Aus der geplanten Batteriefabrik im Industriepark Schwarze Pumpe wird nichts. Das Projekt CERENERGY ist eingestellt, weil die Suche nach einem Investor gescheitert ist. Damit endet auch das zweite Vorhaben des Altech-Konzerns am Standort.
Neun Monate Suche nach einem Partner
Die Entscheidung teilte die börsennotierte Altech Advanced Materials AG am 30. Juli in einer Ad-hoc-Mitteilung mit. Danach hat die australische Muttergesellschaft Altech Batteries Ltd das Projekt beendet. Der Vorstand hatte mehr als neun Monate nach einem strategischen Partner gesucht und dabei nach eigenen Angaben vor allem mit einem weltweit tätigen deutschen Industriekonzern verhandelt. Diese Gespräche endeten ohne Ergebnis. In der Mitteilung heißt es, die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Finanzierung und Inbetriebnahme sei inzwischen so gering, dass weitere Betriebskosten nicht mehr zu rechtfertigen seien. Die Aktie der Altech Advanced Materials AG verlor daraufhin rund ein Viertel ihres Wertes.
Was in entstehen sollte
Geplant war eine Fabrik für Feststoffbatterien auf einer 14 Hektar großen Fläche. Die erste Linie sollte 100 Megawattstunden im Jahr fertigen, benachbarte Flächen waren für einen Ausbau bis in den Gigawattbereich reserviert. Die Technik stammt vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme. Die sogenannten CERENERGY-Zellen kommen ohne Lithium aus. Sie arbeiten mit Kochsalz und Nickel sowie einer Keramik als Elektrolyt. Solche Batterien gelten als wartungsfrei, langzeitstabil und nicht brennbar. Gedacht waren sie für stationäre Speicher, die Strom aus Wind und Sonne puffern.
Millionenförderung des Bundes verfällt
Der Bund hatte für das Vorhaben 46,7 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Frist, bis zu der die Gesamtfinanzierung stehen musste, war erst wenige Wochen zuvor vom 30. Juni auf den 30. September verlängert worden. Zu diesem Termin wird es nun nicht mehr kommen.
Grundstück geht zurück an die Gemeinde
Die Projektgesellschaft Altech Batteries GmbH wird abgewickelt. An ihr hielt die Altech Energy Holdings GmbH 75 Prozent, die Fraunhofer-Gesellschaft 25 Prozent. Wichtigster Vermögenswert ist das Grundstück: Es geht für rund 675.000 Euro an die Gemeinde Spreetal zurück, auf deren Gebiet der sächsische Teil des Industrieparks liegt. Die Patentrechte an der Batterietechnik bleiben beim Fraunhofer-Institut.
Schon das zweite Aus am Standort
Für den Standort ist es der zweite Rückschlag binnen weniger Wochen. Bereits zum 30. Juni wurde die Altech Industries Germany GmbH aufgelöst. Damit endete nach sechs Jahren auch das Projekt Silumina Anodes, zu dem die Pilotanlage für Batteriematerial im Industriepark gehörte. Anfang des Jahres hatte das Unternehmen seine Batterieforschung erst nach Schwarze Pumpe verlagert.
Altech Batteries will sich nach eigenen Angaben nun darauf konzentrieren, die verbliebenen Vermögenswerte zu verwerten, und nach neuen Projekten suchen.
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Red. / Presseinformation





