Für den VfB Krieschow beginnt am Wochenende die Oberliga-Saison 2026/27 – mit einem Auswärtsspiel bei der SG Union Sandersdorf. Nach einem enttäuschenden achten Platz in der Vorsaison soll es diesmal besser laufen. Ein konkretes Saisonziel gibt Trainer Robert Koch im Gespräch mit Niederlausitz aktuell aber bewusst nicht aus. „Letztes Jahr hatten wir uns ein sehr hohes Ziel gesteckt, das uns dann leider nicht gelungen ist zu erfüllen“, sagt Koch. Deshalb backe man in diesem Jahr etwas kleinere Brötchen – auch bei Vorbereitung und Kaderplanung. „Wir können aktuell keine klare Zielstellung rausgeben. Intern ist es aber schon so, dass wir definitiv besser sein wollen als Platz acht.“
Kader noch nicht komplett
Verstärkt hat sich der VfB bereits: Mit Luis Bürger, Valentino Schubert und Justin Fietz nennt Koch beispielhaft Neuzugänge, die mindestens auf Oberliga-Niveau überzeugt hätten. Abgeschlossen ist die Kaderplanung aber nicht. „Wir halten weiter die Augen offen und wollen uns punktuell auf bestimmten Positionen verstärken“, so der Trainer. Nicht in der Breite, sondern gezielt um einzelne Qualitätsspieler wolle man den Kader ergänzen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die zweite Mannschaft, die Koch ausdrücklich als Pfund bezeichnet: „Das hat man in der Region nicht so oft.“ Sie diene nicht nur dazu, verletzte Spieler wieder heranzuführen, sondern vor allem jungen Akteuren Spielpraxis zu geben. Etliche Talente aus dem Anschlusskader hätten in der Vorbereitung mittrainiert und Gas gegeben.
Erst die Liga, dann das große Los
Über dem Saisonstart schwebt bereits ein Höhepunkt, der die ganze Region elektrisiert: In der ersten DFB-Pokal-Runde empfängt der Oberligist am 23. August den Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 – und mit ihm einen prominenten Trainer. Auf der Mainzer Bank sitzt seit Dezember der Schweizer Urs Fischer, der zuvor bei Union Berlin für Furore gesorgt und die Köpenicker bis in die Champions League geführt hatte.
Koch will den Fokus dennoch zunächst auf die Liga legen. „Grundsätzlich geht es jetzt erstmal darum, den Fokus auf die ersten beiden Punktspiele zu legen“, betont er. Dass ein solches Highlight-Spiel im Hinterkopf mitschwinge, sei klar – im Vordergrund solle aber die Freude stehen, „das Spiel zu genießen“.
Mut macht dem Trainer die eigene Pokal-Geschichte: Auf dem Weg ins Ligaleben hatte Krieschow bereits Energie Cottbus geschlagen und damit bewiesen, dass der Außenseiter einen Großen ärgern kann. Gegen einen „gestandenen Bundesligisten“ sei die Wahrscheinlichkeit zwar geringer, räumt Koch ein. „Aber am Ende ist es Fußball – 90 Minuten, vielleicht 120. Eine kleine Chance haben wir, und die würden wir gern nutzen.“ Im heimischen Sportpark sei zudem mehr möglich als in einem großen Stadion: „Für einen Bundesligaspieler ist es schwieriger, hier auf dem Dorf zu spielen.“
Auftakt in Sandersdorf
Zunächst aber zählt die Liga. Los geht es auswärts bei der SG Union Sandersdorf, die in der Vorsaison Zehnter wurde und im Sommer einen größeren Umbruch hatte. Deren Trainer kennt Koch gut – beide absolvieren derzeit gemeinsam die A-Lizenz. „Wir haben die Woche schon ein paar Mal telefoniert“, erzählt er schmunzelnd, „einen Informationsaustausch gab es aber nicht.“ Mit Blick auf das zweite Spiel gegen den Favoriten Meuselwitz ist für Koch klar: „Wir wollen bestmöglich in die Saison starten – und das sind einfach drei Punkte.“
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