicherungsjahr – für die meisten also zum 1. Januar.
Bundesweit ändert sich für die Mehrheit nichts
Deutschlandweit verbessert sich die Einstufung für 5,2 Millionen Autofahrende in 63 Bezirken, für 4,8 Millionen in 46 Bezirken steigt sie. In 304 Zulassungsbezirken mit mehr als 32 Millionen Autofahrenden bleibt alles beim Alten.
Die Regionalklasse wird einmal im Jahr neu berechnet, auf Grundlage der Schadenbilanz der Bezirke. Für die Haftpflicht gibt es zwölf Klassen, für die Vollkasko neun und für die Teilkasko sechzehn.
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Red. / Presseinformation
Grafik: NIEDERLAUSITZ aktuell





