Wolfgang Kaiser hat sein Berufsleben der Kohle gewidmet. Heute, mit 90 Jahren, wohnt der Sedlitzer wenige hundert Meter vom größten Gewässer des Lausitzer Seenverbundes entfernt – entstanden aus dem Tagebau vor seiner Haustür.
Wo er durch Tagebausand stapfte, glitzert heute Wasser
Wenn Wolfgang Kaiser mit einem Boot auf dem Sedlitzer See unterwegs ist, wie zuletzt bei der Hafeneinweihung im Mai, muss er nach Angaben der Stadt Senftenberg mit den Emotionen kämpfen. Dort, wo heute Seewasser in der Sonne glitzert, ist er einst durch Tagebausand gestapft.
Seine Diplomarbeit schrieb er später über die damals geplante Kohlegewinnung im Südfeld des Tagebaus Sedlitz. Aus genau diesem Tagebau ist der See geworden.
Vom Ökonomen zum stellvertretenden Generaldirektor
Der gebürtige Hosenaer begann 1961 als Ökonom im Braunkohlenwerk Großräschen. Ein Fernstudium an der Ingenieurschule Senftenberg in der Fachrichtung Tagebautechnik ebnete den weiteren Weg.
Über verschiedene Leitungsfunktionen wurde er Abteilungs- und Hauptabteilungsleiter, später Direktor für Planung und Vorbereitung von Investitionen im Braunkohlenkombinat Senftenberg und schließlich stellvertretender Generaldirektor. Damit trug er Verantwortung für alle Investitionen rund um Tagebaue, Brikettfabriken und Kraftwerke.
Auch nach der Wende blieb er der Branche verbunden. Bis zu seinem Ruhestand 1999 war er Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Kohle, zuständig für die ostdeutsche Braunkohleindustrie.
Sedlitz zu verlassen, kam nie infrage
So weit die beruflichen Wege reichten, so fest blieb Kaiser in seinem Heimatort verwurzelt. Verlockende Angebote schlug er aus, weil sein Herz und das seiner Frau für Sedlitz schlugen, wie die Stadt schreibt.
Sechzehn Jahre lang war er Ortsvorsteher von Sedlitz und stellte in dieser Zeit Weichen für die Entwicklung des Ortes.
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Ob der Rostige Nagel auf Sedlitzer Gemarkung, der Rundradweg um den Sedlitzer See oder der Sedlitzer Hafen: Mit dem Wasser ist Wolfgang Kaiser heute mindestens so eng verbunden wie früher mit der Kohle. Sein Leben für die Kohle ist zu einem Leben mitten im Lausitzer Seenland geworden.
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Foto: Rasche / Stadt Senftenberg
Red. / Presseinformation












