In Cottbus beginnt in diesem Herbst das Medizinstudium. Fünf Jahre nachdem eine Expertenkommission der Landesregierung ihre Empfehlungen übergab, steht der Start des Modellstudiengangs bevor. 36 Studierende fangen an, bis 2035 sollen es 165 pro Jahr sein.
Von der Empfehlung zur Universität in fünf Jahren
Ende Juli 2021 legte die Kommission unter Leitung von Prof. Karl Max Einhäupl ihr Konzept vor. Eingesetzt hatte sie Wissenschaftsministerin Manja Schüle im September 2020. Einhäupl war zuvor Vorstandsvorsitzender der Charité und Vorsitzender des Wissenschaftsrats. In der Kommission arbeiteten Fachleute aus Wissenschaft, Versorgung, Digitalisierung, Pflege und Verwaltung mit.
Danach ging es zügig: Im April 2024 votierte der Wissenschaftsrat positiv, im Juni 2024 beschloss der Landtag das Brandenburgische Universitätsmedizingesetz. Am 1. Juli 2024 wurde die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem gegründet. Aus dem Carl-Thiem-Klinikum wurde damit das erste staatliche Universitätsklinikum Brandenburgs.
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Was den Studiengang besonders macht
Auf 173 Seiten entwarf die Kommission ein Profil mit zwei Forschungsschwerpunkten: Gesundheitssystemforschung und Digitalisierung des Gesundheitswesens. Das Medizinstudium ist patientenzentriert und interprofessionell angelegt. Die Lausitz soll dabei nicht nur neue Versorgungskonzepte anwenden, sondern selbst Erkenntnisse für das deutsche Gesundheitswesen liefern.
Vorgesehen ist ein digital gestütztes Netzwerk aus Forschung, Lehre und Versorgung – ein Reallabor, in dem neue Versorgungsformen unter Alltagsbedingungen erprobt und später auf andere Regionen übertragen werden können.
Drei Probleme, eine Antwort
Am Anfang stand eine dreifache Herausforderung: der Strukturwandel nach dem Kohleausstieg, die Sicherung der Gesundheitsversorgung in einer ländlichen und alternden Region sowie der Aufbau von Wissenschaft als neuem Wachstumstreiber. Daraus entstand die Idee einer Modellregion Gesundheit Lausitz mit einer staatlichen Universitätsmedizin.
„Die Lausitz hat oft gehört, was alles nicht geht“
Ministerpräsident Dietmar Woidke: „Die Lausitz hat oft gehört, was alles nicht geht. Heute zeigt sie, was möglich ist, und Cottbus ist inzwischen dynamischste Stadt Deutschlands: Wo jahrzehntelang Kohle gefördert wurde, entsteht eine Modellregion für Gesundheit und Forschung. Das ist mehr als ein Strukturprojekt – es ist ein Versprechen an die Menschen in Brandenburg.“
Wissenschaftsministerin Manja Schüle: „In Cottbus entsteht eine Medizin, die es so noch nicht gibt: mit einem digital gestützten, patientenzentrierten Studiengang und Gesundheitssystemforschung. Hier werden die Ärztinnen und Ärzte von morgen ausgebildet – hier wird erprobt, wie gute Versorgung künftig gelingt.“
Kommissionsmitglieder bauen heute selbst mit auf
Mehrere frühere Mitglieder der Kommission tragen inzwischen Verantwortung an der neuen Universität. Prof. Adelheid Kuhlmey ist Gründungsvorständin Wissenschaft, Martin Peuker Digitalisierungsvorstand, Prof. Pascal Berberat gehört der Gründungskommission an.
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Red. / Presseinformation






