Brandenburgs Gerichtsvollzieher bekommen neue Schutzwesten. Die ersten hat Justizminister Benjamin Grimm am Oberlandesgericht an Anwärterinnen und Anwärter übergeben. Alle übrigen sollen in den kommenden Wochen folgen.
Ein Beruf, der an fremden Türen klingelt
Gerichtsvollzieher sorgen dafür, dass gerichtliche Entscheidungen umgesetzt und berechtigte Ansprüche durchgesetzt werden. Das heißt in der Praxis: Sie stehen vor Wohnungstüren, wenn es um Geld, Pfändung oder Räumung geht.
„Dabei begegnen sie Menschen häufig in schwierigen und belastenden Situationen“, sagt Grimm. „Das verlangt fachliche und soziale Kompetenz, Integrität, Empathie und ein gutes Gespür.“
„Die allermeisten Termine verlaufen sachlich“
Der Minister betont, dass Zwischenfälle die Ausnahme sind: Die allermeisten Außentermine verliefen sachlich und ohne besondere Vorkommnisse. „Dennoch können Situationen entstehen, in denen eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden kann. Für diese Fälle müssen wir Vorsorge treffen.“
Sein Satz zur Begründung: „Wer dafür sorgt, dass unser Rechtsstaat praktisch funktioniert, muss sich auf eine angemessene Schutzausrüstung verlassen können.“
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Erst die Anwärter, dann der ganze Dienst
Übergeben wurden die Westen zuerst an Anwärterinnen und Anwärter im Gerichtsvollzieherdienst – also an diejenigen, die gerade erst anfangen, allein zu Außenterminen zu fahren. Die übrigen Gerichtsvollzieher im Land erhalten die neue Schutzbekleidung in den kommenden Wochen.
Auch in Südbrandenburg täglich im Einsatz
Betroffen sind damit auch die Amtsgerichte der Region: In Cottbus, Senftenberg, Guben, Luckenwalde und Bad Liebenwerda sind Gerichtsvollzieher tätig, die ihre Bezirke im Land abfahren.
Wie viele Westen insgesamt angeschafft werden und was sie kosten, teilte das Justizministerium nicht mit.
Ausrüstung als Antwort auf ein Klima
Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der Beschäftigte im öffentlichen Dienst häufiger von Übergriffen berichten – in Jobcentern, in Bürgerbüros, im Rettungsdienst. Gerichtsvollzieher arbeiten dabei unter besonderen Bedingungen: Sie kommen unangekündigt, sie kommen allein, und sie bringen Nachrichten, die niemand hören will.
Eine Schutzweste ändert daran nichts. Sie ist eine Vorsichtsmaßnahme für den seltenen Fall, in dem eine Situation kippt – vergleichbar mit der Ausstattung, die Polizei und Ordnungsämter längst haben.
Weitere aktuelle Meldungen aus der Region
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht
Uns bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
Wer etwas googelt, bekommt neben den normalen Treffern eine Box mit aktuellen
Nachrichten. Legen Sie NIEDERLAUSITZ aktuell als bevorzugte Quelle fest,
erscheinen unsere Beiträge dort häufiger für Sie – und in den KI-Übersichten
von Google. Ein Klick genügt, danach sind Sie sofort wieder hier.
Falls der Knopf nicht angezeigt wird: niederlausitz-aktuell.de bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Red. / Presseinformation
© Foto: Haster / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0







