Im Brandenburger Amateurfußball hat der Landesverband für die Saison 2025/26 33 bestätigte Gewalt-, Rassismus- und Diskriminierungsvorfälle registriert. In der Vorsaison waren es 51. Die Zahlen nannte der Verband auf Anfrage von NIEDERLAUSITZ aktuell.
33 Vorfälle, ein Drittel weniger als zuvor
Von den 33 bestätigten Vorfällen entfielen 17 auf Gewalt, elf auf Rassismus und fünf auf weitere Formen der Diskriminierung. 23 ereigneten sich im Herrenbereich, zehn im Juniorenbereich. Im weiblichen Bereich wurde kein einziger Vorfall gemeldet.
Fünf der 33 Fälle fielen in Pokalspiele auf Kreis- oder Landesebene. Zwei Partien wurden wegen entsprechender Vorfälle abgebrochen. Dazu kommen 32 Fälle, bei denen Pyrotechnik eingesetzt wurde.
Der Rückgang zieht sich durch alle Felder
Der Vergleich mit der bereinigten Statistik der Vorsaison zeigt den Rückgang in jeder Kategorie: Die Gewaltvorfälle sanken von 31 auf 17, die Rassismusvorfälle von 13 auf elf, die übrigen Diskriminierungsfälle von sieben auf fünf.
Am deutlichsten fällt die Entwicklung im Nachwuchs aus. Dort ging die Zahl von 17 auf zehn zurück – ein Minus von gut 40 Prozent.
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Worauf der Verband die Entwicklung zurückführt
„Dass die Zahl der bestätigten Vorfälle erneut zurückgegangen ist, ist aus unserer Sicht eine erfreuliche Entwicklung“, teilte Pressesprecher Henry Blumroth mit. Gleichzeitig sei „jeder einzelne Gewalt-, Rassismus- oder Diskriminierungsvorfall einer zu viel“.
Der Verband führt die Entwicklung im Amateurfußball auf seine Präventionsarbeit zurück. Die Zahl der Schulungsangebote sei deutlich erhöht worden, darunter Schulungen zur Spieltagssicherheit, Ordnerschulungen sowie Angebote zur Gewaltprävention und zum Kinderschutz.
Schulung statt Strafe zeigt offenbar Wirkung
Interessant ist ein zweiter Befund. Neben klassischen Strafen setzen die Sportgerichte auf alternative Sanktionen: Vereine können verpflichtet werden, an einer Spieltagssicherheitsschulung teilzunehmen.
Nach den bisherigen Erkenntnissen des Verbandes wurde kein auf diese Weise sanktionierter Verein anschließend erneut auffällig. Der Landesverband sieht darin einen Hinweis, dass die Verbindung von Strafe und konkreter Präventionsarbeit wirkt.
Bundesweit bewegen sich die Zahlen seitwärts
Der DFB erhebt das Lagebild Amateurfußball seit zwölf Jahren aus den elektronischen Spielberichten. Bundesweit lagen für 2025/26 rund 1,284 Millionen abgeschlossene Spielberichte vor, der höchste Erfassungsgrad seit Beginn der Auswertung.
Bei 5450 Partien wurde mindestens ein Gewalt- oder Diskriminierungsvorfall gemeldet – das dritte Jahr in Folge weniger. Die Zahl der Spielabbrüche stieg dagegen leicht von 825 auf 842. Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter waren bundesweit 2100-mal Geschädigte.
Zwei Vorfälle am selben Septemberwochenende
Wie wenig eine sinkende Statistik im Einzelfall bedeutet, zeigte sich am Wochenende des 13. September. Bei einem Junioren-Spiel in Neuzelle (Oder-Spree) griff ein Zuschauer den Schiedsrichter an, nachdem dieser einem Spieler der Gastmannschaft die Rote Karte gezeigt hatte. Der Unparteiische wurde verletzt; gegen einen 22-Jährigen ermittelt die Polizei.
Am selben Wochenende schlug bei einem Turnier in Grunow-Dammendorf ein Zuschauer einem 22-Jährigen ins Gesicht, der eine Auseinandersetzung zwischen Spielern schlichten wollte. Auch dieser Fall wird polizeilich untersucht. Beide Vorfälle hatten wir am 14. September gemeldet.
Wichtig für die Einordnung: Diese Taten fallen in die laufende Spielzeit 2026/27. In den Zahlen, die der Landesverband jetzt vorgelegt hat, sind sie nicht enthalten – die gelten für die abgeschlossene Saison 2025/26.
Was sich aus den Landeszahlen nicht ablesen lässt
Ein direkter Vergleich zwischen Brandenburg und dem Bund ist nicht möglich. Der DFB zählt Partien, in denen mindestens ein Vorfall gemeldet wurde; der Landesverband nennt die Zahl der bestätigten Vorfälle. Das sind zwei verschiedene Maßstäbe.
Eine Brandenburger Quote ließe sich ohnehin nicht bilden: Wie viele Partien mit abgeschlossenem Spielbericht es im Land gab, teilte der Verband nicht mit. Auch zur Frage, wie oft Schiedsrichter im Land betroffen waren und ob es auffällige Unterschiede zwischen den Kreisen gibt, gibt es keine Angaben.
Was bleibt, ist die Richtung: Im Brandenburger Amateurfußball sinken die bestätigten Vorfallszahlen das zweite Jahr in Folge, während sie bundesweit weitgehend unverändert bleiben.
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Red. / Presseinformation
Grafik: NIEDERLAUSITZ aktuell






